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Gesellschaft

Besuch bei der Gurkenkönigin

Eine Nittenauer Delegation war beim 67. Gurkenfest in Biblis. Höhepunkt war die Krönung der Gurkenkönigin und der Prinzessin.
Von Renate Ahrens

Prinzessin Kyra (links) und Prinzessin Noemi I. freuten sich über den Besuch aus Nittenau. Foto: Hans Hien
Prinzessin Kyra (links) und Prinzessin Noemi I. freuten sich über den Besuch aus Nittenau. Foto: Hans Hien

Nittenau.Das jährliche Gurkenfest ist in Biblis, der hessischen Partnerstadt von Nittenau, ein großes Ereignis. Auch in diesem Jahr war eine Delegation aus der Regentalstadt dort vertreten, feierte an zwei Tagen mit und verfolgte gespannt die Krönung der Majestäten, der Gurkenkönigin Noemi I. und der Gurkenprinzessin Kyra. Die beiden Hoheiten sind 17 Jahre alt und gehen noch zur Schule.

Die Amtszeit der bisherigen Gurkenkönigin Paula I endet jedoch noch nicht, denn sie wurde für 2019/2020 sogar zur Hessischen Gurkenkönigin ernannt und wird das Land Hessen repräsentieren. „Das ist eine ganz besondere Auszeichnung“, hatte der Bibliser Bürgermeister Felix Kusicka stolz erklärt.

Die Gelegenheit beim Gurkenfest nutzte man, um bereits Vorgespräche zu den Feierlichkeiten im nächsten Jahr zu besprechen, wie Hans Hien, Vorsitzender des Vereins zur Förderung von Städtepartnerschaften der Stadt Nittenau, erklärte. Schließlich besteht der Freundschaftsvertrag zwischen den beiden Städten dann seit 20 Jahren – und das soll gebührend gefeiert werden, wie auch die zweite Vorsitzende des Vereins, Irene Herrmann, und Bürgermeister Karl Bley betonen. In den 20 Jahren ist ein reger Austausch entstanden, der noch vertieft werden soll. Ins Gespräch kamen die Nittenauer auch mit den Delegationen der anderen Partnerstädte von Biblis, Gravelines und Katy Wroclawskie.

Berühmt für Gurken

  • Freundschaft:

    Nittenau und Biblis freundeten sich bei einer Sportveranstaltung im Jahr 1995 an, der Vertrag wurde 2000 unterzeichnet.

  • Gurken:

    Seit dem Jahr 1882 werden in Biblis Gurken angebaut. Zum Gurkenmarkt trafen damals Händler aus ganz Süddeutschland ein. Um die Gurken haltbar zu machen, wurden Konservenfabriken gebaut. Heute erinnert nur noch das Gurkenfest daran.

Kernkraft und Jagdschloss

Überregional bekannt wurde die Stadt Biblis vor allem aufgrund des dort befindlichen Kernkraftwerkes. Nach einer gemeinsamen Rundfahrt durch die Stadt hatten die Nittenauer auch die Gelegenheit, das RWE-Infozentrums zu besichtigen. Es sei sehr interessant gewesen zu erfahren, berichtete Hien, in welchen Schritten und Zeitabschnitten das Kernkraftwerk abgebaut werden soll.

„Dort trafen wir zufällig die Japanerin Dr. Soko Aoki, Professorin für Soziologie, die ihre Doktorarbeit über die Wiederaufbereitungsanlage in Wackersdorf geschrieben und dort auch eine Zeit lang gewohnt hat“, erzählt Hien. Die Wissenschaftlerin besucht derzeit mehrere Kernkraftwerke in Europa, um über deren Abbau an der Universität in Nagoya, an der sie einen Lehrstuhl hat, zu unterrichten. Biblis hat viel Schönes zu bieten, und so besichtigten die Besucher ein historisches Jagdschloss, und bei einer Rheinfahrt auch den geschichtsträchtigen Fährhausturm.

Beim Gurkenfest schließlich folgte die feierliche Krönung der Majestäten Gurkenkönigin Noemi I und zur Gurkenprinzessin Kyra. Schirmherrin und erste Kreisbeigeordnete Diana Stolz fungierte dabei als Krönungsmeisterin. Was wäre aber ein Gurkenfest ohne Gurken, und so freuten sich die Nittenauer natürlich sehr darauf, die berühmten Bibliser Gewürzgurken zu probieren, die man heuer auch beim Nittenauer Bürgerfest anbieten konnte.

Lebensmittel

Wurst und Semmeln für die Dörfer

Mobile Händler versorgen Menschen in abgelegenen Schwandorfer Regionen. Sie ersetzen den lange vermissten Dorfladen.

Interessant war für die Nittenauer auch zu erfahren, warum man überhaupt ein Gurkenfest in Biblis feiert. Das Symbol für die Stadt ist eine Statue, die „Gurkenfrau mit Kind“, die Katharina Reis aus Worms darstellt. Sie hatte im 19. Jahrhundert die Idee, Gurken nicht nur für den Eigenverbrauch, sondern für den Handel anzubauen.

Gurken haben Tradition

Als ihr Mann im Jahr 1887 starb, wanderte sie nach Amerika aus und baute dort wiederum Gurken an. Dort wurde sie „Cucumberqueen“ (Gurkenkönigin) genannt. Und so gedenkt man ihr beim Gurkenfest, das die Nittenauer auch dieses Mal sehr genossen.

Am nächsten Tag besichtigten sie mit ihren Freunden die Freiwillige Feuerwehr Biblis und den Golfplatz Biblis-Wattenheim. Bei einem Empfang im Rathaus wurden die Nittenauer mit den Grußworten aus den Partnerstädten noch einmal willkommen geheißen.

Beim nächsten Gurkenfest, im Rahmen der Feierlichkeiten zum Jubiläum, will man natürlich wieder mitfeiern.

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