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Nachruf

Sein Herz schlug für die Kunst

Der aus Nittenau stammende Künstler Georg Ettl ist verstorben. Er verschaffte sich auch international einen guten Ruf.

  • Die Brüder Georg (r.) und Hubert Ettl 2010 im Café „Mocca“, Viersen Foto: E. Ettl
  • Georg Ettl 2010 in seinem Atelier vor seiner Arbeit Fleischfarbener Kopf (lackiert, Aluminium) aus den Jahren 1988/89; diese Arbeit noch in der geöffneten Holztransportkiste, wurde auf der BiNationale in Deutschland und in den USA gezeigt. Foto: Hubert Ettl

Nittenau.Wie die Familie erst jetzt mitteilt, ist Anfang November der aus Nittenau stammende, international bekannte bildende Künstler Georg Ettl nach langer Krankheit gestorben. Da Ettl keine öffentliche Trauerfeier wünschte, wurde seine Urne im engsten Kreise im Familiengrab von Bruder Hubert auf dem Pfarrfriedhof in Viechtach beigesetzt.

Georg Ettl wurde 1940 in Nittenau geboren und wuchs hier auf. Nach dem Besuch der Volksschule und der Oberrealschule arbeitete er kurz in München, bevor er 1959 in die USA auswanderte. Er arbeitete als Werkzeugmacher und nach dem Studium lehrte er als Professor an Hochschulen in Detroit. In der Autostadt begann auch seine Tätigkeit als bildender Künstler. 1973 kam er jedoch mit Frau und kleiner Tochter nach Deutschland zurück, ließ sich in Viersen wegen der Kunst am Niederrhein nieder, um nah an dem damaligen Zentrum für zeitgenössische Kunst in Köln, Düsseldorf und Mönchengladbach zu sein.

Ende der 1970er Jahre begann dort Ettls internationale Karriere als bildender Künstler; er stellte nicht nur in Museen und Galerien im Rheinland aus, seine Arbeiten wurden in den USA (Boston, Housten, Minniapolis, Detroit), in Japan und zuletzt an vielen Orten in Frankreich gezeigt. So waren in letzten Ausstellungen Arbeiten von ihm in der Galerie Marion Mayer in Paris (2010) und bei der Ausstellung „L’art contemporain du vitrail en Allemagne“ in Chartres (2013) zu sehen; bei dieser großen Ausstellung über Kirchenfenster, von zeitgenössischen Künstlern aus Deutschland gestaltet, war er mit zwei Arbeiten vertreten. Die Ausstellung ist bis März im Naumburger Dom zu sehen.

Besonders ist Georg Ettl aber durch seine Projekte im öffentlichen Raum bekannt geworden. Allein am Niederrhein sind über zehn solcher Arbeiten zu sehen, z.B. die beiden großen Stahlskulpturen am Abteiberg in Mönchengladbach und am Rathausplatz in Viersen oder die Gestaltung des Museumshofs in Krefeld, vor allem die Ausgestaltung der Hl.-Geist-Kirche in Neuss, an der er fast zehn Jahre arbeitete.

In Frankreich haben ihn die großen Pferdebilder im Schloss Oiron (südlich der Loire) bekanntgemacht sowie die Gestaltung der Glasfenster in der Kathedrale St. Barnard von Romans in Südfrankreich. Frankreich hat ihn in Anerkennung seiner künstlerischen Leistungen 2002 mit dem Orden „Chevalier des Arts et Letters“ ausgezeichnet.

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