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Aktion

Nittenauer Jugend überwand die Grenze

Deutsche und tschechische Jugendliche unternahmen eine Radtour nach Prestice. Viele Freundschaften wurden geschlossen.
Von Renate Ahrens

Die Radtour soll unbedingt wiederholt werden, dann umgekehrt von Prestice nach Nittenau. Fotos: Hans Hien
Die Radtour soll unbedingt wiederholt werden, dann umgekehrt von Prestice nach Nittenau. Fotos: Hans Hien

Nittenau.Mit vielen Erinnerungen im Gepäck kamen sie wohlbehalten zurück: Insgesamt 26 Teilnehmer, bestehend aus Jugendlichen mit ihren Betreuern aus den Partnerstädten Nittenau und Prestice, haben eine dreitägige Radtour entlang der verbindenden Flüsse Regen und Uhlava mit Bravour gemeistert.

Deren Quellen liegen nur 666 Meter Luftlinie voneinander entfernt. „Leicht zu erreichen waren sie bei dieser anstrengenden Radtour nicht. Aber es hat sich gelohnt“, schwärmt Initiator Hans Hien, Vorsitzender des Städtepartnerschaftsvereins, begeistert.

Ein Projekt mit Zukunft

Ziel der gemeinsamen Aktion sei es nicht nur gewesen, die landschaftliche Schönheit beider Länder entlang der Flüsse zu erleben und Freundschaften aufzubauen. „Wir wollten der jungen Generation zeigen, wie wichtig gerade für sie ein freies und sicheres Europa ist und in der Zukunft sein wird und wie sie dazu beitragen können“, berichtet Hien. Die Partnerschaften habe man auch deshalb gegründet und sie über so viele Jahre mit Leben erfüllt, um sie der jungen Generation zu erschließen. „Sie sollen dieses große Projekt auch in der Zukunft fortführen und neu gestalten.“

Die Teilnehmer waren zwischen elf und 73 Jahre alt. Fotos: Hans Hien
Die Teilnehmer waren zwischen elf und 73 Jahre alt. Fotos: Hans Hien

Die Radtour sei ein besonderes Erlebnis für alle Teilnehmer gewesen, erzählt Hien, für die elfjährigen Jugendlichen ebenso wie für den 73-jährigen Dr. Gerhard Jutz aus Nittenau, der es sich nicht nehmen ließ, die Gruppe mit seinem Rad zu begleiten. Auf tschechischer Seite waren der ehemalige Parlamentsabgeordnete Oldrich Vaca und seine Frau Zdenka mit dem Begleitfahrzeug dabei.

Los ging es in Nittenau auf dem Kirchplatz. Es folgten Zwischenstopps bei der Wallfahrtskirche Heilbrünnl und in Wulfing am Aussichtsturm. Über die Renaturierung des Pitzlinger Bachs ging es nach Chamerau und weiter nach Pulling zum Fischerstüberl. Die erste Übernachtung erfolgte im Adventure Camp in Viechtach. Nach insgesamt 77 Kilometer bezogen die Jugendlichen dort ihre Sky Lodges, während die erwachsenen Begleiter das vom Roten Kreuz kurzfristig zur Verfügung gestellte Zelt aufbauten.

Tour für ein freies und sicheres Europa

  • Ziel:

    Die deutschen und tschechischen Jugendlichen aus Prestice und Nittenau hätten ihr erstes Etappenziel „für ein freies und sicheres Europa“ geschafft. Gefördert wurde die Aktion durch EUREGIO EGRENSIS und die beiden Partnerstädte.

  • Helfer:

    Die Organisatoren bedanken sich bei Erika Radova und Daniela Fürst, und bei den Begleitfahrern Oldrich Vasa mit Zdenka, Bernhard Fürst, Radek Vrba und Vaclav Franc, die sich um Straßensicherheit und Spiele kümmerten.

  • Zukunft:

    Der Initiator Hans Hien, Vorsitzender des Städtepartnerschaftsvereins, zeigt sich begeistert von der gemeinsamen Radtour. Hien will diese Form der deutsch-tschechischen Begegnung etablieren – immer abwechselnd in Nittenau und Prestice beginnend.

  • Versorgung:

    Ältester Begleiter Dr. Gerhard Jutz war für die ärztliche Betreuung zuständig. Ein Zelt wurde vom Roten Kreuz zur Verfügung gestellt. Die Bürgermeister Karel Naxera und Marek Krivda sowie Karl Bley übernahmen einen Teil der Kosten. Alles sei reibungslos verlaufen.

Mit Spannung erwarteten alle Nittenauer Teilnehmer die Jugendlichen und Betreuer aus der Partnerstadt Prestice. Groß sei die Freude gewesen als der Bus aus Prestice mit einem Fahrradanhänger und einem Begleitfahrzeug ankam. Bereits beim Abendessen sei die vermeintliche Sprachbarriere wie nicht vorhanden gewesen, erinnert sich Hien. „Deutsche Jugendliche, aber auch Erwachsene hatten tschechische Sprachkenntnisse und Erfahrungen aus früheren Camps in Schönsee. Die tschechischen Freunde sprachen weitestgehend deutsch. So hat man ganz schnell Gemeinsamkeiten neben dem Radfahren festgestellt.“

Quellen beider Flüsse gesehen

Am nächsten Tag nahm man frühmorgens die Etappe bis zur Horska Chata Pancir auf der Bergspitze Pancir in Angriff. Zunächst marschierte die Gruppe einen etwa zwei Kilometer langen, steilen Berg hinauf zur Bushaltestelle. Ausgerechnet an diesem Wochenende fuhr jedoch die Waldbahn wegen Gleisbauarbeiten nicht. „Die schönste Strecke entlang des Regens und der Teisnach war uns verwehrt“, bedauert Hien. Mit dem Bus ging es nach Gotteszell und von da mit der Waldbahn nach Zwiesel, und wieder mit dem Fahrrad, immer am Regen entlang, über Bayerisch Eisenstein und Zelezna Ruda zum Sessellift nach Spicak.

Dort sah man die beiden Quellen der Flüsse Regen und Uhlava. „Das war schon etwas Außergewöhnliches“, sagt Hans Hien. Neugierig sei auch der Nittenauer Bürgermeister Karl Bley gewesen, der extra zu diesem Ereignis gekommen war und die Gruppe mit dem Fahrrad auf den letzten Pfaden zu den Quellen begleitet hat. Windig, feucht und kalt war es inzwischen geworden. „Alle waren froh, in der warmen Hütte auf dem Pancir angekommen zu sein“, berichtet Hien.

Am Sonntag liefen die Bremsen auf dem Weg den Berg hinunter heiß. In Prestice wartete Bürgermeister Karel Naxera für ein gemeinsames Foto - und natürlich mit reichhaltigem Essen, bei dem die Erlebnisse besprochen wurden. Alle erhielten eine sogenannte „Ersttagsurkunde“ für diese verbindende Radstrecke. „Das Projekt wollen alle Teilnehmer wiederholen“, betont Hien - und zwar umgekehrt von Prestice nach Nittenau.

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