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Nachbarn

Eine Drehscheibe für die Kultur

Sozialministerin Emilia Müller schwärmt beim Sommerempfang in den höchsten Tönen vom Schönseer Centrum Bavaria Bohemia.
Von Ralf Gohlke

Beim 10. Sommerempfang des Centrums Bavaria Bohemia strahlte die Sonne mit den zahlreichen Gästen um die Wette.
Beim 10. Sommerempfang des Centrums Bavaria Bohemia strahlte die Sonne mit den zahlreichen Gästen um die Wette. Foto: R.Gohlke

Schönsee.Es gibt zwei feste Termine im Veranstaltungskalender des Centrum Bavaria Bohemia (CeBB) in Schönsee, die bei vielen Mandatsträgern, Kulturschaffenden und Wirtschaftsvertretern Vorrang genießen. Da ist zum einen die alljährliche Verleihung des Brückenbauerpreises, mit dem Einzelpersonen und Institutionen ausgezeichnet werden, die sich in besonderer Weise um die bayerisch-böhmische Kulturarbeit im Grenzgebiet verdient gemacht haben. So gingen heuer zum Beispiel die Ehrenpreise an Dr. h.c. Bernd Posselt (Bundesvorsitzender der Sudetendeutschen Landsmannschaft), Dr. Birgit Seelbinder (Präsidentin der Euregio Egrensis und langjährige Oberbürgermeisterin der Stadt Marktredwitz) sowie Karel Schwarzenberg (tschechischer Außenminister a.D.).

Ein offizieller Empfang im Freien

Der zweite Termin ist der Sommerempfang, der sich inzwischen zu einem echten Höhepunkt im Kulturkalender der Stadt Schönsee entwickelt hat. Wettertechnisch stand die Veranstaltung nicht immer unter einem guten Stern, aber beim „Zehnjährigen“ gab es nichts zum Aussetzen. Daher konnte der offizielle Teil im Freien abgewickelt werden.

Landrat Thomas Ebeling, Ministerin Emilia Müller, die Vorsitzende Irene Träxler und Markus Meinke von der Europaregion Donau-Moldau (von rechts)
Landrat Thomas Ebeling, Ministerin Emilia Müller, die Vorsitzende Irene Träxler und Markus Meinke von der Europaregion Donau-Moldau (von rechts)Foto: ggo

Landrat Thomas Ebeling kam in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Kuratoriums des CeBB die Aufgabe zu, einige der Gäste namentlich willkommen zu heißen. Sein besonderer Gruß galt Staatsministerin Emilia Müller und dem Landtagsabgeordneten Franz Schindler. Für alle Kommunalpolitiker begrüßte er die Schönseer Bürgermeisterin Birgit Höcherl und den Schwandorfer Oberbürgermeister Andreas Feller. Bei den Vertretern der Raiffeisenbank, Bernhard Werner und Christian Seidl, bedankte er sich für die Unterstützung durch die Stiftung.

Ebenfalls einen besonderen Gruß entbot er allen Gästen aus dem tschechischen Nachbarland sowie den Vertretern der Partner-Unternehmen. Besonders freute ihn die Anwesenheit der Lehrkräfte und Schüler, die sich an der Fotosafari beteiligt hatten und der zwölf Foto-Künstler, deren Werke für die Ausstellung „Fotografische Begegnungen mit dem Nachbarland“ ausgewählt worden waren.

Staatsministerin Emilia Müller würdigte die wertvolle Arbeit des Centrum Bavaria Bohemia. Foto: ggo
Staatsministerin Emilia Müller würdigte die wertvolle Arbeit des Centrum Bavaria Bohemia. Foto: ggo

In ihrer kleinen Festrede betonte die bayerische Sozialministerin Emilia Müller, das CEBB habe sich durch seine unermüdliche Arbeit zu einer echten Größe entwickelt. Durch diese Arbeit seien heute die Verbindungen zu Tschechien so vielfältig und von gegenseitigem Vertrauen geprägt. Die bereits beim „Fünfjährigen“ von ihr benannte Erfolgsgeschichte sei von Hans Eibauer und allen Mitarbeitern des CeBB „mit enormem Engagement fortgeschrieben“ worden.

Nicht umsonst habe der Weg von Projekten wie „Kultur ohne Grenzen“ 2012 über die Unterstützung des Programms für Pilsen als Kulturhauptstadt 2015 nun zur Benennung als Koordinationsstelle für die Landesausstellung zu Karl IV. geführt. Sowohl Generalkonsul Milan Coupek als auch die Ministerin für regionale Entwicklung, Karla Šlechtová, hätten dem Centrum „exzellente Arbeit“ bescheinigt. In den vergangenen zehn Jahren habe sich die Einrichtung als echte Kulturdrehscheibe zwischen Bayern und Tschechien etabliert. Bezeichnend sei, dass der Trägerverein derzeit über 440 Mitglieder aus der Region verzeichne, denen es ein Anliegen sei, dass die Grenzregion zusammenwachse. Niemand komme mehr am CeBB vorbei, wenn es um das grenzüberschreitende Miteinander gehe.

Hans Eibauer im Gespräch mit EX-Oberbürgermeister Hans Schaidinger
Hans Eibauer im Gespräch mit EX-Oberbürgermeister Hans Schaidinger Foto: ggo

„Hier werden Brücken gebaut, die wirklich tragfähig sind“, sagte Emilia Müller. Weil die Politik nur die Rahmenbedingungen dafür vorgeben könne, freute sie sich über die klaren Signale der Versöhnung, die von den jüngsten Treffen auf höchster Ebene ausgesendet worden seien.

Projekt „Kultur ohne Grenzen“

CeBB-Leiter Hans Eibauer beschränkte sich auf eine kurze Einführung in die beiden Ausstellungen, die „Fotografische Begegnung mit dem Nachbarland“ und die „Fotosafari für Partnerschulen“. Beide seien Teil des Projektes „Kultur ohne Grenzen“ und daher vom Deutsch-Böhmischen Kulturfonds und dem Landkreis Schwandorf gefördert worden.

Sehenswerte Exponate zeigt die Ausstellung „Fotografische Begegnungen mit dem Nachbarland“. Foto: ggo
Sehenswerte Exponate zeigt die Ausstellung „Fotografische Begegnungen mit dem Nachbarland“. Foto: ggo

Teilnehmer an den „Fotografischen Begegnungen“ seien künstlerisch tätige, aber auch „nichtprofessionelle Fotografen aus Leidenschaft“ gewesen. Von 144 Arbeiten von 17 Fotografen habe eine Jury 62 Werke von zwölf Künstlern aus Deutschland und Tschechien ausgewählt, die bis zum 25. September im CeBB präsentiert würden. Als Beispiele nannte Eibauer Teresa Scheubaeck aus Regensburg, Herbert Pöhnl aus Viechtach und Elke Jähnig aus Waldhäuser.

Bei der Fotosafari seien Schülerinnen und Schüler aus acht partnerschaftlich verbundenen Schulen auf beiden Seiten auf spannende fotografische Entdeckungstouren gegangen. Wie man auf den 80 Exponaten erkennen könne, seien aus den gemeinsamen Aktionen Kreativität und ein fröhliches Miteinander entstanden. Stationen seien auch Orte gewesen, die nachdenklich gestimmte hätten, etwa das „verschwundene Dorf Grafenried (Lucina)“. Am Ende des offiziellen Teiles ließen sich Gäste durch die Pascha-Wirte verwöhnen .

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Zehn Jahre CEBB

  • Gründung:

    Das Centrum Bavaria Bohemia (CeBB) wurde im sanierten, ehemaligen Kommunbrauhaus in Schönsee im März 2006 eröffnet und feiert in diesem Jahr sein zehnjähriges Bestehen.

  • Intension:

    Schwerpunkt der Arbeit ist die Begegnungen zwischen den Nachbarländern zu fördern und partnerschafliche Aktivitäten zu unterstützen.

  • Inhalte:

    Dies erfolgt durch Kulturaustausch und Netzwerkbildung, Förderung der Zweisprachigkeit und Marketing für partnerschaftliche Aktivitäten in den bayerisch-tschechischen Grenzregionen.

  • Trägerschaft:

    Träger ist der Verein Bavaria Bohemia mit aktuell über 440 Mitgliedern.

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