MyMz
Anzeige

Strom

Bauernverband kritisiert Leitungsbau

Die Staatssekretäre Franz Josef Pschierer und Albert Füracker diskutierten mit Vertretern des Bayerischen Bauernverbands.

  • Der BBV bemängelt, dass der Stromleitungsbau in erheblichem Maße land- und forstwirtschaftliche Grundstücke in Anspruch nimmt. Foto: dpa
  • Die Staatssekretäre Franz Josef Pschierer und Albert Füracker diskutierten mit Vertretern des Bayerischen Bauernverbands. Foto: BBV

Schwandorf. Mit einer klaren Botschaft wandten sich die Vertreter des Bayerischen Bauernverbandes bei einer Bezirksvorstandssitzung am vergangenen Freitag an die beiden Staatssekretäre Albert Füracker und Franz Josef Pschierer. Auch einige oberpfälzer Mandatsträger aus Bundes- und Landtag waren zu der Aussprache angereist. „Wenn private Netzbetreiber staatlich zugesicherte Renditen und Kommunen Konzessionsabgaben bekommen und gleichzeitig die Landwirte für die Stromtrassen auf ihren Eigentumsflächen mit einem einmaligen Obolus auf alle Ewigkeit abgefunden werden, dann ist das eine Ungleichbehandlung, die wir so nicht mehr länger akzeptieren können!“, machte BBV-Präsident Franz Kustner zu Beginn deutlich.

„Denn die Landwirte sind es, die ihre Eigentumsflächen für die Energiewende zur Verfügung stellen und über Generationen hinweg Beschränkungen, Wirtschaftserschwernisse und Mindererträge aufgrund der Trassen dulden müssen.“

Dreifachbelastung durch den Netzausbau

Deutliche Worte kamen auch von Landwirt Martin Härtl aus Mitterteich, Landkreis Tirschenreuth, der von einer Dreifachbelastung in der Oberpfalz durch den Netzausbau spricht. „Neben dem Ersatzneubau des Ostbayernrings und dem Rückbau der alten Leitung, plant TenneT nun auch den Südostlink durch unsere Region. Bei den hiesigen Betriebsgrößen ist damit schnell ein Landwirt mit einem sehr großen Anteil seiner Betriebsflächen betroffen und seine Grundstücke in weiten Teilen im Grundbuch belastet.“ Mehrfach hatte der Bayerische Bauernverband darauf hingewiesen, dass die geplanten Leitungsbaumaßnahmen sehr kritisch zu sehen sind, da in erheblichem Maße land- und forstwirtschaftliche Grundstücke in Anspruch genommen werden. Wichtig sei es, dass durch den Netzausbau nicht die regionalen Initiativen zur Stromerzeugung, wie z.B. mittels Biogas- und Photovoltaikanlagen, zunichte gemacht werden. Sind die Maßnahmen tatsächlich unumgänglich, seien beim Bau zur Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit im Trassenbereich Bodenschutzkonzepte mit Baubegleitung unabhängiger Sachverständiger erforderlich, die auch befähigt werden, bei schlechter Witterung einen Baustopp zu ermöglichen, forderte Präsident Kustner.

Verständnis für die Landwirte

Staatssekretär Franz Josef Pschierer zeigte Verständnis für die Belange der Landwirte und erläuterte den Verfahrensstand zu den geplanten Leitungen in der Oberpfalz. „Für den Südostlink hat Tennet Trassenkorridore entwickelt und wird im Frühjahr einen Antrag auf Bundesfachplanung bei der Bundes-Netz-Agentur dazu einreichen. Bürger, Verbände, Kommunen und Träger öffentlicher Belange etc. können dann Stellungnahmen zum Korridor abgeben“, so Pschierer. „Die hierbei gewonnenen Erkenntnisse werden erneut in die Planungen eingearbeitet und es folgt eine Auslegung der Pläne mit erneuter Anhörung.“ Ziel sei es, so Pschierer, unter Berücksichtigung sogenannter Raumwiderstände eine möglichst optimale Trasse zu finden und Beeinträchtigungen für Mensch und Natur zu minimieren. Mit den betroffenen Grundeigentümern und Bewirtschaftern sollen einvernehmliche Regelungen – unter Mitwirkung des Bauernverbande – gefunden werden.

Pschierer und Füracker sicherten den Landwirten volle Unterstützung zu und betonten: „Unser Ziel ist es, dass sich Bayern beim Bund für wiederkehrende Entschädigungszahlungen für die Landwirte einsetzt, dafür werden wir uns stark machen.“

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht