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Notfall

Wasserrohrbruch in den Döpfer-Schulen

Das Wasser flutete die privaten Döpfer-Schulen in Schwandorf und richtete einen Schaden in Höhe von 750 000 Euro an.
Von Simone Grebler

  • Am Tag nach dem Wasserrohrbruch ist das große Aufräumen angesagt. Foto: Grebler
  • In den Räumen türmt sich der Schutt. Foto: Grebler
  • Bilder der Verwüstung. Foto: Grebler
  • Die Tische wurden vorsichtshalber gekippt, damit das Wasser von den Flächen ablaufen kann. Foto: Grebler
  • Diese Unterlagen sind nicht mehr zu gebrauchen. Foto: Grebler
  • Auf dem Weg zur Arbeit hatte Bäckermeister Christian Glaab den Wasserrohrbruch bemerkt. Foto: Grebler
  • Auch am Mittwoch stand noch das Wasser in den Räumen. Foto: Grebler

Schwandorf.Es sieht aus wie kurz vor dem Abriss. Wasser und Schutt bedecken den Boden, von der Decke tropft es, die Dämmung hängt herunter, in den Ecken türmt sich der Schrott. Im Gebäude der privaten Döpfer-Schulen in der Klosterstraße 25 in Schwandorf ist nach dieser Nacht nichts mehr wie es war. Unzählige Liter Wasser fluteten in der Nacht auf Mittwoch nach einem Wasserrohrbruch das komplette Haus. Das Wasser zerstörte innerhalb mehrerer Stunden das Inventar, drang in das Mauerwerk ein und brachte Decken zum Einstürzen.

Entdeckt wurde der Rohrbruch nur durch Zufall: Bäckermeister Christian Glaab machte sich in der Nacht auf Mittwoch wie gewohnt gegen 2 Uhr auf den Weg in die Arbeit. Als er sich den Döpfer-Schulen in der Klosterstraße näherte, hielt er kurz inne: Wo kam nur das viele Wasser her? Da sah er die Wassermassen schon aus der Eingangstür der Schule sprudeln. Glaab alarmierte sofort die Polizei.

Polizei weckte Döpfer um 3 Uhr

Schulträger und Inhaber Hubert Döpfer war am Tag nach der Hiobsbotschaft im Organisations-Modus. Er selbst wurde von Polizeibeamten gegen 3 Uhr geweckt und eilte mit den schlimmsten Befürchtungen im Kopf zur Schule. Zu diesem Zeitpunkt sei aber schon alles vorbei gewesen. Die Feuerwehr Schwandorf habe bereits den Kellerteil ausgepumpt, in dem sich wichtige Leitungen befanden. Der Strom wurde vorläufig abgeschaltet, wodurch auch die Anwohner in der Höflinger Straße zeitweise ohne Strom waren. Vermutlich war eine sogenannte Feuerwehrsteigleitung im Dachgeschoss des Gebäudes geplatzt und das Wasser quoll dann Stockwerk um Stockwerk in jeden Raum, drang in die Mauern ein und zerstörte Decken, Möbel, Akten sowie elektronische Geräte. Dass sich jemand unerlaubt Zutritt zum Schulgebäude verschafft und den Rohrbruch verursacht habe, schlossen die Ermittler in der Nacht aus, es hätten sich keine Einbruchsspuren am Gebäude ergeben.

Das Wasser hat die Decke in diesem Raum völlig zerstört. Foto: Grebler
Das Wasser hat die Decke in diesem Raum völlig zerstört. Foto: Grebler

Ursache für den Rohrbruch war wohl der langanhaltende Frost der vergangenen Tage und das Tauwetter am Dienstag. Den genauen Hintergrund muss aber nun ein Gutachter klären, der am Mittwoch hinzugezogen wurde. Auch die Schadenssumme könnte noch steigen. In einer ersten Mitteilung bezifferte die Polizei diese auf rund 750 000 Euro. Bislang ist aber noch unklar, wie stark die Grundsubstanz des Gebäudes geschädigt ist. Die Grundschule blieb im Übrigen – entgegen einer ersten Meldung – verschont. „Natürlich fragen wir uns, ob das statisch noch in Ordnung ist und ob man das wieder trocknen kann“, sagte ein sichtlich geknickter Hubert Döpfer. Eigentlich wäre das nächste Vorhaben der Bau einer Grundschule in Schwandorf gewesen. Jetzt wird den Schulträger aber erst einmal eine Weile der Wasserschaden und die Folgen beschäftigen. Dennoch ist Döpfer vorsichtig optimistisch, das wieder hinzukriegen. Wie zupackend die Kollegen sind, zeigte sich schon am Mittwoch.

Viele PCs, Drucker und weitere Elektronikteile sind kaputt. Foto: Grebler
Viele PCs, Drucker und weitere Elektronikteile sind kaputt. Foto: Grebler

Noch immer bedeckten in den Klassenzimmern, Büros und Gängen Wasserlachen den Boden. Die Decke war in manchen Räumen runtergekommen, Schutt lag in den Ecken, durchnässte Ordner waren auf den Stühlen gestapelt. Ein spezieller Dokumentenscanner, im Wert von 750 Euro, der erst vor ein paar Tagen installiert worden war, stand nun kaputt auf ein paar Computern.

Alle packten beim Aufräumen an

Während der Hausmeister und seine Helfer, von der Sekretärin bis zum IT-Verantwortlichen, mit anpackten, erzählte Standortleiter Jens Frank, dass in dem Gebäude normalerweise bis zu 170 Schüler untergebracht sind. Er habe in der Früh von der Katastrophe erfahren und als erstes die Schüler auf die anderen Standorte verteilt, wo sie ganz normal unterrichtet werden. „Ein großes Lob an die Leute“ sprach auch Hubert Döpfer aus, sie hätten in kurzer Zeit Räume umgeschlichtet oder Büros zu Klassenzimmern gemacht.

Ein Schild warnt: „Betreten verboten“ – drinnen versuchen die Helfer am Tag nach dem Rohrbruch zu retten, was noch zu retten ist. Foto: Grebler
Ein Schild warnt: „Betreten verboten“ – drinnen versuchen die Helfer am Tag nach dem Rohrbruch zu retten, was noch zu retten ist. Foto: Grebler

All das unter dem Druck einer Examensprüfung, die ausgerechnet an diesem Tag nachgeholt wurde, da wegen des Blitzeises am Tag zuvor die Schule ausgefallen war.

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