MyMz
Anzeige

Fairtrade

Bewusstsein für faire Produkte schärfen

Die Faire Woche ist vom 12. bis 26. September in Schwandorf. In Kooperation mit dem „Zwickl“ kommen zwei Bauern aus Ecuador.
von Tabea Eppelein

Das Fairtrade-Siegel steht für gerechte Löhne. Alfred Damm präsentiert eine fair gehandelte Banane.
Das Fairtrade-Siegel steht für gerechte Löhne. Alfred Damm präsentiert eine fair gehandelte Banane.Foto: Eppelein

Schwandorf.Seit Juni 2014 ist Schwandorf „Fairtrade-Stadt“. Nach dem langen Kampf um diese Auszeichnung hat Alfred Damm, ÖDP-Stadtrat und Vorsitzender der Steuerungsgruppe Fairtrade Schwandorf, nun zum zweiten Mal etwas durchgesetzt: die Verwirklichung der deutschlandweiten „Fairen Woche“ auch in Schwandorf. „Mit Fairtrade wird Menschen eine Perspektive geboten. Es gibt mehr Chancen für sie, ein gutes Leben zu führen“, sagt er. Mit Fairtrade sollen benachteiligte Produzentenfamilien in Afrika, Asien und Lateinamerika gefördert und ihre Lebens- und Arbeitsbedingungen verbessert werden. Gemäß Bürgermeisterin Ulrike Roidl werde Fairtrade immer bedeutender: „Das Bewusstsein dafür ist wichtig.“

Da zur gleichen Zeit neben der Fairen Woche auch die „Zwickl“-Dokumentarfilmtage in Schwandorf stattfinden, wurden diese beiden Ereignisse auch miteinander verbunden.

„Fairtrade ist eine Art Widerstand“

„Die Faire Woche passt gut zu den Zwickltagen“, sagt Roidl. Alfred Damm erklärt, warum: „Das Motto der Zwickltage ist Widerstand. Und auch Fairtrade ist eine Art Widerstand: gegen das System der üblichen Vermarktung.“ Deshalb habe man sich dazu entschlossen, beides miteinander zu verknüpfen.

An der Fairen Woche beteiligen sich zahlreiche Händler in Schwandorf. Foto: Eppelein
An der Fairen Woche beteiligen sich zahlreiche Händler in Schwandorf. Foto: Eppelein

Die Filme „Food Inc.“ sowie „Krumm, gelb und fair – Bio-Bananen aus Ecuador“ werden aus diesem Grund im Rahmen der Zwickltage gezeigt. Roidl freut sich besonders darüber, dass sich auch jüngere Menschen mit Fairtrade auseinandersetzen: Zum Beispiel Miriam Wilhelm und Nicole Schaffarzik. Die beiden jungen Frauen schreiben ihre Seminararbeit an der FOS Schwandorf über das Thema „Faire Woche in Schwandorf“ (s. Interview).

Vom 12. bis 26. September werden viele Schwandorfer Kaufleute mit ihrem individuellen Fairtrade-Angebot ihren Beitrag zur Fairen Woche leisten. Das Warenhaus Globus (Am Brunnfeld 8) bewirbt fair gehandelte Produkte sowie Sonderangebote und macht Werbung zu den gezeigten Filmen. Alfred Damm dankte dem Warenhaus für den kostenlosen Druck der Plakate und Banner. Beim Hofladen Brunner (Adalbert-Brunner-Straße 31) gibt es Kuchen, Schokolade und heimische Kartoffelgerichte zu kaufen. Der Hirtenladen (Ettmannsdorfer Straße 6) bietet eine Verkostung von fair gehandelten Produkten an.

Eine südamerikanische Kleinbauerin verkauft Bananen. Foto: BanaFair
Eine südamerikanische Kleinbauerin verkauft Bananen. Foto: BanaFair

Beim Blumengeschäft Lebensgrün (Wackersdorfer Straße 56) werden fair gehandelte Rosen im Sonderangebot verkauft. Das Eiscafé De Pellegrin (Marktplatz 21) bietet Bananenschokolade und Bananensplit aus fair gehandelten Zutaten an. Auch das Reformhaus Zwick (Breite Straße/Neubäckergasse 1) ist mit von der Partie: „Wir haben Cappuccino, Bananen, Schokolade, Kosmetik und Getreide. Außerdem auch einzelne Rohstoffe, die weiterverarbeitet werden können“, stellt Elke Greifelt ihr Angebot vor.

Faire Schokolade in der Schultüte

Selbst Schulen beteiligen sich an der Fairen Woche: „Für die Schultüten der Erstklässler gibt es Fairtrade-Schokolade“, erzählt Markus Seefeld von der Grundschule Ettmannsdorf (Hammerstraße 1). Die Aktion findet dort am ersten Schultag, 15. September, um 10 Uhr statt. Beim Biomarkt (Adolph-Kolping-Platz 3) gibt es ebenfalls Fairtrade-Angebote und des Weiteren ein faires Mittagessen. Am 18. September von 15 bis 16 Uhr werden außerdem vom Biomarkt kostenlos Fairtrade-Bananen am Marktplatz verteilt.

Zwei Bananenproduzenten aus Ecuador sind im Rahmen der Zwickl-Filmtage in Schwandorf zu Gast. Foto: BanaFair
Zwei Bananenproduzenten aus Ecuador sind im Rahmen der Zwickl-Filmtage in Schwandorf zu Gast. Foto: BanaFair

Am 23. September jedoch findet der Höhepunkt der Fairen Woche statt: Die Stadt Schwandorf empfängt zwei Gäste aus Ecuador, die 40-jährige Geoconda Mendieta und den 39-jährigen Willian Justavino. Die entwicklungspolitische Non-Profit-Organisation BanaFair macht diese Begegnung möglich. Geoconda Mendieta ist für verschiedene Gemeinschaftsprojekte beim Kleinbauernverband Urocal zuständig, unter anderem für ein Programm zur Sicherung der Ernährungssouveränität. Willian Justavino produziert seit zehn Jahren Bio-Bananen und ist derzeit Vorsitzender der Produzentenvereinigung von La Libertad. Die etwa 120 Familien von Urocal bauen im Süden von Ecuador Bio-Bananen auf kleinen Flächen in Mischkultur und Agroforst-Systemen an. BanaFair und Urocal arbeiten seit über 15 Jahren partnerschaftlich zusammen. Die Südamerikaner treffen um circa 11.30 Uhr am Rathaus Schwandorf ein und werden von Oberbürgermeister Andreas Feller begrüßt. Nach einem gemeinsamen Mittagessen wird der Direktvermarkter-Hof Brunner besichtigt.

Um 15.30 Uhr wird im Rahmen der Zwickltage der Film „Food Inc.“ zu sehen sein, in dem besonders die Lebensmittelindustrie der USA kritisiert wird. Um 17.30 Uhr wird der Film „Krumm, gelb und fair –¨Bio-Bananen aus Ecuador“ gezeigt. Anschließend findet eine große Podiumsdiskussion mit den Gästen statt.

Weitere Informationen zur Arbeit von BanaFair und Urocal gibt es im Internet unter www.banafair.de

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht