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Nachruf

Der Mann, der Schwandorf das Eis brachte

Michele De Pellegrin ist tot. Der Italiener eröffnete vor 63 Jahren die erste Eisdiele Schwandorfs an der Bahnhofstraße.
Von Hubert Heinzl

Seniorchef Michele De Pellegrin ist kürzlich im Alter von 86 Jahren verstorben. Foto: Mauro De Pellegrin
Seniorchef Michele De Pellegrin ist kürzlich im Alter von 86 Jahren verstorben. Foto: Mauro De Pellegrin

Schwandorf.Im Alter von 86 Jahren ist Michele De Pellegrin im italienischen Conegliano (Venetien) verstorben. Er bekleidete keine öffentlichen Ämter und Funktionen, und doch kannte ihn in Schwandorf lange Jahre jedes Kind. Denn er war der Mann, der das Eis nach Schwandorf brachte. Geboren in einem kleinen Dorf zwischen den Dolomiten-Riesen Pelmo und Civetta, ging er wie viele Bewohner des Val di Zoldo nach Deutschland, um dort seinen Lebensunterhalt als Eismacher zu verdienen – zunächst in Amberg, dann in der Großen Kreisstadt. Die erste Eisdiele eröffnete Michele Di Pellegrin 1956 an der Bahnhofstraße; zwei Jahre später löste Ehefrau Caterina den vorherigen Kompagnon ab. Etwa ein Dutzend Eissorten gab es in den Anfängen, die Klassiker halt. Es folgten Wechsel an den Unteren (heute H & M) und schließlich an den Oberen Marktplatz, wo 1993 am neuen Standort eröffnet wurde.

Der Herr in der Kittelschürze

Sohn Mauro übernahm zu dieser Zeit Schritt für Schritt die Verantwortung für das Eis-Geschäft. Doch Vater Michele arbeitete noch bis in die frühen 2000er Jahre mit. Wir erinnern uns an einen freundlichen älteren Herrn in der Kittelschürze, der in aller Seelenruhe Eiskugeln formt oder die Behälter austauscht. Als es gesundheitlich nicht mehr so recht ging, ist Michele mit seiner Caterina wieder in den Süden gegangen, ins Veneto, wo er auch aufgewachsen war. „Aber eigentlich hat er sich in Schwandorf mehr zuhause gefühlt als unten. Er hat sich hier wohl gefühlt, gut aufgenommen und war mit Herz und Seele an Schwandorf gebunden“, sagt Sohn Mauro De Pellegrin heute. Der beschreibt seinen Vater rückblickend so: „Sein Leben war die Arbeit. Aber wichtiger war ihm die Familie, besonders, als die Enkelkinder gekommen sind“. Die trauert jetzt vor allen anderen, aber es trauern auch alle Schwandorfer, die mit den Eis-Kreationen aus dem Hause De Pellegrin groß geworden sind.

Gottesdienst in St. Jakob

Michele De Pellegrin wurde am 25. Mai in Conegliano beigesetzt. Er hinterlässt neben seiner Ehefrau Caterina drei erwachsene Kinder und vier Enkelkinder. In Schwandorf findet zum Andenken an den Verstorbenen am Mittwoch, 19. Juni, um 18 Uhr in der Pfarrkirche St. Jakob ein Gedenkgottesdienst statt. Zuvor, um 17.30 Uhr, wird der Rosenkranz gebetet.

Zur Todesanzeige von Michele De Pellegrin.

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