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Kabarett

Beim „Weiberabend“ wurde viel gelacht

Die Kabarettistinnen Irene Weber und Claudia Schuma blickten in Nittenau mit viel Witz auf Frauen und Männer.
Von Ulrike Wolf

Irene Weber und Claudia Schuma unterhielten mit viel Witz rund um Zwischenmenschliches aus weiblicher Sicht. Foto: Ulrike Wolf
Irene Weber und Claudia Schuma unterhielten mit viel Witz rund um Zwischenmenschliches aus weiblicher Sicht. Foto: Ulrike Wolf

Nittenau.„Verkehrschaos“ war kürzlich in Nittenau – nicht auf der Wulkersdorfer Straße, aber im „Antik“. Auf zwischenmenschliche Themen, also „Kabarett mit Bums“ hat sich das Kabarett-Duo „Die Puderdose“ spezialisiert. Nach Theaterengagements, Synchronisationen und Lesungen kam den beiden Freundinnen diese Idee.

„Das Thema liegt kabarettistisch brach“, so Irene Weber. „Es muss dringend darüber gelacht werden, es gehört zum Leben dazu“, fand Claudia Schuma. Etwa 60 Zuhörerinnen meinten das auch – schließlich war es ein „Weiberabend“. Und ein vergnüglicher dazu. Riedhammer und der Barkeeper als die beiden einzigen Männer im Saal bekamen als „Running Gag“ immer wieder Avancen von den beiden Akteurinnen. Die Rollenverteilung der beiden war eigentlich gleich klar: Claudia Schuma im schwarzen Cocktailkleid war die Sexbombe, Irene Weber mit rosa Häschenjogginghose die Niedliche und Lustige. Und die Mischung zwischen Erzählungen und Liedern mit eingängiger Melodie kam beim Publikum an.

Den Bikini einfach anziehen

Was ist typisch für einen „Weiberabend“? Erst mal natürlich die Inhalte verschiedener Frauenzeitschriften durchgehen. Obwohl die ja eigentlich „pervers“ sind, fand Claudia. Erst wird die neueste Diät beschrieben und auf den nächsten Seiten sind die tollsten Tortenrezepte. Überhaupt: „Um eine Bikinifigur zu bekommen, muss man einfach einen anziehen.“

„Um eine Bikinifigur zu bekommen, muss man einfach einen anziehen.“

Claudia Schuma

Zu einem zünftigen Mädelsabend kann auch ein Männerstrip gehören. Aber warum kreischen Frauen so? Männer halten sich zurück und glotzen nur. Warum also kreischen Frauen? Sie wollen die Männer motivieren, so das Ergebnis einer Studie. Mit solchen und anderen lebenswichtigen Fragen befassen sich Forschergruppen – und diese Ergebnisse überspitzen die „Puderdosen“ dann noch. Irene Weber schlug vor, Männer stöhnend zur Hausarbeit zu bewegen, und machte dies gleich mit Stimm- und Grimasseneinsatz vor.

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Auch eine Dildoparty ist ein beliebter „Weiberabend“, denn „er ist der Beste, weil er immer kann und niemals pennt“, sang Claudia Schuma nach der Melodie der Caprifischer. Interessant sei, dass Dildos eher wie Kunstobjekte ausschauen. Im Wohnzimmerschrank ausstellen sollte man ihn trotzdem nicht, sonst könnte der Besuch der Schwiegermutter peinlich werden.

Warum der Cocktail „Sex on the Beach“ besser „Sand im Getriebe“ heißen sollte, erzählte recht eindrucksvoll und mit vielen Ausschmückungen Irene Weber. Partnersuche im Internet kann eigenartige Blüten treiben, zumindest aus weiblicher Sicht. Darauf antworten die Kabarettistinnen mit erotischer Poesie: feurig-lateinamerikanisch wie Pablo Neruda (Claudia Schuma) oder dramatisch wie Rainer Maria Rilke (Irene Weber).

Jeder erkennt sich wieder

Überhaupt die Männer: Wie wehleidig kämpfen sie mit „Männergruppeviren“; zur Melodie von „Halleluja“ sang auch das Publikum fleißig mit. Als zwei „Seniorenschwimmerinnen“ wurden aber auch weibliche Alterserscheinungen und Wehwehchen aufs Korn genommen.

Nach zwei Stunden war der Weiberabend mit Liedern, erstaunlichen (wissenschaftlichen) Erkenntnissen und Geschichten, bei denen sich jeder irgendwie wiedererkennt, zu Ende. Locker-flockig und augenzwinkernd führten die Kabarettistinnen durch den Abend, ohne zu plump rüberzukommen. Ein besonderes Gute-Nacht-Lied gab es noch als Abschied. (tkw)

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