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Projekt

Bahn der Planeten exakt berechnen

Christian Knutzen hat beim Regionalentscheid von „Jugend forscht“ Platz eins in der Kategorie Mathematik/Informatik erreicht.
Von Simone Grebler

Christian Knutzen am Messestand in Neumarkt. Auf dem Bildschirm ist seine selbst programmierte Arbeit zu sehen.
Christian Knutzen am Messestand in Neumarkt. Auf dem Bildschirm ist seine selbst programmierte Arbeit zu sehen. Foto: Pfleiderer Holzwerkstoffe GmbH

Schwandorf.Planeten, Asteroiden und Kometen schwirren durch das Sonnensystem. Aber nicht zufällig, jeder Himmelskörper folgt einer bestimmten Umlaufbahn. Wie diese verläuft und wo sich ein Himmelskörper zu welcher Zeit befindet, das kann ein neues Computerprogramm darstellen, dass der 18-jährige Christian Knutzen programmiert hat. Der Schüler des Carl-Friedrich-Gauß Gymnasiums Schwandorf wollte eigentlich „nur“ eine gute Note mit seiner Seminararbeit erreichen. „Ich wäre selbst nicht auf die Idee gekommen, mein Projekt bei einem Wettbewerb einzureichen“, sagt der bescheidene Schüler.

Doch seine Betreuungslehrer Markus Anthofer und Sebastian Raba haben ihn dazu ermutigt, das Ergebnis seiner Arbeit bei „Jugend Forscht“ vorzustellen. Im November 2015 reichte Christian die Arbeit ein. Am vergangenen Donnerstag und Freitag fand in Neumarkt eine Art Messe statt, bei der 187 Teilnehmer zwischen zehn und 21 Jahren in der Kleinen Jurahalle 102 Erfindungen und Forschungsergebnisse präsentierten. Das sind so viele Starter wie noch nie bei einem Regionalentscheid. Am Ende kürte die Jury das Projekt des Schwandorfers mit dem ersten Platz in der Kategorie Mathematik/Informatik. Damit darf er von 4. bis 7. April am Landeswettbewerb in München teilnehmen.

Großes Interesse an der Arbeit des Schülers

Alle Regionalsieger Foto: Lothar Röhrl
Alle Regionalsieger Foto: Lothar Röhrl

Besonders stolz ist Christian aber nicht nur auf seinen Sieg, sondern auch über das große Interesse an seiner Arbeit. Das Programm ist konzipiert für den Physikunterricht und wurde von Experten sofort gut angenommen. Etliche Physiklehrer, die das Programm so schnell wie möglich im Unterricht einsetzen wollen, haben Knutzen bei der Messe angesprochen. „Da war ich schon sehr überrascht“, freut sich Knutzen. Lehrer können den Schülern damit vermitteln wie sich die Daten auf die Bahnform oder die Lage auswirken.

Christian Knutzen bei der Preisverleihung. Foto: Höger
Christian Knutzen bei der Preisverleihung. Foto: Höger

Um diese komplexen Zusammenhänge so einfach wie möglich darzustellen, war es umso wichtiger umfangreiche Programmierkenntnisse zu haben. Christian, der derzeit die Q12 des CFG-Gymnasiums besucht, hat schon früh seine Leidenschaft fürs Programmieren entdeckt. „Mit elf Jahren habe ich eine Computerspiel gespielt und dabei immer verloren. Da dachte ich, ich schreibe eben selber mein eigenes Spiel“, so der Tüftler. Kurzerhand googelte er, was er dafür braucht. Anhand eines Youtube-Videos lernte er kurzerhand hobbymäßig das Programmieren.

Englische Fachliteratur ersetzt Youtube-Videos

„Heute ersetzt englische Fachliteratur die Youtube-Videos“, sagt der 18-Jährige. Das Programm zur Berechnung und grafischen Darstellung von Keplerbahnen im Sonnensystem ist in der Programmiersprache „C#“, ausgeschrieben „C sharp“, geschrieben. Das lernt man nicht in der Schule. Mehrere hundert Arbeitsstunden stecken in dem Projekt, das die Umlaufbahnen dreidimensional darstellt.

Doch der hohe Aufwand hat sich offenbar ausgezahlt. Seinen Ausbildungsvertrag hat der Jungforscher schon in der Tasche. „Ich werde ein duales Studium beginnen. Bei der Firma Siemens in Amberg mache ich die Ausbildung zum Mechatroniker und parallel werde ich Elektro- und Informationstechnik an der FH Amberg studieren.“

Aktuelle Nachrichten aus dem Kreis Schwandorf lesen Sie hier.

Weitere Sieger

  • Schüler experimentieren:

    Biologie: Wärmeentwicklung bei der Keimung, Katja Mattenschlager (13) und Ella Dams (13) aus Maxhütte-Haidhof; Chemie: Natürlich Waschen!, Mirjam Deml (13) aus Thanstein und Marlene Salzl (13) aus Altendorf (auch Sonderpreis Unwelttechnik!); Technik, Chickomat – Der vollautomatische Tierfütterer, Jonathan Treffler (13) aus Kelheim, Christoph Greger (13) aus Neunburg vorm Wald, Janik Atzenbeck (12) aus Regensburg.

  • Sonderpreise

    Sonderpreis Erneuerbare Energien und für einen Stand mit besonders hoher Interaktion mit den Besuchern: Energieradstation-ecoBiking, Artur Fleischhauer (18) aus Burglengenfeld, Constantin Berger (18) aus Teublitz. Sonderpreis Qualitätssicherung durch zerstörungsfreie Prüfung: Rohrkrepierer, Johannes Reiml (18) und Johannes Drexler (18) aus Neunburg. Sonderpreis Schule: Johann-Michael-Fischer-Gymnasium Burglengenfeld

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