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Kirche

Gedenkgottesdienst für Holocaust-Opfer

Auch in diesem Jahr wird in Pfreimd den Opfern des Holocaustes gedacht. Im Mittelpunkt steht Kapitel sieben des Römerbriefes.

Das „Pfreimder Bündnis gegen Rechts“ lädt am 24. Januar zu einem ökumenischen Gedenkgottesdienst unter dem Motto „Wenn Recht zu Unrecht wird …“ in die Pfreimder Stadtpfarrkirche ein. Foto: Richard Tischler
Das „Pfreimder Bündnis gegen Rechts“ lädt am 24. Januar zu einem ökumenischen Gedenkgottesdienst unter dem Motto „Wenn Recht zu Unrecht wird …“ in die Pfreimder Stadtpfarrkirche ein. Foto: Richard Tischler

Pfreimd.Zum „Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust“ lädt das „Pfreimder Bündnis gegen Rechts“ auch in diesem Jahr wieder zu einem ökumenischen Gottesdienst ein. Die Gedenkfeier findet am Donnerstag, 24. Januar, in der katholischen Stadtpfarrkirche Pfreimd statt und steht in diesem Jahr unter der Überschrift „Wenn Recht zu Unrecht wird …“.

Das Bündnis stellt heuer ein Thema aus dem Römerbrief in den Mittelpunkt des Gedenkgottesdienstes. In Kapitel 13, Vers 1 bis 7, wird dazu aufgerufen, dass jeder den Trägern der staatlichen Gewalt den schuldigen Gehorsam leisten solle, da es keine staatliche Gewalt gebe, die nicht von Gott stamme. Wer sich der staatlichen Gewalt widersetze, stelle sich gegen die Ordnung Gottes.

Im Laufe der Geschichte ist diese Passage vielfach missbraucht worden, sowohl zur Rechtfertigung von diktatorischen und absolutistischen staatlichen Regimen, aber auch als Entschuldigung für blinden Gehorsam und Mitläufertum.

In dem Gedenkgottesdienst will das „Bündnis gegen Rechts“ aufzeigen, dass der Römerbrief in einer Endzeit-Stimmung entstanden ist. Die Menschen waren damals der Meinung, dass man auf weltliche Herrschaften keinerlei Rücksicht mehr nehmen müsse – weder im positiven noch im negativen Sinn. Im Laufe der Geschichte ist dieser Text dann aus dem Kontext gerissen und missbraucht worden.

Das Bündnis

  • Mitglieder:

    Das Bündnis besteht aus der katholischen Stadtpfarrei, der evang.-lutherischen Kirchengemeinde, der Stadt Pfreimd, dem DGB, Verdi, den im Stadtrat vertretenen Parteien und Gruppierungen, dem Arbeitskreis Asyl, der Landgraf-Ulrich-Schule mit Elternbeirat und der Jugendfeuerwehr.

  • Motto:

    Dieses Jahr steht die Gedenkfeier unter der Überschrift „Wenn Recht zu Unrecht wird …“.

Klar Stellung bezogen zu diesem Thema hat 1890 bereits Papst Leo der XIII in seiner Enzyklika „Sapientiae Christianae“. Er schreibt darin: „Wenn aber die Gesetze des Staates mit dem göttlichen Recht in offenbarem Widerspruch stehen, wenn sie der Kirche Unrecht zufügen oder den religiösen Verpflichtungen widerstreiten oder die Autorität Jesu Christi in seinem Hohepriester verletzen, dann ist Widerstand Pflicht und Gehorsam Frevel.“ Das Zitat „Wo Recht zu Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht, Gehorsam aber Verbrechen“, geht auf diese Enzyklika zurück.

Wohin blinder Gehorsam und unreflektiertes Mitläufertum führen können, hat sich im Laufe der Geschichte unter anderem im Holocaust allzu deutlich gezeigt. Dies wird in dem Gedenkgottesdienst auf eindrucksvolle Weise deutlich gemacht. Der ökumenische Gottesdienst am 24. Januar in der katholischen Stadtpfarrkirche in Pfreimd beginnt um 19 Uhr. Die Bevölkerung ist zur Teilnahme herzlich eingeladen.

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