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Kultur

Vielfältiges Sommerprogramm im CeBB

Das Centrum Bavaria Bohemia in Schönsee präsentiert das zweisprachige Magazin und die Ausstellung „Barocke Sommerschätze“.
Von Roland Thäder

  • Dr. Veronika Hofinger und Sebastian Lesnàk stellten das Sommerprogramm für das grenzübergreifende Projekt „Barocke Schätze“ vor.Foto: Thäder
  • Professor und Dirigent des Projektorchesters Josef Blank. Foto: privat/MZ-Archiv

Neunburg.Der tschechische Autor Milan Kundera schrieb in seinem Bestseller-Roman von der „Unterträglichen Leichtigkeit des Seins“. Unerträglich war es keineswegs, aber einen Eindruck von der Leichtigkeit des Seins bekamen die Medienvertreter schon zu Beginn der Vorstellung des neuen Programms des Centrum Bavaria Bohemia (CeBB) und seiner böhmischen Kooperationspartner in Schönsee mit dem Titel „Barocke Sommerschätze“.

Ein zentraler Bestandteil des Programms sind vier Konzerte mit Musik des deutschen Komponisten Johann Sebastian Bach und des böhmischen Komponisten Johann Antonin Reichenauer. Letzterer gilt auch als der „böhmische Vivaldi“, wie Dr. Veronika Hofinger bei der Präsentation erklärte. Und damit die versammelten Journalisten aus Ostbayern auch verstanden, was damit gemeint war, gab es im abgedunkelten Raum im CeBB einen musikalischen Vorgeschmack aus der Konserve. Die Aufnahme stammte von einer der Proben des Orchesters, das die Konzerte gibt.

Ein Projektorchester geschaffen

Und tatsächlich, das klang schon sehr nach barocker Sinnesfreude, was der Dirigent Professor Josef Blank zusammen mit 20 Musikstudenten aus Böhmen, Ostbayern und seinen Studenten aus Linz eingespielt hat. Am Sonntag, 15. Juli, ist das gesamte Programm bei freiem Eintritt (Spenden erwünscht) um 18 Uhr in der Wallfahrtskirche Mariä Himmelfahrt in Stadlern zu hören. Bereits am morgigen Freitag wird das Sommerfestival in Maria Teinitz um 19 Uhr eröffnet. Gezeigt wird dort über die Musik hinaus ein Querschnitt aus der gesamten barocken Welt. Sogar ein barockes Karussell wurde nachgebaut. Das Projektorchester gibt das erste von vier Konzerten. Die dortige Wallfahrtskirche wird aus diesem Anlass zum nationalen Kulturerbe ernannt.

Am Sonntag, 15. Juli, ist das Projektorchester bei freiem Eintritt (Spenden erwünscht) um 18 Uhr in der Wallfahrtskirche Mariä Himmelfahrt in Stadlern zu hören.Foto: CeBB
Am Sonntag, 15. Juli, ist das Projektorchester bei freiem Eintritt (Spenden erwünscht) um 18 Uhr in der Wallfahrtskirche Mariä Himmelfahrt in Stadlern zu hören.Foto: CeBB

Doch damit nicht genug. Das zweisprachige Magazin in Tschechisch und Deutsch widmet sich der ganzen Vielfalt üppiger, barocker Prachtentfaltung in der Oberpfalz, Niederbayern Oberfranken und den böhmischen Bezirken Karlsbad und Pilsen. „Ziel ist es, das fantastische barocke Kulturerbe der Öffentlichkeit vorzustellen, es erlebbar zu machen und damit die Voraussetzungen für dessen Erhalt zu schaffen“, sagte Dr. Hofinger bei der Vorstellung der Broschüre und des Programms.

Dabei handelt es sich um ein von der EU gefördertes Projekt „Barockregion Bayern – Böhmen“, das bis Ende September 2020 läuft. Insgesamt drei Magazine mit barocken Schwerpunkten sollen bis dahin erscheinen. Es kommt nicht von ungefähr, dass sich die Europäische Union dieses Themas annimmt. Denn beim Barock handelt es sich „um den letzten für ganz Europa einheitlichen Stil, dessen Einfluss in alle Sphären der Kunst und des Lebens vordrang“, wie es in dem Magazin heißt, quasi Europa pur. Immerhin knapp eineinhalb Jahrhunderte prägten die verschiedenen Ausprägungen vom Frühbarock bis zum Rokoko das Leben der Menschen vom Absolutismus bis zur Aufklärung (ca. 1630 bis 1770).

Perlen der Kunstgeschichte

Vorgestellt werden architektonische und kunsthistorische Perlen wie die Klöster Waldsassen und Ensdorf, aber es gibt auch einen Einblick in barocke Back- und Kochrezepte. Wie hat die normale Bevölkerung jenseits der Völlerei an den europäischen Fürstenhöfen gegessen? Was gab es für Zutaten und gehören die berühmten Knödel wirklich zur altböhmischen Küche? Fragen über Fragen, die einer Antwort harren, geht das Programmheft nach. Keinesfalls darf darin natürlich eine Biertour fehlen, die der Tourismusverband Ostbayern anbietet. Weitere Beiträge liefern Barock-Experten wie Clemens Unger, Kulturreferent der Stadt Regensburg oder Michael Ritz, Theaterregisseur, Mucicalproduzent und Direktor des Kulturschlosses Theuern. Es beinhaltet Veranstaltungstipps und geschichtliche Hintergründe der Barockregion Bayern – Böhmen.

Dr. Veronika Hofinger präsentiert das Programmheft über barocke Schätze. Foto: ro
Dr. Veronika Hofinger präsentiert das Programmheft über barocke Schätze. Foto: ro

Ein weiteres Highlight im Landkreis Schwandorf wird am Samstag, 27. Juni, die Eröffnung der Ausstellung „Barockschätze Bayern Böhmen“, die dann im CeBB in Schönsee bis zum 13. September zu sehen ist. Darin werden 100 Denkmäler, nicht nur Kirchen und Schlösser, sondern auch kleinere Kostbarkeiten, Eisenhämmer und Brücken, gezeigt. „Das ist ein Beitrag zum Kulturaustausch, um mehr Aufmerksamkeit auf die barocken Kulturdenkmäler zu lenken, betonten Lesnàk und Hofinger.

Eine Partitur des böhmischen Komponisten Johann Antonin Reichenauer entdeckte Professor Josef Blank in einem Archiv. Foto: ro
Eine Partitur des böhmischen Komponisten Johann Antonin Reichenauer entdeckte Professor Josef Blank in einem Archiv. Foto: ro

Das 28-seitige Magazin, das in redaktioneller Verantwortung des Partner „Plzen2015“ erscheint, liegt in einer Auflage von 60 000 Exemplaren ab Mitte Juni bei öffentlich zugänglichen Denkmälern, den Tourist-Infos, Museen, Ämtern und Behörden, aus.

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