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Führungswechsel

Hanisch übergibt Vorsitz an die Jugend

27 Jahre stand MdL Joachim Hanisch an der Spitze der Freien Wähler im Landkreis Schwandorf, jetzt übernimmt Jürgen Neuber.
Von Renate Ahrens

Jürgen Neuber (4. v. li.) ist der neue Kreisvorsitzende der Freien Wähler. Nach 27 Jahren an der Spitze hat MdL Joachim Hanisch (li.) sein Amt „an die Jugend übergeben“. Foto: Ahrens

Nittenau.Es sei „Zeit, an die Jugend zu übergeben“, so begründete MdL Joachim Hanisch seine Entscheidung, nach 27 Jahren an der Spitze nicht mehr als Vorsitzender der Landesvereinigung Freie Wähler e.V. im Landkreis Schwandorf sowie der Vereinigung der Freien Wählergemeinschaft im Landkreis Schwandorf zu kandidieren. Einer der bisherigen Stellvertreter, Jürgen Neuber aus Oberviechtach, wurde bei der Versammlung im Landgasthof Schmidbauer in Muckenbach mit großer Mehrheit zum neuen Kreisvorsitzenden gewählt. Dessen Platz als einer von zwei gleichberechtigten Stellvertretern übernahm Benjamin Boml aus Nittenau.

Hanisch blickte in seiner Rede auf die Tätigkeiten und Erfolge der Freien Wähler zurück. 27 Jahre lang war Hanisch Kreisvorsitzender, die Partei und die Wählergemeinschaft stünden nun gut und schuldenfrei da. Aber natürlich seien noch viele Aufgaben zu bewältigen, gerade weil der Landkreis zu den strukturschwachen Gebieten zähle. „Vor allem die Politik vor Ort sorgt für Erfolg“, ermutigte Hanisch, auf diesem Kurs zu bleiben.

Zum Beispiel sei der Breitbandausbau immer noch nicht so, wie man es sich wünschen würde. „Hier müssen wir etwas tun“, mahnte der scheidende Kreisvorsitzende. Schließlich sei eine schnelle Internetverbindung sehr wichtig, gerade für die Wirtschaft. Hanisch kritisierte eine „Aushöhlung der kommunalen Selbstverwaltung“, zum Beispiel bei Stellenausschreibungen. Durch das transatlantische Freihandelsabkommen TTIP würden Kosten auf die Betriebe zukommen, „die wir nicht wollen“. Das sei zum Beispiel bei der Wasserversorgung ein Problem. Wenn bei Ausschreibungen Wirtschaftsbetriebe günstiger seien, müsse man diesen die Aufgabe zuteilen. „Wasser ist ein Lebensmittel, das man nicht nur mit dem Preis messen kann. Wir arbeiten vehement gegen TTIP“, betonte Hanisch. Sogar eine Volksbefragung würden die Freien Wähler anstreben.

Auf Zustimmung der Versammlung stieß er beim Thema Bundesverkehrswegeplan. Hier sei die Oberpfalz „miserabel weggekommen“, zum Beispiel seien gerade Bruck und Nittenau nicht optimal angebunden. Natürlich brachte er auch die Flüchtlingsproblematik zur Sprache. Ehrenamtliche würden viel leisten, aber die Kommunen hätten große finanzielle Belastungen.

Dieses Thema griff auch der neue Vorsitzende Jürgen Neuber auf. Eine gute Integration der Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt sei nun entscheidend. Eine Herausforderung, die ausführlich im vergangenen Herbst behandelt worden sei, bleibe die Jugendhilfe, erklärte Neuber. Junge Leute sollten Chancen bekommen und gefördert werden.

Der bisherige langjährige Kassier Albert Maier brachte schließlich seinen letzten Kassenbericht vor. Auch er stellte sich nicht mehr zur Wahl. Er blicke zufrieden auf die finanzielle Lage der beiden Kassen, so Maier. Alle Darlehen seien zurückgezahlt und ein gutes Polster für die nächste Wahl vorhanden. Zum neuen Kassier wurde Christian Tröster aus Pfreimd gewählt.

Jürgen Neuber stellte im Anschluss an die Wahl noch den Antrag, Joachim Hanisch zum Ehrenvorsitzenden der Freien Wähler im Kreis zu ernennen, was auf einstimmige Zustimmung stieß. In einer gesonderten Feier wird MdL Joachim Hanisch diese Ehrung zuteil werden.

Ergebnis der Neuwahlen

  • 1. Vorsitzender:

    Jürgen Neuber, Oberviechtach

  • Zwei gleichberechtigte Stellvertreter:

    Dieter Jäger, Schwandorf, Benjamin Boml, Nittenau

  • Schriftführer:

    Richard Tischler, Pfreimd, 2. Schriftführerin: Maria Schlögl, Wernberg-Köblitz

  • Kassier:

    Christian Tröster, Pfreimd

  • Kassenprüfer:

    Franz Wilhelm, Pfreimd, Albert Maier, Pfreimd

  • Beisitzer:

    Ferdi Eraslan, Schwandorf, Maria Schlögl, Wernberg-Köblitz, Albert Krieger, Bodenwöhr, Hans Beck jun., Bruck, sowie die jeweiligen Kreisräte der FW

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