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Nittenau: Zahl der Straftaten gestiegen

2019 war die Polizei in Nittenau mehr gefordert als im Vorjahr. Die Aufklärungsquote ist überdurchschnittlich hoch.
Von Alex Huber

Der Fall eines 42-jährigen Stalkers bliebt den Nittenauer Polizeibeamten 2019 besonders in Erinnerung. Foto: Thomas Rieke/Archiv
Der Fall eines 42-jährigen Stalkers bliebt den Nittenauer Polizeibeamten 2019 besonders in Erinnerung. Foto: Thomas Rieke/Archiv

Nittenau.An Arbeit fehlte es den Beamten der Polizeistation im Jahr 2019 nicht. Wie aus dem Sicherheitsbericht von Polizeistationsleiter Rainer Hirschmann hervorgeht, stieg die Zahl der Straftaten im Zuständigkeitsbereich um 7,8 Prozent. Insgesamt wurden demnach 413 Straftaten zur Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) gemeldet – 30 mehr als noch im Jahr zuvor. Zwar weisen die Beamten aus Nittenau auch eine überdurchschnittlich hohe Aufklärungsquote vor, doch der Anstieg der Straftaten wirft Fragen auf.

Die Bevölkerungszahl in der Stadt Nittenau und im Markt Bruck geht seit Jahren kontinuierlich nach oben. Allein darauf will Hauptkommissar Hirschmann die vermehrten Straftaten aber nicht zurückführen. „Wir haben uns dazu lange Gedanken gemacht, auch ob es an der Bevölkerungszahl liegen könnte“, sagt er. Die Bevölkerung nehme aber auch in Regensburg zu und dort ist die Zahl der Straftaten nicht gestiegen, sondern gesunken. „Im Zehnjahresvergleich sieht man, dass es auch schon schlimmer war“, erklärt Hirschmann. Genau erklären könne man den Anstieg letzten Endes nicht.

Mehr Körperverletzungen

Zwar sank die Zahl der Diebstähle im Vergleich zum Vorjahr um 10,4 Prozent, doch in nahezu sämtlichen anderen Bereichen nahmen die Fälle generell leicht zu. Im Bereich der Gewaltkriminalität wurden 2019 insgesamt 76 Körperverletzungsdelikte erfasst – zwölf davon waren gefährliche, 53 einfache und elf fahrlässige Körperverletzungen. Die Nittenauer Beamten deckten allerdings auch 97,4 Prozent der Fälle auf.

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Die festgestellten Sexualdelikte stiegen ebenfalls an, wenn auch nur leicht von vier Fällen im Jahr 2018 auf nun fünf, die allesamt aufgeklärt wurden.

Nachdem die Straßenkriminalität im Vorjahr noch deutlich abgenommen hatte (59 Fälle), wurden 2019 64 Straftaten festgestellt. Den überwiegenden Anteil stellen dabei vor allem Fahrraddiebstähle dar. „Auch die Zahl der Verkehrsunfälle steigt generell. Das sieht man auch bei anderen Polizeiinspektionen“, erklärt Hirschmann. Das liege insbesondere daran, dass immer mehr Fahrzeuge zugelassen werden. „Die Leute sind auch einfach mehr unterwegs. Man muss aber auch sagen, dass es hierbei vor allem um den Bereich Kleinunfälle geht. Die Zahl der schweren Unfälle ist Gott sei Dank ja nicht gestiegen“, sagt der Hauptkommissar.

2019 verzeichneten die Beamten der Nittenauer Polizeistation 30 Straftaten mehr als noch 2018. Foto: Cornelia Lorenz
2019 verzeichneten die Beamten der Nittenauer Polizeistation 30 Straftaten mehr als noch 2018. Foto: Cornelia Lorenz

Im Zuständigkeitsbereich der Polizeistation Nittenau ereigneten sich insgesamt 472 Verkehrsunfälle – überwiegend auf Staatsstraßen (42 Prozent). Im Jahr 2018 waren es 52 weniger. Einen tödlichen Verkehrsunfall gab es 2019 nicht. Als Ursachen wurden überwiegend Verstöße gegen die Vorfahrtsregelung, Fehler beim Abbiegen, unzureichender Sicherheitsabstand und überhöhte Geschwindigkeiten ausgemacht.

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Bei der Steigerung der PKS-Zahlen in Nittenau spielten besonders Vermögens- und Fälschungsdelikte eine Rolle. Von 60 Fällen im Jahr 2018 stieg die Zahl 2019 auf 79 Fälle. Innerhalb von zwei Jahren habe sich die Zahl von Urkundenfälschungen sowie Waren- und Warenkreditbetrügen somit fast verdoppelt, wie Rainer Hirschmann in seinem Sicherheitsbericht ausführt.

Fall zog sich über drei Jahre

Besonders in Erinnerung wird den Polizeibeamten aus Nittenau der Fall eines Stalkers bleiben. Ein 42-Jähriger, der seiner Ex-Freundin nachstellte und versuchte, diese auch mit Buttersäure anzugreifen, wurde in zwei separaten Verhandlungen zu mehreren Jahren Haft verurteilt. „Der Fall hat sich ja nicht nur auf das Jahr 2019 bezogen, sondern hat – zum Leidwesen des zuständigen Sachbearbeiters – eigentlich schon 2017 begonnen“, erklärt Hirschmann. Mit den beiden Urteilen gegen den Stalker sei der Fall dann „glücklicherweise“ endlich abgeschlossen worden.

„Das sehe ich schon auch als gelungene Arbeit unserer Polizeistation.“

Rainer Hirschmann

Über die Arbeit seiner Nittenauer Kollegen zeigt sich der Polizeistationsleiter indes stolz. Mit einer Aufklärungsquote von insgesamt 72,9 Prozent liegen die Nittenauer im Bereich des Polizeipräsidiums Oberpfalz weit über dem Durchschnitt (69,7 Prozent). „2019 konnten mehr Straftaten aufgedeckt werden als 2018 – trotz der gestiegenen Arbeitsbelastung“, erklärt Hirschmann. „Das sehe ich schon auch als gelungene Arbeit unserer Polizeistation.“

Zahlen und Statistiken

  • Gemeinden:

    In der Stadt Nittenau wurden 2019 insgesamt 278 Straftaten begangen, im Markt Bruck waren es 136.

  • Rauschgiftkriminalität:

    Während im Bereich der Polizeistation Nittenau 2018 noch 20 Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz festgestellt wurden, stieg die Zahl im Jahr 2019 nun auf 28 Fälle. Erfreulich war die Statistik dagegen im Bereich von illegalem Handel und Schmuggel, die von acht auf drei Taten sank.

  • Tatverdächtige:

    Insgesamt gab es 2019 200 Tatverdächtige, von denen 158 männlich und 42 weiblich waren, wie Hirschmann erklärt.

  • Staatsangehörigkeit:

    Bei den 200 Tatverdächtigen handelte es sich um 150 Deutsche und 50 Ausländer. Dabei handle es sich laut Hirschmann vor allem um türkische Staatsangehörige, weitere EU-Bürger und Osteuropäer. Asylbewerber würden dagegen noch immer eine untergeordnete Rolle spielen.

Aktuell wird die Lage für die Beamten aus Nittenau allerdings sehr viel ruhiger, bedingt durch die Corona-Krise. „Der Posteinlauf, die Zahl der polizeilichen Einsätze und die Straftaten werden weniger“, sagt Hirschmann. Im Moment seien er und seine Kollegen eher bei Kontrollen zur Einhaltung der Ausgangsbeschränkung gefragt.

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