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Auf Jobcenter kommt mehr Arbeit zu

Immer mehr Flüchtlinge werden als Asylbewerber anerkannt – und reihen sich in die Schar der Hartz-IV-Empfänger ein.
Von Hubert Heinzl

Das Jobcenter Schwandorf hat inzwischen zunehmend auch mit Flüchtlingen zu tun.
Das Jobcenter Schwandorf hat inzwischen zunehmend auch mit Flüchtlingen zu tun. Foto: dpa

Schwandorf.Die Flüchtlinge im Landkreis Schwandorf beschäftigen zunehmend auch das Jobcenter. Die Einrichtung, in der vor allem Langzeitarbeitslose betreut werden, muss nach einem Bericht des stellvertretenden Leiters Günther Pronath in diesem Jahr zusätzliche Mittel in Höhe von 700 000 Euro für ihre Versorgung bereitstellen. Aktuell gebe es 300 arbeitslose Flüchtlinge in 160 Bedarfsgemeinschaften, erläuterte Pronath bei der Kreistagssitzung am Montag. Tendenz steigend. Wegen des zunehmenden Verwaltungsaufwands sollen heuer beim Jobcenter drei zusätzliche Kräfte eingestellt werden, doch Pronath bezweifelte, ob das auch ausreichen wird. Vorgesehen ist ein „Mini-Team“, das sich ausschließlich um die Flüchtlinge kümmert – vor allem auch um Qualifizierungsmaßnahmen.

„Aufgrund der aktuellen Situation werden die finanziellen und personellen Ressourcen für das Jahr 2016 kaum ausreichen“, sagte Pronath und sprach in diesem Zusammenhang von „großen Herausforderungen“. Laut Landrat Thomas Ebeling sind die Probleme allerdings zu meistern. Dass die Flüchtlinge in Hartz IV wechselten, sei zu erwarten gewesen. Grünen-Kreisrat Rudi Sommer dankte den Beschäftigten des Jobcenters ausdrücklich dafür, „dass die Mehraufgaben so gut bewältigt wurden“.

Die Mitarbeiter beschäftigen sich natürlich nicht nur mit Flüchtlingen – Hauptaufgabe bleiben Betreuung und Vermittlung von Langzeitarbeitslosen. Dabei wurden laut Günther Pronath im vergangenen Jahr bemerkenswerte Erfolge erzielt. Die Zahl der sogenannten Integrationen, also die Vermittlung von Langzeitarbeitslosen in Beschäftigung, erreichte nach Jahren der Stagnation fast einen Höchstwert. Von 855 (im Jahr 2012) stieg der Wert über 909 (im Jahr 2014) auf 1006 erfolgreiche Vermittlungen. „Das ist besonders erfreulich“, so Pronath. Bei den Jugendlichen gibt es allerdings keine Entwarnung: Die Zahl der vom Jobcenter betreuten jungen Leute hat 2015 mit fast 100 Personen seit Jahren wieder einen Höchststand erreicht. Weitere Kerngruppen sind alleinerziehende Mütter und über 50-Jährige.

Für seine Maßnahmen stand dem Jobcenter im vergangenen Jahr ein Budget von gut 3,8 Millionen Euro zur Verfügung. Der eingeplante Betrag wurde für 2016 schon deutlich auf rund 4,8 Millionen Euro aufgestockt.

Bilanz des Jobcenters 2015

  • Integration:

    1006 Arbeitslose konnten in eine Beschäftigung vermittelt werden. 2014 waren es lediglich 909 Personen.

  • Leistungsberechtigte:

    Leistungen erhielten 3677 Personen in 1957 sogenannten Bedarfsgemeinschaften.

  • Jugendliche:

    2015 wurden 99 arbeitslose Jugendliche betreut. Im Vorjahr waren es lediglich 73 junge Leute. (hh)

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