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Unternehmen

Heimische Wirtschaft bleibt optimistisch

Steigende Materialkosten und Löhne, fehlende Fachkräfte: Viele Firmen haben damit zu kämpfen. Aber sie sind gewappnet.

Günther Irlbacher (r.) führte im Vorfeld der IHK-Gremiumssitzung durch das Familienunternehmen Irlbacher Blickpunkt Glas GmbH. Irlbacher zeigte dabei eine weltweite Innovation: ein Tablet für Blinde.  Foto: Hannes
Günther Irlbacher (r.) führte im Vorfeld der IHK-Gremiumssitzung durch das Familienunternehmen Irlbacher Blickpunkt Glas GmbH. Irlbacher zeigte dabei eine weltweite Innovation: ein Tablet für Blinde. Foto: Hannes

Schönsee.Das IHK-Gremium Schwandorf war bei seiner Frühjahrssitzung zu Gast bei der Irlbacher Blickpunkt Glas GmbH. Gemeinsam mit Markus Nitsch, Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Schwandorf, und Schönsees Bürgermeisterin Birgit Höcherl diskutierten sie über die Situation der regionalen Wirtschaft und sich abzeichnende Zukunftstrends. Steigende Materialkosten sowie Löhne, fehlende Fachkräfte und politische Unwägbarkeiten sind demnach derzeit die größten Herausforderungen für die Betriebe vor Ort. Obwohl kleine Wolken am Konjunkturhimmel zu sehen sind, blicken die Unternehmerinnen und Unternehmer aber weitestgehend positiv auf das aktuelle Geschäftsjahr und erwarten, wenn auch mit leichten Einbußen, eine relativ stabile Konjunkturentwicklung.

Walter Geyer, Werkleiter bei der Tremco Illbruck GmbH & Co. KG, ist unter anderem für den britischen Produktionsstandort in Colchester zuständig und beobachtet daher gespannt die Brexit-Hängepartie. „In Colchester produzieren wir zu 80 Prozent für die englische Insel, die anderen 20 Prozent haben wir inzwischen nach Bodenwöhr verlagert“, berichtete Geyer von den Vorkehrungen, um für einen harten Brexit gewappnet zu sein. „Alternativ stocken deutsche wie auch englische Firmen und Kunden derzeit ihre Lagerbestände auf, um zumindest eine mögliche chaotische Anfangszeit zu überbrücken“, bestätigte auch Stephan Irlbacher, Geschäftsführer der Irlbacher Blickpunkt Glas GmbH.

„In der Region sind die Auftragsbücher der Unternehmen insgesamt noch voll“, so der Eindruck von Bernhard Werner, Vorstandsmitglied der Raiffeisenbank im Naabtal eG. Während die Bauindustrie weiter boome, machten sich aber erste Rückgänge in der Automobilindustrie bemerkbar.

Blickpunkt Glas

  • Produkte:

    Die Irlbacher Blickpunkt Glas GmbH verarbeitet Spezialgläser unter anderem für Bedienfelder von Haushaltsgeräten, Gebäudetechnik, Kaminöfen und Leuchtmittel. Das Unternehmen mit inzwischen 645 Mitarbeitern hat sich als Spezialanbieter für Elektronik auf Glas etabliert.

  • Historie:

    Das Unternehmen wurde 1935 gegründete und ist international tätig.

Von Fachkräfteengpässen unter anderem im Dienstleistungsbereich wusste Hubert Döpfer, Gremiumsvorsitzender und Geschäftsführer der Döpfer Schulen GmbH, zu berichten: „Die Löhne der Unternehmen und insbesondere einzelner Berufszweige steigen, um im Pool der vielen Beschäftigungsalternativen für potenzielle Mitarbeiter attraktiv zu bleiben.“ Umso wichtiger sei es, bestehende Mitarbeiter zu halten und weiterzubilden. „Die Qualifizierung der eigenen Fachkräfte ist eine Stellschraube, an der die Firmen insbesondere im Hinblick auf den digitalen und strukturellen Wandel drehen können“, stimmte Nitsch zu. Aktuell gebe es viele Fördermittel, die genutzt werden wollen. Beratung und finanzielle Förderung biete die Agentur für Arbeit für verschiedene Anschlussqualifizierungen – unabhängig von Alter und Ausbildung des Mitarbeiters sowie der Unternehmensgröße. Bei der Akquise von Fachkräften aus dem Ausland bekämen die Betriebe ebenso Unterstützung.

Das Konzept Fachkräfte aus dem Ausland funktioniert bei Irlbacher auch wegen der räumlichen Nähe zum tschechischen Arbeitsmarkt seit vielen Jahren gut. Inzwischen kommen 20 Prozent der Belegschaft aus dem Nachbarland.

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