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Großprojekt

Kritik und Lob für die Investorin

Glücksfall oder Belastung? Die Meinungen im Stadtrat über die geplante Senioren-Wohnanlage in Nittenau gehen auseinander.
Von Cornelia Lorenz

  • Hinter der Asylbewerberunterkunft in der Thanner Straße soll die neue Wohnanlage entstehen. Foto: Lorenz/Archiv
  • Der Südost-Link soll nach aktuellen Planungen den Regen unterqueren. Probebohrungen fanden im September 2018 statt. Foto: Hirsch/Archiv

Nittenau.Die Pläne von Investorin Rosemarie Fechter für den neuen Wohnpark neben dem Asylbewerberheim an der Thanner Straße werden immer konkreter. Doch in trockenen Tüchern sind sie noch nicht – und die Stadträte hatten bei ihrer Sitzung am Dienstagabend noch einmal ausgiebig Gelegenheit, ihre Wünsche und Bedenken vorzubringen. Die Meinungen zum Projekt gehen immer noch weit auseinander: Während Tina Schmidt (CSU) sich mit der „Mega-Urban-Bebauung“ nicht anfreunden konnte, sprach Jürgen Kuprat (SPD) erneut von einem Glücksfall für die Stadt.

Eigentlich hätte das von Fechter beauftragte Ingenieurbüro in der Sitzung die aktuellen Entwürfe vorstellen sollen. Der Stadtrat hatte schließlich zuletzt einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan gefordert, um Fachstellen und die Öffentlichkeit stärker in den Prozess einbinden zu können.

Stadt kann ihre Wünsche noch einbringen

Kurzfristig hatten die beauftragten Planer aber ihre Teilnahme an der Stadtratssitzung abgesagt und werden erst in einer der nächsten Sitzungen in Nittenau erscheinen. „Wir sind noch in der Findungsphase und können jetzt noch unsere Wünsche in den Vorentwurf einbringen“, kommentierte Reinhard Fohringer vom Bauamt.

Dass man auf den Investor durchaus einwirken könne, zeige die Tatsache, dass er von der Stadt gewünschte Änderungen mittlerweile in die Entwürfe eingearbeitet habe. So werde beispielsweise das Gelände nach aktuellem Planungsstand keine Verbindungsstraße mehr zum Föhrenweg erhalten.

Tina Schmidt (CSU) übte Kritik an Fechters Plänen. Foto: Archiv/sfl
Tina Schmidt (CSU) übte Kritik an Fechters Plänen. Foto: Archiv/sfl

Deutliche Kritik an den Fechter-Plänen, die auf dem Gelände der ehemaligen Geflügelschlachterei den Neubau von 96 Wohnungen für Senioren sowie vier Achtfamilienhäusern vorsehen, übte Tina Schmidt (CSU). Die beiden geplanten Wohnkomplexe mit ihren recht kleinen Appartements bedeuten ihrer Meinung nach „sehr bedrängtes und sehr urbanes Wohnen“, das sich nicht gut ins Umfeld einfüge und künftig zu Problemen führen könne. Außerdem regte sie an, die Investorin zu ermahnen, auf dem Areal nicht zu viel Pflaster zu verwenden, sondern auf Rasenflächen zu setzen.

„Viele Gemeinden würden so etwas gern bauen“

Jürgen Kuprat (SPD) dagegen bewertete Fechters Pläne für eine große Wohnanlage für Senioren und Familien klar positiv. „Viele Gemeinden würden so etwas gern bauen, haben aber weder den Platz noch einen Investor dafür. Wir haben beides – das ist doch ein Glücksfall“, stellte er fest. Auch Bürgermeister Karl Bley (SPD) wies darauf hin, dass das Gelände mit seinen 25000 Quadratmetern enorm groß sei. Hier könne man alternativ 50 Parzellen für Zweifamilienhäuser einrichten – und komme am Ende in Summe auf dieselbe Bewohnerzahl wie in der von Fechter geplanten Wohnanlage. Durch die mehrgeschossige Bauweise der Wohnanlage werde am Ende aber viel weniger Fläche versiegelt.

Einwände der Stadt zum Südost-Link

  • Pläne:

    Der Korridor für die geplante Gleichstromverbindung „Südost-Link“ tangiert voraussichtlich auch das Stadtgebiet von Nittenau: Vom Gemeindegebiet Teublitz kommend, könnte das Erdkabel im Bereich Reuting verlaufen, wegen des Bündelungsgebots der bestehenden Hochspannungstrasse folgen und im Bereich Neuhaus/Entermainsbach den Regen unterqueren.

  • Stellungnahme:

    Der Stadtrat hat seine Einwände gegen die Trasse, zum Beispiel in Sachen Bauleitplanung, Naturschutz und Tourismus, bereits im August 2017 formuliert und auf Aufforderung der Bundesnetzagentur hin abgegeben. Bis 11. Juli soll die Stadt erneut eine Stellungnahme abgeben. Die Räte verständigten sich darauf, die getätigten Einwände erneut vorzubringen.

Die Fragen und Anregungen einiger Stadträte zum Projekt, zum Beispiel zur Zukunft der Bäume, wird die Verwaltung sammeln und an das Ingenieurbüro weiterleiten. Demnächst steht dann der vom Stadtrat geforderte Bebauungsplan auf der Tagesordnung.

Fechters Projekt in Zahlen:


  • 25 000 Quadratmeter groß ist das gesamte Areal der ehemaligen Geflügelschlachterei an der Thanner Straße. Rund 5000 Quadratmeter werden für Erschließungsmaßnahmen benötigt.
  • 96 Mietwohnungen für Senioren plant Investorin Rosemarie Fechter insgesamt. Sie denkt nach eigenen Angaben vor allem an Menschen, die sich die Mieten im Raum Regensburg nicht leisten können.
  • 40 Appartements sind den Planungen zufolge für jene Senioren vorgesehen, die auf Tagespflege angewiesen sind und Unterstützung im Alltag brauchen. Auch ein Hausmeister-Service ist geplant.

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