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Fasching

Hoheiten übernahmen Macht in Nittenau

Mit Jubel und Gaudi stürmten Hofstaat, Garden und Bürger traditionell das Rathaus. So manche Anekdote sorgte für Heiterkeit.
Von Renate Ahrens

Bis Aschermittwoch regieren in Nittenau nun traditionell die Narren. Foto: Renate Ahrens
Bis Aschermittwoch regieren in Nittenau nun traditionell die Narren. Foto: Renate Ahrens

NITTENAU.Gerne lasse er sich von den Narren aus dem Rathaus verjagen, erklärte Bürgermeister Karl Bley bereitwillig. Mit großem Gefolge waren traditionell gleich beide Faschingsgesellschaften, zuerst „D’Rummlfelser“ und danach die Allotria, ins Rathaus eingezogen und hatten ihm den Schlüssel und somit die Macht weggenommen. Bis zum Aschermittwoch haben nun die Prinzenpaare das Sagen – und in den letzten närrischen Tagen des Jahres geht es in den Endspurt.

Bis Aschermittwoch haben nun die Hoheiten der Faschingsgesellschaft das Sagen in der Stadt. Ganz besonders freut sich Prinzessin Anna I. darüber, die kurzfristig von der Allotria gekrönt worden war. Foto: Ahrens
Bis Aschermittwoch haben nun die Hoheiten der Faschingsgesellschaft das Sagen in der Stadt. Ganz besonders freut sich Prinzessin Anna I. darüber, die kurzfristig von der Allotria gekrönt worden war. Foto: Ahrens

Da die Faschingsprinzessin der Allotria beruflich verhindert war, wurde kurzfristig Anna Bley zur „Prinzessin Anna I.“ gekrönt und ihr der Faschingsorden überreicht.

Prinzessin Anna Bley I. regiert nun in Nittenau

Die Garden der Allotria begeisterten die Zuschauer und bekamen viel Applaus. Heuer war ihr Motto „Flower Power“, auch beim Hofball am vergangenen Samstag. Foto: Ahrens
Die Garden der Allotria begeisterten die Zuschauer und bekamen viel Applaus. Heuer war ihr Motto „Flower Power“, auch beim Hofball am vergangenen Samstag. Foto: Ahrens

Huldvoll erklärte sie sogleich ihrem „ehemaligen Mann“, dass nun sie die Regierungshoheit sowie mit Sandro I. einen „jungen Prinzen“ an ihrer Seite habe. So falle es ihr nicht schwer, die letzten Faschingstage zu verbringen, verkündete die Hoheit strahlend. Unter ihren Untertanen sorgte das für große Heiterkeit und viel Applaus. Der Bürgermeister, dem man also nicht nur den Schlüssel, sondern auch seine Frau entführt hatte, trug es mit Fassung und Humor und lud alle zu Sekt und Krapfen ein.

Fasching

Präsident kündigt seinen Abschied an

Beim Hofball in Nittenau reisten die Maschkerer in die 70er. Für Josef Süß war es der letzte Ball an der Spitze der Allotria.

Begeistert klatschten, sangen und schunkelten die Gäste bei den Tänzen der Kinder- und Jugendgarden der Allotria mit. Das Kinderprinzenpaar Melissa I. und Jonas I. und das „neue“ Prinzenpaar gaben sich natürlich auch mit einem Tanz die Ehre.

Bereits seit 34 Jahren ist der Sturm aufs Rathaus am Rosenmontag Tradition. Viele Bürger lassen sich das Spektakel nicht entgehen, so auch dieses Mal. Foto: Ahrens
Bereits seit 34 Jahren ist der Sturm aufs Rathaus am Rosenmontag Tradition. Viele Bürger lassen sich das Spektakel nicht entgehen, so auch dieses Mal. Foto: Ahrens

Wie in einem Bienenstock gehe es zu, sagte Vizepräsident Rupert Seebauer – aber schließlich wäre Karl Bley in diesem Fasching auch der Bienenkönig. Dieser übergab gerne die Macht und erklärte: „Die negativen Nachrichten zur Brücke, dem Kindergarten und zur Baustelle im Rathaus habe ich jetzt satt, in Nittenau findet ein Regierungswechsel statt.“ Aber zuerst müssten sie den Stadtsäckel sanieren, riet Bley. „Dann bin ich alle Sorgen los, das freut mich ganz famos.“

Am Sonntag hat sich der Gaudiwurm, angeführt von der Allotria, durch Nittenau geschlängelt:

Impressionen vom Nittenauer Faschingszug 2019

Gegen ein Busserl von den Prinzessinnen übergab er den Schlüssel, untermalt von Jubel und Helau-Rufen. Bereits zuvor waren „D’Rummlfelser“ mit ebenso viel Spektakel und „Rummel Rummel“- Rufen eingezogen – nun bereits zum 34. Mal. Traditionell werden kleine Anekdoten das ganze Jahr über aufgeschrieben und bei dieser Gelegenheit die Leute „derbleckt“.Die gesperrte Brücke hatte die Bürger unter anderem bewegt: „Die Autofahrer sah man bloß mit Fragezeichen im Gesicht, ganz groß. Sie fuhren hin und wieder her, den Weg zu finden war gar schwer.“

„Rummel Rummel“ tönte es oft am Rosenmontag im Rathaus. Die Kinder stürmten als Erste das Zimmer des Bürgermeisters.Foto: Ahrens
„Rummel Rummel“ tönte es oft am Rosenmontag im Rathaus. Die Kinder stürmten als Erste das Zimmer des Bürgermeisters.Foto: Ahrens

Nach der Schlüsselübergabe führten die Prinzenpaare, Matthias I. und Sandra I, und auch das Kinderprinzenpaar Leon I und Leonie I, einen Tanz auf, ebenso wie die Kinder- und Jugendgarden. „Schade, dass der Fasching bald vorbei ist“, seufzte Prinzessin Sandra. Eine große Gaudi sei er wieder gewesen, obwohl die Saison sehr lange gewesen sei. „Am schönsten ist es, die Menschen zum Lachen zu bringen“, sagt sie.

Endspurt in Fischbach: Faschingszug ist am Dienstag

Nun freuen sich alle auf den Faschingszug in Fischbach am Faschingsdienstag. Auch in diesem Jahr haben die Rummlfelser wieder eine Faschingszeitung herausgegeben, in der man ebenfalls viele lustige Begebenheiten findet, die im Laufe des Jahres passiert sind: Natürlich darf der abgerissene Stadl nicht fehlen, in dem die Utensilien der Narren aufbewahrt wurden.

Zwist um den Stadl der Fischbacher

Eigentlich habe nämlich der „bleyerne“ König aus dem Reiche Nittenau mit den Befehlshabern der Rummlfelser schon über das „Gut Fischbach“ verhandelt. Doch die Briefente, die der Schreiberling des Königs „gerestert“, also versandt hatte, wäre nicht angekommen. Darin befand sich eine Aufforderung, den Stadl zu leeren. Der König hatte sich in der Zwischenzeit jedoch für drei Monate in ein fernes Königreich begeben und sein Reich Nittenau versank in dieser Zeit in einen Dornröschenschlaf. In einer kurzen Wachphase habe sein Stellvertreter befohlen, den Stadl vorzeitig abzureißen, was den Rummlfelsern sehr missfallen habe.

Glücklicherweise, so steht es zu lesen, habe man inzwischen einen anderen Unterschlupf gefunden. Die Gemüter seien wieder beruhigt, was man auch an der heiteren Stimmung beim Rathaussturm feststellen konnte.

Alles rund um den Fasching in Schwandorf lesen Sie hier.

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