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Kultur

Countdown läuft fürs „Zwickl“-Festival

Bei den 5. Schwandorfer Dokumentarfilmtagen wird diesmal eine Fotoausstellung zum Thema „Liebe“ vorgeschaltet.
Von Hubert Heinzl

„Zwickl“-Macherin Anne Schleicher
„Zwickl“-Macherin Anne Schleicher Foto: hh

Schwandorf.Anne Schleicher (28) hat viel zu tun in diesen Tagen: Am 17. September starten die 5. Dokumentarfilmtage in Schwandorf, und die Vorbereitungen laufen längst auf Hochtouren. Das Filmprogramm steht im Wesentlichen. Aber natürlich gibt es noch gefühlte hunderttausend Baustellen. Das Festival-Plakat ist noch am Werden – diesmal mit fünf verschiedenen Motiven der Berliner Künstlerin Tiziana Jill Beck. Die verschiedenen Diskussionsrunden wollen organisiert sein. Und dann gibt es auch noch ein ziemlich spezielles Projekt, das direkt mit dem zentralen Festivalmotto „Liebe“ zu tun hat.

Historische Hochzeitsfotos

Im Vorfeld hat die „Zwickl“-Macherin die Schwandorfer dazu aufgerufen, private Fotos zum Thema einzusenden. Die Resonanz war überraschend gut. Eva Maria Keil, die Leiterin des Schwandorfer Stadtmuseums, stellte aus ihrer privaten Sammlung historische Hochzeitsfotos aus den Jahren 1890 bis 1950 zur Verfügung, Privatleute stöberten in den Fotoalben ihrer Eltern und meldeten sich bei Anne Schleicher. Alte und neue Liebesbriefe und sogar Zeitungsartikel machen die Dokumentation komplett. Herausgekommen ist eine breite Mischung von Zeitzeugnissen, „die den Wandel im Verständnis von Liebe deutlich macht“, sagt Anne Schleicher. Interessant: Mit der Zeit verändert sich der Blickwinkel des Fotografen – vom fast schon dokumentarischen Ernst früher Aufnahmen bis hin zur coolen Inszenierung von heute.

„Aber es [das Thema Liebe, Anm. d. Red.] passt auch in die aktuelle politische Situation, die durch alles geprägt ist, nur nicht Liebe.“

Zwickl-Macherin Anne Schleicher

Anne Schleicher hat lange recherchiert und neun leerstehende Gebäude in der Schwandorfer Innenstadt aufgetan, in denen die Dokumente zum Thema in den nächsten Wochen auch der Öffentlichkeit präsentiert werden sollen. Die Ausstellung, zu der es einen eigenen kleinen Faltplan geben wird, dauert von Anfang September und bis zum Ende des „Zwickl“-Festivals.

„Das passt zur Zwickl-Philosophie“

Dass diesmal bei den Dokumentarfilmtagen das große Menschheitsthema Liebe in den Mittelpunkt rückt, „passt ganz gut zur Zwickl-Philosophie einer Kultur für alle. Aber es passt auch in die aktuelle politische Situation, die durch alles geprägt ist, nur nicht Liebe“, findet Anne Schleicher. Acht Dokus hat sie mit ihrem Team ausgewählt, zum Teil auch in mühsamer Recherchearbeit ausgegraben. Denn es sind Filme dabei, die in der digitalen Welt von Amazon & Co. nicht mehr vorkommen. „Das ist man gar nicht mehr gewohnt“, staunt die „Zwickl“-Macherin. Im Detail will sie das Programm noch nicht verraten. Aber natürlich geht es um die Liebe als zwischenmenschliches Gefühl, in allen ihren Spielarten. Vater und Sohn, zwei Menschen mit Down-Syndrom, eine kubanische Frau und ein deutscher Mann – das sind nur einige der Stichworte. „Wir wollen zum Nachdenken anregen. Der Zuschauer, der sich diese Filme ansieht, soll auch etwas mitnehmen“, sagt Anne Schleicher. Dazu kommen noch weitere 17 Dokumentarfilme im „regulären Programm“, also thematisch nicht festgelegt und häufig nach Anregungen aus dem „Zwickl“-Umfeld in die Playlist des Festivals aufgenommen.

Die 5. Dokumentarfilmtage

  • 17. bis 25. September

    Das 5. „Zwickl“-Festival findet vom 17. bis 25. September im ehemaligen Metropol-Kino an der Schwaigerstraße (heute Blumen Heinz) und dem Union-Kino an der Postgartenstraße statt. Karten für zwei Euro gibt es ab 24. August. Gezeigt werden 25 Dokumentarfilme, davon acht zum diesjährigen Themenblock „Liebe“. Ein eigenes Kinderprogramm in den Segmenten vier bis fünf und sechs bis sieben Jahre wird von einer fachkundigen Moderatorin begleitet.

  • Ausstellung:

    Im Vorfeld der Doku-Tage wird eine Ausstellung mit Fotografien, Liebesbriefen und anderen Zeitzeugnissen zum Thema Liebe eröffnet. Zu sehen sind die Materialien in neun leerstehenden Gebäuden in der Innenstadt. (hh)

Ausgebaut wird in diesem Jahr das Segment des Kinderfilms, das der Organisatorin besonders am Herzen liegt. Die Schulvorstellungen ergänzen heuer zwei eigene Programmschienen für die vier- und fünf-, bzw. sechs- und siebenjährigen Cineasten von morgen. Damit sie mit dem jeweils rund 90-minütigen Kurzfilmprogramm nicht alleingelassen werden, hat Anne Schleicher eigens eine Film- und Fernsehwissenschaftlerin als Moderatorin nach Schwandorf geholt. „Begleitung ist in diesem Alter wichtig“, sagt die „Zwickl“-Organisatorin, „da kann man schon die erste Auseinandersetzung mit der Medienrealität führen“.

Auch sie selbst wird in diese Rolle schlüpfen. Zum Beispiel bei einer aktuellen Runde zum Thema Stadtplanung, die beim Eröffnungsfilm „The Human Scale“ ansetzt. Dessen Anspruch „Bringing Cities to Life“ passt ja irgendwie auch zu Schwandorf.

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