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Feiern

Wilde Weiber und ein Männer-Harem

Beim Neunburger Weiberfasching auf dem Schrannenplatz wurde es für die vielen Besucher beim Tanzen sehr eng.
Von Ralf Gohlke

  • Gut eine Stunde früher als im Vorjahr steppte nicht nur der Bär auf dem Schrannenplatz. Das närrische Weibervolk hatte seinen Spaß. Foto: R. Gohlke
  • Neunburg feiert 1000 Jahre, die Chinesen sind schon viel älter, aber nicht die Zwei. Foto: ggo
  • Von der Bundeswehr Camouflage bis zum Flower-Power-Outfit, alles war dabei. Foto: ggo
  • Manche Gäste wollten nicht erkannt werden und versteckten sich hinter Sonnenbrillen. Foto: ggo
  • Wie gewohnt, die Herren Scheichs vom Ausschank bei der Pause. Foto: ggo
  • Quallen können ganz schön giftig sein, diese hier waren nur schön. Foto: ggo
  • „Wir sind g‘richt, die Damen können kommen“ meinten diese „Kuli’s“. Foto: ggo
  • Mal schauen, was da aus kommt, wenn man an dem „Schläuchl“ zieht. Foto: ggo

Neunburg.So einen Start hat der Neunburger Weiberfasching in den vergangenen elf Jahren noch nicht hingelegt, wie heuer, im Jubiläumsjahr 1000 Jahre Neunburg. Fast ungewöhnlich früh füllte sich der Schrannenplatz am Donnerstag mit bunt maskiertem Partyvolk und bis kurz nach 19 Uhr war zwischen Bühne und Vergnügungsfläche kaum noch ein Leerraum. Zum großen Rock‘n‘ Roll- Schwung auszuholen wäre also für die Tänzer nicht ratsam gewesen.

Aus Anlass des Jubiläumsjahres hatten die „Kuli‘s“ als Veranstalter zwar das Motto „1000 und eine Nacht“ ausgegeben, aber davon machten relativ wenige „Narren“ Gebrauch. Eine Gruppe hatte das Motto ganz für sich interpretiert, eben im Sinne des Weiberfaschings: Anstatt eines Scheichs mit seinem Harem, erschien eine „Scheherazade“ mit ihrem sechsköpfigen Scheich-Harem.

Quallen und Hennen als Masken

Überhaupt waren die Maskeraden erneut unglaublich vielfältig und fantasiereich. Dabei fallen natürlich diejenigen am meisten auf, die in einer größeren Gruppe erscheinen. Erst auf den „zweiten Blick“ erkennbar war zum Beispiel eine Gruppe „Quallen“. Mit ihrer tollen Umsetzung machten sie deutlich, was für schöne Tiere das eigentlich sind, die im Urlaub gelegentlich schon mal lästig werden können. Nicht an die Stallpflicht, trotz Geflügelgrippe, hielt sich eine Gruppe von Hennen, samt dazugehörigem Gockel.

Für die Tänzer vor der Bühne war es noch nie so eng wie heuer.
Für die Tänzer vor der Bühne war es noch nie so eng wie heuer. Foto: ggo

Keine Chance hatten erneut leider die „Herren Damen“, die sich mittels femininem Outfit die Vorteile der besonderen Gastlichkeit dieses Weiberfaschings zunutze machen wollten, sprich einmal einen Euro bezahlen und dann Getränke nachfüllen bis zum Abwinken und zwar zum Nulltarif.

Für einen Euro pro Becher war allerdings garantiert, dass auch die männlichen Besucher, die hier beim Weiberfasching durchaus gern gesehen sind, nicht „verdursten“ mussten.

Als interessant erwies sich übrigens diesbezüglich unsere kleine Umfrage bei den Besucherinnen. Einmütig wurde die tolle Stimmung, die Atmosphäre und die Gelegenheit gelobt, einfach mit guten Freunden und Bekannten abfeiern zu können. Den Grund „weil’s hier so billig ist“ hatte keine einzige geäußert, nicht einmal auf Nachfrage.

Zwei, die Musik mit Passion betreiben, Chris Raldbeck und Robert Prill (von links)
Zwei, die Musik mit Passion betreiben, Chris Raldbeck und Robert Prill (von links) Foto: ggo

Zu der tollen Stimmung trug natürlich die „BolaBola Band“ wieder bei, die schon von Beginn an, teils in wechselnder Besetzung, auf dem Bühnenwagen agierte.

Heuer hatte sich das „Urgestein“ der BolaBola Band, der Sänger und Keyboarder Reinhard Ehrenreich, die Gitarristen Chris Radlbeck und Robert Prill sowie Steve Karl am Schlagzeug als Verstärkung geholt, alle in der Region bekannt und in verschiedenen Formationen mehr als erfolgreich. Auch bei ihnen schlug die relative milde Witterung an diesem Abend positiv durch und sie spielten die Rockklassiker von „Lay down Sally“ über „The Wall“ bis „Honky Tonk Woman“ mit Spaß an der Aktion, die schnell auf das Publikum übergriff. Sowohl stimmlich als auch Instrumental entstand das Gefühl, die Band spiele schon ewig zusammen.

Ein Gerücht macht die Runde

Und es hätte der tollste Weiberfasching überhaupt werden können, wenn da nicht dieses Gerücht im Umlauf gewesen wäre, dass dies möglicherweise der letzte seiner Art werden könnte. Wer anders als Elke Reinhard, die „Urheberin“ des Vereins „Kuli‘s“, der als Folge des ersten Weiberfaschings aus der Taufe gehoben worden war, konnte dazu etwas sagen? „Ich weiß nicht recht, wie ich es formulieren soll“, sagte sie unserem Medienhaus. Bei dem üblichen Gruppenfoto, für das sich die über 30 Helfer aus den Reihen des Vereins vor der Bühne aufgebaut hatten, sei ihr klar geworden, welche Eigendynamik sich in den Jahren entwickelt habe.

Clowns „Ton in Ton“, sehr kleidsam was sich die Damen da ausgedacht hatten.
Clowns „Ton in Ton“, sehr kleidsam was sich die Damen da ausgedacht hatten. Foto: ggo

Mit einem „klaren Nein“, im Sinne von „es geht nicht weiter“ zu antworten, fiele ihr daher schwer. „Wir müssen erst wieder Bilanz ziehen, und werden dann entscheiden.“ Für sie wäre es klar, dass es auch 2018 den Weiberfasching wieder geben würde, wenn jemand an ihrer Stelle die Leitung übernähme.

In ähnlicher Weise äußerte sich auch Hauptsponsor Andreas Insinger, dem das Event echt ans Herz gewachsen sei. „So etwas findest du in Regensburg nicht“, sagte er deutlich. So ist das letzte Wort noch nicht gesprochen und das Partyvolk darf noch hoffen. Erst mal ging es aber im Sportheim , beim „Grande“, im „Cubanos“ und beim “Mappl“ an diesem „Nasch‘n Pfinsta“ weiter.

Alles rund um den Fasching in der Region lesen Sie hier.

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