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Zum 110. gibt es die Kirchen-App

Die Neunburger Versöhnungskirche feiert Jubiläum. Die Festschrift steht online – in der Oberpfalz ein Alleinstellungsmerkmal.
Von Ralf Gohlke

Die evangelische Versöhnungskirche in Neunburg feiert heuer am Freitag, 28. Oktober, ihr 110-jähriges Bestehen mit einem Festakt.
Die evangelische Versöhnungskirche in Neunburg feiert heuer am Freitag, 28. Oktober, ihr 110-jähriges Bestehen mit einem Festakt. Foto: R.Gohlke

Neunburg. Ein 110-jähriges Bestehen ist kein besonderes Jubiläum aber auch kein Zeitraum, der ohne Beachtung blieben sollte. Vor der Entscheidung, einen geeigneten Mittelweg zu finden, stand heuer die Evangelische Kirchengemeinde in Neunburg. 1906 wurde die Versöhnungskirche an ihrem jetzigen Standort errichtet und am 28. Oktober 1969 nach einem Umbau, neu geweiht. „Dass der Anlass entsprechend gefeiert wird, daran bestand nie ein Zweifel“, betonte Pfarrer Gerhard Beck als geistliches Oberhaupt der derzeit rund 700 Gemeindeglieder. Eine grundsätzliche Entscheidung stellte sich allerdings bei der Frage nach einer Festschrift. Deren Beantwortung wurde den Entscheidungsträgern durch die Evangelische Kirche Deutschlands (EKD) zumindest stark erleichtert, die 2015 beschlossen hat, einen bundesweiten elektronischen Kirchenführer aufzulegen.

Der lokale Bezug war wichtig

„Angefragt wurden wir dazu in ersten Linie durch unsere Nähe zum Radweg, dann stellte sich aber schnell heraus, dass die Aufnahme in die Kirchen-APP nur unwesentlich teurer kommen würde“, erklärte Beck gegenüber der Mittelbayerischen Zeitung. Entschieden werden musste lediglich über die zusätzlichen Angebote. Ein Video mit einzubinden sei schlicht an der Kostenfrage gescheitert. Die Texte als Audio-Dateien anzubieten sei aber durchaus im Rahmen geblieben.

Der „Audioguide“ der APP ermöglicht es, sich an den rot markierten Punkten in der Kirche besondere Informationen vorlesen zu lassen.
Der „Audioguide“ der APP ermöglicht es, sich an den rot markierten Punkten in der Kirche besondere Informationen vorlesen zu lassen. Foto: ggo

Den Auftrag zur Bearbeitung erhielt die Medienagentur im Evangelischen Presseverband für Bayern. „Wir waren auch mit den Agenturen vor Ort im Gespräch, aber eine Umsetzung mit der Einbettung in die bundesweite Kirchen-APP durch sie wäre in dem Fall zu aufwendig gewesen“, sagte Pfarrer Beck.

Die Textbearbeitung habe er selbst übernommen. „Die größte Herausforderung war es, die vorliegenden Texte sinnvoll auf die eineinhalb Minuten zu kürzen, die für die professionellen Audio-Aufnahmen vorgesehen waren“, erinnert er sich. Die aktuellen Fotos seien von der Neunburger Fotografin Tanja Kraus angefertigt worden. Bei den Fotos sei sehr viel Wert auf den lokalen Bezug gelegt worden.

Das Ergebnis liegt nun in elektronischer wie in gedruckter Form vor. Die Printausgabe des aktualisierten Kirchenführers umfasst sechs Doppelseiten im Format 15 cm mal 15 cm und ist in einer Auflage von 1000 Stück erschienen. Sie wird zum Preis von 2,80 Euro sowohl in der evangelischen Kirche als auch in der Buchhandlung „Am Tor“ angeboten.

„ Es gibt viel Neues zu entdecken“

„Mit dem Kirchenführer kann man viel Neues in unserem Gotteshaus entdecken“, betonte Pfarrer Gerhard Beck. So habe er selbst bei den Textrecherchen viel Spaß an dem gehabt, was er herausgefunden habe. Als ein Beispiel nennt er die Symbolik in den Kirchenfenstern. „Da ist mir etwa die Jahreszahl 1968 im Fenster mit dem ‘Vater unser’ aufgefallen, auf die ich mir zunächst keinen Reim machen konnte.“ Erst beim Nachlesen sei die Erkenntnis gekommen, dass zu diesem Zeitpunkt die Vollversammlung des ökumenischen Kirchenverbands in Uppsala stattgefunden hatte, bei der es auch um dieses Thema gegangen sei.

Ebenso sei zu dem Zeitpunkt die Benennung als „Bonhöffer-Kirche“ im Raum gestanden, aber die Kirchenoberen seien noch uneins gewesen, ob eine politische Verfolgung für eine Namensgebung entscheidend sein dürfe.

Und so sei es denn bei der Versöhnungskirche geblieben. „Seit 2006“ ist zumindest die Parkanlage nun die Bonhöffer-Allee“, sagte Beck. Überhaupt gebe es bei den Kirchenfenstern noch vieles zu entdecken, etwa die roten Streifen im Oberlicht hinter dem Altar, die sich bis zum Fenster über dem Taufstein fortsetzen würden.

Eine besondere Erwähnung finden im neuen Kirchenführer die im Vorjahr sanierte Orgel und das Harmonium, die ebenfalls eine interessante Geschichte aufzuweisen hätten. Ein wenig stolz ist der Geistliche schon, dass die evangelisch-lutherische Gemeinde zu den ersten in ganz Bayern zählt, die über eine eigenen „Kirchen-APP“ verfügt. „In der Oberpfalz sind wir definitiv die einzeigen“, sagt er.

Diese Gelegenheit nutzt Beck natürlich, um auf das Festwochenende um den 28. Oktober zum „110-Jährigen“ hinzuweisen und vor allem auch, um die katholische Kirchengemeinde dazu einzuladen. Den Festgottesdienst mit Festakt hält am Freitag Regionalbischof Dr. Hans-Martin Weiss, Beginn ist 18 Uhr. Am Sonntag steht ein Stummfilmkonzert mit dem renommierten Stummfilmpianisten Stephan v. Bothmer an.

Die APP steht kostenlos zur Verfügung für IOS-Geräte und für Android: www.Kirchen-App.de/download sowie im klassischen Browser.

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Die Kirchen-App

  • 2015:

    Hier fiel der Startschuss für eine APP für evangelische Kirchen. Dort finden sich über 2600 Gotteshäuser der Evangelisch-reformierten Kirche, die als offene Kirche bekannt sind, die also auch außerhalb der Gottesdienstzeiten geöffnet sind. Ebenfalls sind in der Kirchen-APP die Kirchen von etwa 30 Auslandsgemeinden der EKD zu finden.

  • Inhalt:

    Die Kirchen-APP zeigt eine Deutschlandkarte mit den eingezeichneten Kirchen. Rote Stecknadeln kennzeichnen Kirchen, die mit einem Datenblatt aufgenommen sind, solche mit einer gelben Stecknadel haben zusätzlich einen Audioguide (derzeit rund 50.) Etwa 20 Gemeinden führen mit einem Video durch ihre Kirche.

  • Handhabung:

    Eine Nadel angeklickt erscheinen Name und Ort der Kirche und mit weiteren Klicks auf die Symbole gibt es zusätzliche Informationen. Die Navigations-APP zeigt eine Route vom eigenen Standort zur Kirche.

  • Datenblatt:

    Hier stehen die Adresse und die Website des Kirchengebäudes. Es folgen Öffnungszeiten, Gottesdienstzeiten und eine Beschreibung sowie die Kontaktdaten zu der Kirchengemeinde. Von hier kann eine E-Mail gesendet oder einen Telefonanruf getätigt werden.

  • Download:

    Die APP steht kostenlos zur Verfügung für IOS-Geräte und für Android: www.Kirchen-App.de/download sowie im klassischen Browser .

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