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Jubiläum

Frauenbund: Auch mit 60 noch voller Elan

Der Nittenauer Ortsverein zeigt sich zum runden Geburtstag sehr vital. Gleichwohl wünschte sich die Vorsitzende junges Blut.
Von Theresia Luft

Vor der Kirche schien den feiernden Frauenbund-Mitgliedern die Sonne. Unser Bild zeigt unter anderem Bezirksvorsitzende Rosemarie Braun, stellvertretende Diözesanvorsitzende Luise Fischer und Ortsvorsitzende Erika Rettinghausen.  Foto: Theresia Luft
Vor der Kirche schien den feiernden Frauenbund-Mitgliedern die Sonne. Unser Bild zeigt unter anderem Bezirksvorsitzende Rosemarie Braun, stellvertretende Diözesanvorsitzende Luise Fischer und Ortsvorsitzende Erika Rettinghausen. Foto: Theresia Luft

Nittenau.Mit 60 denken viele ans Aufhören, an die Rente, ein ruhigeres Leben. Nicht so der Zweigverein des katholischen deutschen Frauenbunds (KDFB) Nittenau. Mit seinen 204 Mitgliedern ist er ein stattlicher Verein in der Pfarrei. Die rührigen Damen um Vorsitzende Erika Rettinghausen begingen nun ihr 60-jähriges Gründungsfest. Aus diesem Anlass fand in der Stadtpfarrkirche zunächst ein feierlicher Gottesdienst statt; anschließend war im Pfarrheim Stehempfang. Gratuliert haben zum runden Geburtstag der KDFB Fischbach und der KDFB Bruck, jeweils mit Geschenk. Mit gefeierte haben die kirchlichen Vereine, der Kapellenverein Muckenbach, Kolping, die katholische Landvolkbewegung und die Landjugend.

Rettinghausen zeigte sich gerührt, dass so viele Mitglieder gekommen waren, um gemeinsam Messe zu feiern, die die Frauen aktiv mitgestalteten.

Was wäre ein Pfarrer ohne die Damen?

Pfarrer Adolf Schöls interpretierte die Buchstaben des KDFB, der vielen eine geistige Heimat gebe. Er verglich das Jubiläum mit einer Geburtstagsfeier, an die man sich später gern erinnern werde. Mit dem Spruch: „Ohne Frauenbund bist’ als Pfarrer ein armer Hund“, beschrieb er den hohen Stellenwert des KDFB in der Pfarrei. Die Mitglieder bereichern die Pfarrei, den Glauben, die Gemeinschaft und engagieren sich vielfältig. Ohne sie gäbe beispielsweise kein Frauenfrühstück, keine Palmbuschen, keinen Blumenteppich an Fronleichnam.

Die Frauen demonstrierten durchaus Selbstbewusstsein. Sie buchstabierten das Wort Frauenbund, um die Bedeutung des Wortes zu erläutern. Der KDFB biete Raum für Jung und Alt, für vielfältige Entfaltung Aktionen, halte lebendig, sorge für Unternehmungen und Veranstaltungen, wecke Erinnerungen, baue Brücken, leiste ehrenamtliche Dienste und vermittle Geborgenheit.

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60 Jahre Frauenbund Nittenau

In ihren Grußworten sprachen stellvertretende Diözesanvorsitzende Luise Fischer und Bezirks-Vorsitzende Rosemarie Braun ihre Glückwünsche aus. „60 Jahre – eine Zeit in der sich einiges verändert hat. Aber die Themen des KDFB sind immer noch die gleichen geblieben und sprechen die Frauen an“, sagten sie. Sie betonten, nur ein großer Verband wie der KDFB könne vieles erreichen. Den Worten schloss sich 3. Bürgermeister Jürgen Kuprat an und ergänzte: „Der KDFB ist eine Stütze der Gesellschaft.“

Die Ehrennadel in Gold mit Stein, die höchste Auszeichnung, die der katholische deutsche Frauenbund zu verleihen hat, ging für 60 Jahre Mitgliedschaft an Annemarie Pöllinger und Marianne Dirnberger. „Wir sind sehr dankbar, dass Sie immer für den KDFB da waren und sind“, so Vorsitzende Erika Rettinghausen bei der Laudatio.

Schwiegermutter als Triebfeder

Wie Dirnberger erzählte, war ihre Schwiegermutter die Triebfeder, dass sie sich dem Frauenbund anschloss. „Die Schwiegermutter brauchte jemanden zum Fahren, und da war es naheliegend, dass ich auch zum Frauenbund gegangen bin.“ Die Gemeinschaft sei schön, „und ich bin gern dabei, wenn es zeitlich passt“. Am liebsten sind ihr Abendveranstaltungen und Vorträge.

Auch Rettinghausen selbst, die im August ihren 80. Geburtstag feiert und seit ihrem 21. Lebensjahr beim Frauenbund aktiv ist, liebt die Gemeinschaft des KDFB. „Damals bin ich in Düsseldorf mit dem Kinderwagen unterwegs gewesen, habe die Beiträge kassiert und die Zeitschrift verteilt. Als ich nach Nittenau kam, wurde ich nach einem halben Jahr zur Vorsitzenden gewählt. Das bin ich nun seit 16 Jahren.“ Für die Zukunft wünscht sie sich wieder mehr jüngere Mitglieder, die neue Ideen einbringen.

Sarah wollte unbedingt die Jüngste sein

Stolz ist die Vorsitzende vor allem darauf, dass ihre Enkelinnen Sarah (21) und Rebecca (20) gerne Mitglied sind. Wie Sarah der MZ erzählte, blätterte sie einst mit ihrer Oma die Frauenbund-Zeitschrift durch. „Da entdeckte ich einen Artikel über eine 14-Jährige, die das jüngste Frauenbund-Mitglied war. Ich war damals 13 und hab’ zu meiner Oma gesagt: Ich will auch zum Frauenbund und euer jüngstes Mitglied sein.“ Kirchlich war sie schon als Ministrantin engagiert, und da passte der KDFB gut dazu. Leider hat sie aus beruflichen Gründen nicht so viel Zeit, um an den Aktivitäten des Frauenbunds regelmäßig teilzunehmen. Trotzdem ist der Frauenbund Nittenau für sie was „ganz Besonderes“.

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