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Ausbildung

Alle Kinder müssen schwimmen lernen

Der zweite Schwimmkurs für Flüchtlinge in Schwandorf war ein Erfolg, aber auch immer mehr deutsche Kinder haben Defizite.

Irene Duscher, die Flüchtlingsbeauftragte der Stadt Schwandorf (hinten, 3. v. re.) und Peter von der Sitt (li.) freuten sich über die guten Fortschritte der Teilnehmer am diesjährigen Schwimmkurs für Flüchtlinge.Foto: szd

Schwandorf.„Wir sind der der Meinung, dass Kinder grundsätzlich schwimmen können müssen. Und das gilt auch für Flüchtlingskinder“, betont Peter von der Sitt, 2. Vorsitzender des 1. FC Schwandorf und zugleich Fachwart für Schulen & Vereine beim Bayerischen Schwimmverband.

Vor diesem Hintergrund fand bereits vor einem Jahr in der Schwimmhalle der Kreuzbergschule ein Schwimmkurs für Flüchtlinge statt. Damals nahmen elf unbegleitete Flüchtlinge im Alter von 16 bis 18 Jahren teil. 2017 nun lernten zehn Kinder im Alter von sieben bis 15 Jahren, die mit ihren Eltern nach Deutschland geflüchtet sind, das Schwimmen. Sie kommen aus dem Irak, Syrien und Tschetschenien und besuchen die Ettmannsdorfer, Kreuzberg- und Gerhardinger Schule.

Initiiert hat den kostenlosen Schwimmkurs die Schwimmabteilung des 1. FC Schwandorf. Dessen 2. Vorsitzender Peter von der Sitt ließ keinen Zweifel daran, dass alle Kinder schwimmen lernen müssen. Schwandorf sei eine Stadt, die im Oberpfälzer Seenland liegt und von vielen Badegewässern umgeben ist. Schwimmen stelle hier auch eine Bereicherung der Freizeitaktivitäten dar.

Pilotprojekt für Drittklässler

  • Hintergrund:

    Peter von der Sitt, Fachwart für Schulen & Vereine beim Bayerischen Schwimmverband, wies darauf hin, dass auch immer weniger deutsche Kinder schwimmen können. Das sei schon fast besorgniserregend. Denn die Zahl der tödlichen Badeunfälle steige.

  • Pilotprojekt:

    Peter von der Sitt setzt sich für Schwimmkurse für Drittklässler ein. In Schwandorf wird im Schuljahr 2017/18 ein entsprechendes Pilotprojekt gestartet.

  • Gespräche:

    Der Schwandorfer Schulamtsdirektor Georg Kick habe bereits seine Zustimmung gegeben, so von der Sitt. Demnächst werde das Gespräch mit Oberbürgermeister Andreas Feller geführt. Die Kurse finden dann für alle Drittklässler, die nicht schwimmen können, im Hallenbad Dachelhofen statt.

  • Ausweitung:

    Doch von der Sitt geht noch einen Schritt weiter, denn das Projekt soll auf den ganzen Landkreis Schwandorf ausgeweitet werden. (szd)

Beim Schwimmkurs sollte den Teilnehmern die Angst vor dem Wasser genommen werden; sie sollten Sicherheit im Wasser erlangen und Spaß haben, so von der Sitt. Am Mittwoch wurde der Schwimmkurs für die Flüchtlingskinder in der Schwimmhalle der Kreuzbergschule erfolgreich abgeschlossen. Nach 12 Stunden mit Jutta Segerer, eine erfahrene Ausbilderin mit Trainerschein, können die Teilnehmer nun 15 Meter schwimmen. Von vorne herein hatten die Kinder und Jugendlichen keine Angst vor dem Wasser und alle hatten Spaß im nassen Element.

Abschließend bedankte sich ein tschetschenischer Vater, der zwei Kinder beim Kurs hatte, sehr herzlich für die Hilfsbereitschaft, die ihm widerfährt und dass seine Kinder schwimmen lernen durften. Sei es hier im Kurs oder auch zuhause, wenn seine Kinder Hilfe in Sachen Mathematik brauchen, ihnen werde geholfen. So etwas zu hören freute nicht nur Peter von der Sitt, sondern auch Irene Duscher, die Flüchtlingsbeauftragte der Stadt Schwandorf ist. Falls Bedarf besteht, werde es auch 2018 einen Schwimmkurs für Flüchtlinge geben, informierte Peter von der Sitt. (szd)

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