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Verunreinigungen

Eierbetrieb in Nittenau angezeigt

Tierschützer haben das Landratsamt Schwandorf über mögliche Umweltschäden informiert. Ermittlungen wurden eingeleitet.

  • Tierschützer von Life Vision Media haben die vermutlichen Umweltschäden um eine Legehennenanlage dokumentiert. Foto: Life Vision Media
  • Tierschützer von Life Vision Media haben die vermutlichen Umweltschäden um eine Legehennenanlage dokumentiert. Foto: Life Vision Media
  • Tierschützer von Life Vision Media haben die vermutlichen Umweltschäden um eine Legehennenanlage dokumentiert. Foto: Life Vision Media

Nittenau.Tierschützer prangern vermutliche Umweltschäden durch einen Eiergroßhändler im Landkreis Schwandorf an. Nach entsprechenden Hinweisen ging das Umweltamt diesen Vorwürfen Mitte des Monats nach, wie der Sprecher des Landratsamtes Schwandorf, Hans Prechtl, am Donnerstag bestätigte. Die Hinweise betrafen laut Prechtl Abwasserprobleme bei zwei Legehennenanlagen. Aber nur in einem Fall seien Ermittlungen wegen möglicher Gewässer- und Bodenverunreinigung eingeleitet worden. Die Polizei habe vergangene Woche Wasser- und Bodenproben entnommen. Deren Auswertung müsse nun abgewartet werden. Die Staatsanwaltschaft Amberg sei informiert worden. Prechtl war es wichtig zu betonen, dass es sich im Unterschied zu den mutmaßlich von der Straubinger Firma „Bayern-Ei“ ausgegangenen europaweiten Salmonelleninfektionen nicht um Ermittlungen wegen Verstößen gegen den Verbraucherschutz handelt. Die Qualität der Eier aus der Legehennenanlage sei vielmehr nicht beanstandet worden.

Tierschützer von Life Vision Media haben die vermutlichen Umweltschäden um eine Legehennenanlage dokumentiert.
Tierschützer von Life Vision Media haben die vermutlichen Umweltschäden um eine Legehennenanlage dokumentiert. Foto: Life Vision Media

Dokumentiert hat die offensichtlichen Missstände um eine Legehennenfarm bei Nittenau, in der Eier aus Bodenhaltung produziert werden, die Life Vision Media GbR. Die Tierschützer stießen nach eigenen Angaben zufällig auf den Betrieb, der nach ihren Beobachtungen „anscheinend mit Hilfe eines provisorischen Rohrsystems großflächig verunreinigte Abwässer in das Waldgebiet eines Naturparks leitet“. Außerdem fanden sie im hinteren Geländeteil einen „übelriechenden See“. Auch in diesen Tümpel werde augenscheinlich Gülle der Hühnerhaltung entsorgt, welche in Richtung des nahe gelegenen Biotops abfließe, wie es in einer Mitteilung von Life Vision Media heißt. Aus der Tatsache, dass es keines speziellen Tipps bedurfte, um auf die vermutlichen Umweltschäden zu stoßen, schließen die Tierschützer, dass es sich um keinen Einzelfall handelt.

Der Salmonellen-Ausbruch, für den mutmaßlich der niederbayerische Eierproduzent Bayern-Ei verantwortlich ist, wird indes ein längeres Nachspiel im Landtag haben. Neben der SPD fordern nun die Grünen in einer parlamentarischen Anfrage Auskunft über den Fall. Die niederbayerische Abgeordnete Rosi Steinberger will unter anderem wissen, wie oft die Firma in den vergangenen drei Jahren von den Behörden kontrolliert und ob dabei Verstöße gegen die Hygienevorschriften festgestellt wurden.

Steinberger forderte am Mittwoch weiter Auskunft, wie das Zusammenspiel zwischen dem Landesamt für Lebensmittel und Gesundheit und den örtlichen Behörden in Niederbayern funktionierte – oder auch nicht. Am 11. Juni soll die Behörde bei der nächsten Sitzung des Umweltausschusses im Landtag Rede und Antwort stehen. Die Grünen fordern zudem, dass auch Umweltministerin Ulrike Scharf (CSU) möglichst bald Bericht erstattet.

Steinberger stellt noch eine ganz andere Frage: Warum die Firma Bayern-Ei überhaupt noch in Bayern ansässig ist. Geschäftsführer Stefan Pohlmann ist ein Sohn des früheren niedersächsischen Eierbarons Anton Pohlmann, dem Ende der neunziger Jahre wegen vieler Missstände in seinen Hühnerfabriken bundesweites Berufsverbot auferlegt wurde.

Das bayerische Gesundheitsministerium hatte Bayern-Ei 1996 überprüfen lassen, aber keine gravierenden Verstöße festgestellt. Ihres Wissens sei Pohlmann in Deutschland nur noch in Bayern aktiv, sagte Steinberger dazu. „Es stellt sich die Frage, ob die Kontrollen in Bayern laxer sind als in anderen Bundesländern.“ (ct/dpa)

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