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Ehrung

Die Schönseer sind wahre Brückenbauer

Mit dem Pascherverein erhielt heuer eine Institution aus dem Landkreis Schwandorf die Auszeichnung Brückenbauer.
Von Ralf Gohlke

Der Pascherverein wurde für sein Engagement um das grenzüberschreitende Kulturerbe mit dem Brückenbauer-Preis 2019 ausgezeichnet. Foto: Ralf Gohlke
Der Pascherverein wurde für sein Engagement um das grenzüberschreitende Kulturerbe mit dem Brückenbauer-Preis 2019 ausgezeichnet. Foto: Ralf Gohlke

Schönsee.Seit 2007 steht alljährlich ein besonderer Termin im Kalender des Centrum Bavaria Bohemia (Cebb) in Schönsee. Anlass ist die Preisverleihung für die „Brückenbauer/Stavitel mostu“. Der Preis wurde seinerzeit im Rahmen des Projektes „Kultur ohne Grenzen“ initiiert. Viele namhafte Persönlichkeiten und Institutionen nahmen diese Auszeichnung seither für ihr außerordentliches Engagement zur Förderung der Verständigung zwischen Bayern und Tschechien entgegen.

Entsprechend lang war die Liste an Ehrengästen, die Gabriele Dlubal, stellvertretende Vorsitzende des Trägervereins Bavaria Bohemia, abzuarbeiten hatte. Zu ihnen gehörte die Präsidentin der Arbeitsgemeinschaft Bayern der Euregio Egrensis, Dr. Birgit Seelbinder. In ihrem Grußwort bedauert sie unter anderem, dass sich gerade unter den einst glühenden Befürwortern zum EU-Beitritt heute kritische Stimmen mehrten. Der Brückenbauerpreis sei eine hervorragende Gelegenheit, die Begeisterung der frühen Jahre wieder zu wecken.

Der Ehrenpreis

  • Basis:

    Die 2007 erstmals verliehene Auszeichnung „Brückenbauer/Stavitel mostu“ honoriert den unermüdlichen, überwiegend ehrenamtlichen Einsatz von Bürgern und Institutionen zur Verständigung in den Nachbarregionen Bayern und Tschechien.

  • Neu:

    2018 wurde die jährliche Vergabe auf vier Persönlichkeiten und eine Institution beschränkt, um die Bedeutung zu betonen.

Martin Baxa, Bürgermeister der Stadt Pilsen, hob in seiner Festrede die Bedeutung des CeBB hervor, das sich gleichzeitig zu einem festen und renommierten Bestandteil deutsch-tschechischer Beziehungen entwickelt habe. Er bedauerte, dass aufgrund vieler Entwicklungen die Gedanken der Europäischen Union angezweifelt würden. Das CeBB und sein beständiges Wirken, die Verleihung des Brückenbauer-Preises eingeschlossen, seien auf diese „gefährlichen Tendenzen“ die beste Antwort.

Pilsener drehten ein Video

Den ersten Preis nahm heuer der Pascherverein unter Vorsitz der Schönseer Bürgermeisterin Birigt Höcherl ein. Wie seit einigen Jahren üblich, hatte die Filmakademie der Universität Pilsen wieder die Arbeit der Preisträger in ein aussagkräftiges Video verpackt. Dort waren Sequenzen aus dem Pascherspiel, dem neuen Stück „Irrlichter“ und dem winterlichen Adventsmarkt zusammengefasst.

Als Laudator hob Regierungspräsident Axel Bartelt die Leistungen des Vereins auch außerhalb der Aktionen hervor. Den Preis erhielt der Verein für sein zehnjähriges Engagement für die Bewahrung und Belebung des grenzüberschreitenden Kulturerbes und die Aufbearbeitung der Geschichte des Zusammenlebens und des Konfliktes an der bayerisch-böhmischen Grenze. In ihre Dankesworte ließ Birgit Höcherl ein Gedenken an die Pilsnerin Eva Forti einfließen, die erste „Wanka“, die 2016 nach schwerer Krankheit verstarb.

Impressionen vom Brückenbauerpreis Schönsee

Große Emotionen begleiteten die Preiverleihung an den Künstler Vladimir Libal, für den Martin Baxa die Laudatio hielt. Dem Preisträger bescheinigte er einen wesentlichen Beitrag dafür geleistet zu haben, dass die Region Pilsen einen Repräsentanten in der CeBB abgestellt hat.

Ludwig Rechenmacher aus Regensburg erhielt schon während seiner Zeit als Mitarbeiter der Handwerkskammer Niederbayern Oberpfalz den Beinamen „Mister Tschechien“. Ihm wurde der Preis in Anerkennung seiner Verdienste um die Entwicklung eines gemeinsamen Wirtschaftsraumes und einer guten partnerschaftlichen Zusammenarbeit verliehen. Er bezeichnete in seinen Dankesworten das CeBB als „Stern am Himmel Europas“. Weil sie „Werke zum Nachdenken“ verfasst, insbesondere über die gemeinsame Geschichte an der bayerisch-tschechischen Grenze, wurde auch Katerina Kovackova aus Pilsen mit dem Brückenbauer-Preis 2019 ausgezeichnet. In der Laudatio wurde auf ihre Anstöße für eine Zukunft des guten Miteinanders angesprochen.

Regensburger Pastoren geehrt

Die Letzten in der Reihe der Preisträger war das Pastoren-Ehepaar Cordula Winzer- Chamrád und Petr Chamrád, die aktuell ihren Wirkungskreis in Regensburg haben. Als ein Motiv für die Preisverleihung wurde deren Einsatz der verbindenden Kraft des Glaubens für die deutsch-tschechische Verständigung gewürdigt. Das Schlusswort hatte Landrat Thomas Ebeling, der seine Freude über die großartige Veranstaltung zum Ausdruck brachte.

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