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Ausbildung

Damit die Lehre nicht zum Flop wird

Die Agentur für Arbeit Schwandorf informiert über Programme zur Berufsorientierung. Schüler sollen selbst anpacken.

Kfz-Meister Egon Elgass baut mit Jugendlichen in der Kolping-Autowerkstatt einen Motor auseinander.  Foto: Stephan-Park
Kfz-Meister Egon Elgass baut mit Jugendlichen in der Kolping-Autowerkstatt einen Motor auseinander. Foto: Stephan-Park

Schwandorf.Millimeter für Millimeter arbeiten sich die Zähne einer Handsäge in ein Stück Holz, bis es entzweigeht. Kaum hat das Brett die richtige Größe, wird es wieder im Schraubstock eingespannt, und der nächste Arbeitsschritt beginnt. Geführt werden die Werkzeuge nicht von einem Schreiner oder Tischler, sondern einer Schülerin der Mittelschule Wackersdorf. Gemeinsam mit Mitschülern baut sie eine Box für Stifte und Notizzettel. Der Einsatz in der Werkstatt ist Teil einer Berufsorientierungsmaßnahme der Agentur für Arbeit im Kolping-Bildungswerk. Wie die Agentur mitteilte, erhalten die Jugendlichen dort eine Woche lang Einblick in diverse Berufe aus den Bereichen Soziales, Handel/Dienstleistungen und Technik.

Fachkundige Anleitung

Unter fachkundiger Anleitung von Meistern und Ausbildern der jeweiligen Berufssparte können sie selbst ausprobieren, wo ihre Stärken und Talente liegen. „So können sich die Mädchen und Jungen mehr Klarheit darüber verschaffen, welche Ausbildung zu ihnen passt. Die Maßnahme baut eine Brücke von der Schule in die Arbeitswelt“, betont Gerlinde Beck, Teamleiterin Berufsberatung der Agentur für Arbeit Schwandorf.

Sie betreut mit ihren Berufsberatern das Projekt. „Die Erfahrungen aus den vergangenen Jahren haben eines deutlich gemacht: Wenn die Maßnahme noch nicht existieren würde, müssten wir sie erfinden. In kurzer Zeit so viele Erfahrungen in ganz unterschiedlichen Berufen zu sammeln, ist sonst kaum möglich.“ Gerade klassische Frauen- oder Männerberufe würden selten von Angehörigen des jeweils anderen Geschlechts bei der eigenen Berufswahl in Betracht gezogen. Im Kolping-Bildungswerk schnupperten Mädchen darum auch in technische Berufe hinein und Jungen in den sozialen Bereich. So erhielten sie die Chance, ihren Horizont zu erweitern.

Praxis und Realitätsnähe

Im laufenden Schuljahr nahmen 274 Mittelschüler aus dem Landkreis, vor allem aus den siebten Klassen, an einer einwöchigen Maßnahme zur Berufsorientierung teil. Finanziert wird diese laut Mitteilung von der Agentur für Arbeit Schwandorf und dem Freistaat. Weitere 93 Mittelschüler nutzten ein zweiwöchiges Programm, gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Soziales

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Zum Austausch über die Erfahrungen mit diesen Praxis-Lehrgängen trafen sich im Kolping-Bildungswerk Renate Vettori, Direktorin des Staatlichen Schulamts für den Landkreis, Gerhard Süß, Schulleiter der Mittelschule Wackersdorf, und Vertreter der Arbeitsagentur sowie des Bildungsträgers.

„Dank der guten wirtschaftlichen Lage haben Jugendliche ausgezeichnete Chancen auf dem Ausbildungsmarkt. Doch nicht immer haben sie eine realistische Vorstellung, was sie später erwartet“, sagt Karl Ziegler, Leiter des Bildungswerks. Darum steht bei der Orientierungsmaßnahme die Praxis an oberster Stelle. Statt Schulstunden werden Arbeitstage absolviert. Jeder muss selbst Hand anlegen, wenn Holz oder Metall bearbeitet, Puppenköpfe frisiert, Tische eingedeckt oder im Modell-Laden Artikel in Regale geräumt werden. Die Schüler „arbeiten“ aber auch als Pfleger/in und Koch/Köchin.

Ausbildungsabbrüche verringern

Bei Egon Elgass lernen sie den Beruf des Kfz-Mechatronikers kennen. Unter Anleitung des Meisters zerlegen die Jugendlichen einen Motor und bauen ihn wieder zusammen. Das weckt Interesse: „Mir gefällt die Praxiswoche sehr. Ich sehe mich bestätigt, dass mir vor allem technische Berufe Spaß machen“, so Maviej Chomiczewski. Damit hat die Orientierungsmaßnahme den gewünschten Effekt erzielt. Sie trägt dazu bei, Stärken und Schwächen auf die Spur zu kommen. Die Zahl späterer Ausbildungsabbrüche verringert sich.

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