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Land Art

Kunstwerk soll Symbol sein

Das blecherne, deformiertes Segel, das Benedikt Tolar in der Bügellohe errichten will, lässt viel Interpretationsspielraum.

Daumen hoch für den Entwurf drei, den der Künstler Benedikt Tolar in den Händen hält (3. v. r.); rechts neben ihm Herbert Hüttl, Vertreter des Grundstückseigentümers und CeBB-Leiterin Veronika Hofinger mit dem verworfenen Modell in Händen, Zdenka Kucerová und Ivana Stuchlová von der Hochschule für Kunst und Design, 1. Bürgermeisterin Birgit Höcherl, Vlasta Hrabetová und David Vereš von CeBB, der den Entwurf zwei in der Hand hält. Foto: Hans Eibauer
Daumen hoch für den Entwurf drei, den der Künstler Benedikt Tolar in den Händen hält (3. v. r.); rechts neben ihm Herbert Hüttl, Vertreter des Grundstückseigentümers und CeBB-Leiterin Veronika Hofinger mit dem verworfenen Modell in Händen, Zdenka Kucerová und Ivana Stuchlová von der Hochschule für Kunst und Design, 1. Bürgermeisterin Birgit Höcherl, Vlasta Hrabetová und David Vereš von CeBB, der den Entwurf zwei in der Hand hält. Foto: Hans Eibauer

Schönsee.Die Hochschule für Kunst und Design an der Westböhmischen Universität Pilsen realisiert in diesem Sommer in der Bügellohe ein Land Art- Kunstobjekt mit der Stadt Schönsee als Partner im Rahmen eines EU-Projekts.

Umgesetzt wird einer von drei Entwürfen des jungen tschechischen Land Art-Künstlers Benedikt Tolar mit einem Studententeam am Lehrstuhl von Professor Jirí Beranek bei der Ruine des Hüttl-Hauses: Ein blechernes, deformiertes Segel, das viel Interpretationsspielraum lässt, wie die Diskussion bei der Informationsveranstaltung für Stadträte und Interessierte im Centrum Bavaria Bohemia (CeBB) zeigte.

Tolar ist Assistent im Atelier für Skulptur und Raum der Ladislav-Sutnar-Fakultät für Design und Kunst und hat schon einige Land Art-Projekte an verschwundenen Orten und bedrohten Kirchen im grenznahem Raum realisiert. Bei der Gestaltung der Kunstwerke „lasse ich mich von der Kraft des Ortes, von seiner Geschichte und seiner Bedeutung für die Gegenwart inspirieren“, wie er bei der Projektvorstellung sagte. Zum Info-Abend begleitete ihn das Projektteam mit Zdenka Kucerová und Ivana Stuchlová von der Kunsthochschule in Pilsen und Vlasta Hrabetová vom federführenden Projektpartner, der Galerie Klatovy/Klenová. Als bayerische Partner sind mit im Boot die Stadt Vilseck und die Stadt Schönsee, die das CeBB mit der organisatorischen Umsetzung beauftragt hat. Projektbetreuer ist David Vereš.

Über die Grenze gedacht

CeBB-Leiterin Dr. Veronika Hofinger sah die geistige, optische und künstlerische Verbindung von Land Art-Kunstorten zwischen den Nachbarländern als gut vermittelbaren Ansatz – auch in touristischer Hinsicht mit grenzüberschreitenden Wander- und Radwegen „von Kunstwerk zu Kunstwerk“. Kunst in der Landschaft wertet die verlassenen oder fast schon verschwundenen Siedlungen auf und erweitert die Wahrnehmung der Zeugnisse der Vergangenheit. Dass die Bügellohe dafür ein einzigartiger Ort sei, waren sich alle einig, die der Einladung von Bürgermeisterin Birgit Höcherl folgten, unter ihnen 2. Bürgermeister Josef Irlbacher, Mitglieder des Stadtrats, Herbert Hüttl in Vertretung des Grundstückseigentümers und am Thema interessierte Bürger.

Mit Blick auf seine drei Entwürfe erläuterte Tolar den künstlerischen Prozess, der zu den Vorschlägen für ein Land Art-Kunstwerk an dem ehemals stattlichen Hüttl-Haus führte, von dem nur noch Umfassungs- und Grundmauern aus Bruchsteinen stehen. Am Beginn stand eine Begehung der Bügellohe und des Grundstücks mit Herbert Hüttl, der ihm beim Streifen durch die Landschaft in Sichtweite der Grenze von der Vertreibung aus Wenzelsdorf, der Besiedlung der Bügellohe mit elf Anwesen, vom strapaziösen Leben dort und vom Wegziehen, bis niemand mehr da war, erzählte. „Dieser energievolle Ort hat mich beim Entwurf geleitet: Das Kunstwerk sollte ein Symbol werden, klar und aussagekräftig.“

Ersten Entwurf verworfen

Die Diskussion eröffnete Bürgermeisterin Birgit Höcherl. Sie animierte zur offenen Meinungsäußerung. Hermann Hanf zeigte sich vom ersten Entwurf, einem Unterschlupf aus Holz mit Blechdach, sehr angetan. Benedikt Tolar argumentierte dagegen, dass ihm seine erste Idee zu statisch war. Dann gab es auch Bedenken, dass das Kunstwerk als „Wartehäuschen“ interpretiert werden könnte. Schließlich machten sich alle Teilnehmer den Vorschlag des Künstlers zu Eigen, der nach einer Gestaltungsphase an der Fakultät von ihm mit einem Studententeam in diesem Sommer realisiert wird. Der Wunsch, eine Infotafel beim Land Art-Kunstwerk anzubringen, ist im Projektbudget vorhanden. Das Projekt mit dem Namen „Verbinden und Zusammenwachsen – von Land zu Land“ fördert die EU zu 85 Prozent.

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