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Tiere

Drittes Pferd mit Seuchenvirus infiziert

Im Landkreis Schwandorf gibt es einen neuen Fall der Pferdeseuche „Equine infektiöse Anämie“. Das Tier wird eingeschläfert.
Von Dagmar Unrecht, MZ

Jetzt gibt es in der Oberpfalz einen dritten Fall der Pferdeseuche.
Jetzt gibt es in der Oberpfalz einen dritten Fall der Pferdeseuche. Foto: dpa

Oberviechtach.In der Oberpfalz ist ein dritter Fall der Pferdeseuche „Equine infektiöse Anämie (EIA)“ nachgewiesen worden: Betroffen ist ein Tier des Pferdesportvereins Oberviechtach. „Am Dienstag kommt der Amtstierarzt, um das Pferd einzuschläfern“, sagte die Vereinsvorsitzende Christiana Najjar am Montag hörbar geschockt am Telefon gegenüber der MZ. Auch die weiteren 34 Pferde des Vereins werden dann auf das Virus getestet. Das für Ende August auf der Reitanlage in Oberviechtach geplante jährliche Turnier wurde bereits abgesagt.

Die Vereinsmitglieder sind nach Auskunft der Vorsitzenden informiert und haben wiederum ihre Teilnahme an anderen Turnieren abgesagt. Der Reitunterricht laufe aber weiter wie geplant. Von dem Virus geht keine Gefahr für Menschen aus. „Wir müssen mit den Tieren allerdings in der Halle und auf unserem Reitplatz bleiben“, sagte Najjar weiter. Ins Gelände dürfe nicht ausgeritten werden. Reiterferien bietet der Pferdesportverein nicht an. Am Montag wurde im Laufe des Tages ein Sperrbezirk im Umkreis von einem Kilometer rund um den Reiterhof in Oberviechtach errichtet. „Wir verfolgen derzeit alle weiteren Verbindungen der infizierten Pferde“, sagte der Sprecher des Schwandorfer Landratsamtes, Hans Prechtl.

Erster Fall bei Trausnitz

Bereits vor einer Woche war ein Pferdehof in der Nähe von Trausnitz im Landkreis Schwandorf gesperrt worden. Dort war bei zwei Tieren eine Infektion mit dem ansteckenden Virus festgestellt worden. Die Pferde wurden am vergangenen Mittwoch getötet. Der Hof in der Nähe von Trausnitz, auf dem insgesamt 12 Pferden lebten, war ins Visier der Veterinäre geraten, da zwei Pferde, die das Gestüt bereits 2011 nach Oberbayern vermittelt hatte, das Virus in sich trugen und ein Pferd erkrankt war.

Die betroffenen Höfe und alle Pferde stehen in den nächsten drei Monaten unter Quarantäne, bestätigte das Landratsamt Schwandorf. Erst wenn nach drei Monaten alle Pferde negativ getestet werden, werde die Quarantäne wieder aufgehoben.

„Wir haben nicht mit einem solchen Fall gerechnet“, sagte die Oberviechtacher Pferdevereinsvorsitzende. „Das betroffene Pferd wirkt völlig gesund, aber das ist ja das Heimtückische an dieser Seuche.“

Kein Impfstoff

Das EIA-Virus können Pferde in sich tragen, ohne dass die Krankheit zum Ausbruch kommen muss. EIA wird mit allen Körperflüssigkeiten ausgeschieden. Neben dem direkten Kontakt durch Tröpfcheninfusion kann das Virus auch durch die Aufnahme virushaltiger Nahrung oder die Tränke sowie über verletzte Haut übertragen werden. Als häufigster Übertragungsweg gelten aber blutsaugende Insekten wie Pferdebremsen, die das Virus aufnehmen und von Pferd zu Pferd übertragen.

Die Symptome der Pferdeseuche sind Fieber, Schwäche und Schwellungen der Gliedmaßen. Die Krankheit verläuft meistens tödlich. In Europa ist kein Impfstoff zugelassen, infizierte Tiere müssen zum Schutz vor einer Ausbreitung eingeschläfert werden.

Zuletzt war die Seuche im Jahr 2010 in der Oberpfalz ausgebrochen – eingeschleppt wurde sie damals von kriminellen Pferdehändlern aus Rumänien.

Vergangene und aktuelle Fälle der Pferdeseuche in der Oberpfalz

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