MyMz
Anzeige

Straßenbau

Der Lückenschluss startet jetzt

Seit mehr als 20 Jahren fordern die Kommunen und die Wirtschaft den Ausbau des Reststücks Staatsstraße nach Schönsee.
Von Ralf Gohlke

Mit dem obligatorischen Spatenstich durch die Ehrengäste nimmt endlich der Ausbau der Staatsstraße 2159 südlich von Gaisthal Fahrt auf. Foto: Gohlke
Mit dem obligatorischen Spatenstich durch die Ehrengäste nimmt endlich der Ausbau der Staatsstraße 2159 südlich von Gaisthal Fahrt auf. Foto: Gohlke

Schönsee.Wer des Öfteren die Staatsstraße 2159 in Richtung Schönsee befährt, kann ein Lied von deren mehr als marodem Zustand singen. Nach der Abzweigung zur Ortschaft Rackenthal beginnt die Reise durch das romantische Aschatal auf einem Straßenabschnitt, der aufgrund zahlreicher Ausbesserungen eher einem Fleckerlteppich, denn einer Staatsstraße gleicht. Hinzu kommen die enge Kurvenführung und Fahrbahnbreiten zum Teil unter 8,50 Metern, die den Begegnungsverkehr, vor allem mit großen Lkw, zu einem Abenteuer werden lassen. Mangelnde Sonneneinstrahlung führt im Winter zu erhöhter Glatteisgefahr. Das alles soll nun bis Oktober 2021 ein Ende haben. Am Dienstag erfolgte der Spatenstich für die Ausbaumaßnahme.

Planfeststellung ohne Klage

Henner Wasmuth, Leiter des Straßenbauamtes Amberg-Sulzbach, lobte die Abstimmung mit allen Beteiligten, einschließlich mit dem BUND. Foto: Gohlke
Henner Wasmuth, Leiter des Straßenbauamtes Amberg-Sulzbach, lobte die Abstimmung mit allen Beteiligten, einschließlich mit dem BUND. Foto: Gohlke

Dazu hieß Henner Wasmuth, Leiter des Straßenbauamtes Amberg-Sulzbach, eine größere Anzahl von Gästen willkommen. Er wies zugleich darauf hin, dass dies der dritte Spatenstich an diesem Tag sei. Ein weiterer, Drei-Millionen-Ausbau, starte zugleich in Eslarn. Was die Maßnahme an der 2159 betraf, lobte er das Engagement von Bürgermeisterin Birgit Höcherl, ihrem Stellvertreter und Unternehmer Josef Irlbacher, MdL Alexander Flierl sowie Landrat Thomas Ebeling. Die ausgezeichnete Abstimmung, auch mit den beteiligten Verbänden, habe dazu geführt, dass die Planfeststellung ohne Klage über die Bühne gegangen sei.

Eine einvernehmliche Lösung sei auch für die Führung des Bayerisch-Böhmischen Freundschaftsweges gefunden worden. Ebenso sei zu begrüßen, dass die Grundstückseigentümer grundsätzlich abgabebereit gewesen seien.

Staatssekretär Josef Zellmeier unterstrich die Bedeutung des Infrastrukturausbaus für die Weiterentwicklung des ländlichen Raumes. Nur dadurch könnten sich Firmen ansiedeln und Arbeitsplätze in der Region anbieten. Foto: Gohlke
Staatssekretär Josef Zellmeier unterstrich die Bedeutung des Infrastrukturausbaus für die Weiterentwicklung des ländlichen Raumes. Nur dadurch könnten sich Firmen ansiedeln und Arbeitsplätze in der Region anbieten. Foto: Gohlke

Staatssekretär Josef Zellmeier stellte fest, wenn er gewusst hätte, dass Eslarn nicht so weit entfernt sei, hätte er auch noch den vierten Spatenstich geschafft. Die Maßnahme hier bezeichnete er als wichtigen Lückenschluss auf einer wichtigen Straße. Dass die Oberpfalz eine so gute Entwicklung genommen habe, sei letztendlich dem steten Ausbau der Infrastruktur, von der Autobahn über die Staatsstraße bis hin zu den Kreis- und Gemeindestraßen, zu verdanken.

Nur so sei es möglich, mit den Ballungsräumen Schritt zu halten. Neben den wirtschaftlichen Aspekten garantiere ein gut ausgebautes Straßennetz Mobilität und persönliche Freiheit und die Entwicklung einer Region. Von der Maßnahme an der Verbindung zwischen Oberviechtach und Schönsee versprach er sich eine Verbesserung der erheblichen Verkehrsprobleme und der mangelnden Verkehrssicherheit.

Straßenbau erst ab 2020

Die Maßnahme sehe auf einer Länge von rund drei Kilometern unter anderem den Neubau der Forellbachbrücke und die Verlegung der Ascha auf einer Länge von rund 200 Metern vor, um Platz für den Trassenverlauf zu schaffen. Erst dann, voraussichtlich 2020, werde mit dem eigentlichen Straßenbau begonnen. Für die gesamte Maßnahme sei ein Volumen von neun Millionen Euro veranschlagt. „Und davon ist jeder Euro gut angelegtes Geld“, war sich der Staatssekretär sicher.

Verbunden mit dem Wunsch nach einem unfallfreien Verlauf der Baumaßnahmen verband er ein Lob an die beteiligten Ämter und Behörden. Zum Wohle der Bevölkerung seien „großzügige und praxisnahe Entscheidungen enorm wichtig“.

Zu den Ehrengästen beim Spatenstich zählten auch Regierungspräsident Axel Bartelt, MdB Karl Holmeier, die MdL Alexander Flierl und Joachim Hanisch und Altlandrat Volker Liedtke sowie Vertreter des Planungsbüros Weiß, der Firma Hartinger und der Behörden. Foto: Gohlke
Zu den Ehrengästen beim Spatenstich zählten auch Regierungspräsident Axel Bartelt, MdB Karl Holmeier, die MdL Alexander Flierl und Joachim Hanisch und Altlandrat Volker Liedtke sowie Vertreter des Planungsbüros Weiß, der Firma Hartinger und der Behörden. Foto: Gohlke

Landrat Thomas Ebeling sprach in Bezug auf die Zusammenarbeit mit allen Beteiligten von einem „sehr guten Ergebnis“ bei der Planfeststellung. Die sei aber nur etwas wert, wenn auch die entsprechende Finanzierung vorhanden sei.

Bürgermeisterin Birgt Höcherl konnte nicht umhin, auf eine Liste von Zitaten zu verweisen, die den langen Planungszeitraum charakterisieren würde. Sie erinnerte an unzählige Debatten im Stadtrat und den Druck auf die Mandatsträger. Da sei es nicht immer leicht gewesen, Ruhe zu bewahren, aber letztendlich habe genau das den Erfolg gebracht.

Eine der ersten Maßnahmen ist der Abbruch der alten Eisenbahnbrücke über die Ascha. Sie wird durch ein neues Bauwerk ersetzt, über das dann die neue Trasse der Staatsstraße verläuft. Der eigentliche Straßenbau mit entsprechenden Sperrungen beginnt erst 2020. Foto: Gohlke
Eine der ersten Maßnahmen ist der Abbruch der alten Eisenbahnbrücke über die Ascha. Sie wird durch ein neues Bauwerk ersetzt, über das dann die neue Trasse der Staatsstraße verläuft. Der eigentliche Straßenbau mit entsprechenden Sperrungen beginnt erst 2020. Foto: Gohlke

Besonders bedankte sie sich bei Regierungspräsident Axel Bartelt, dass beim „runden Tisch“ noch einmal Gelegenheit gegeben wurde, eigene Positionen zu erörtern. Nun hoffe sie, dass der Zeitplan eingehalten werde. Unter Begleitung der Blaskapelle Weiding schritten die Verantwortlichen dann zur Tat.

Mehr Nachrichten aus Schönsee lesen Sie hier.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht