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Initiative

Ein „digitales Glas Wasser“ für alle

Mit Freifunk Schwandorf soll in ganz Schwandorf freies WLAN zugänglich sein. Profitieren sollen davon alle Bürger.
Von Dietmar Zwick

Winfried Fimmers (von links) informierte sich über das Projekt Freifunk Schwandorf bei den Mitgliedern Marc Zimmerer und Peter Lang sowie Timo Schindler, 2. Vorstand der Freifunk-Initiative Regensburg.
Winfried Fimmers (von links) informierte sich über das Projekt Freifunk Schwandorf bei den Mitgliedern Marc Zimmerer und Peter Lang sowie Timo Schindler, 2. Vorstand der Freifunk-Initiative Regensburg. Foto: Zwick

Schwandorf.Anfang August dieses Jahres kamen der 2. Vorstand der Freifunkinitiative Regensburg, Timo Schindler, und die Mitglieder Marc Zimmerer sowie Peter Lang in der Hufschmiede mit weiteren Interessenten zusammen und traten erstmals über die MZ an die Öffentlichkeit heran. Nun trafen sie sich erneut in Schwandorf um über das Freifunknetz in der Großen Kreisstadt zu diskutieren. Mit ihrem ehrgeizigen Projekt wollen sie die Zukunft nach Schwandorf bringen und ein stadtweites Datennetz auf Basis von WLAN-Routern aufbauen.

Neue Knotenpunkte in der Stadt

Was hat sich in den letzten Wochen getan? Mittlerweile gibt es 140 Knoten im Raum Regensburg-Schwandorf. „In Schwandorf kamen Knotenpunkte beim TSV 1880 Schwandorf, in der Friedrich-Ebert-Straße und in der Bahnhofstraße hinzu“, sagte Schindler. Auch einige Anfragen und E-Mails seien in der Zwischenzeit eingegangen. Von Seiten der Stadt sei er angesprochen worden, ob es möglich sei, das Flüchtlingsheim in Dachelhofen mit Freifunk zu versorgen. Die Flüchtlinge könnten dann kostenlos mit ihren Familienmitgliedern in der Heimat oder Freunden kommunizieren. Als Knotenpunkt wäre das Hallenbad geeignet.

Doch seit Monaten liege der Antrag bei der Stadt Schwandorf zur rechtlichen Prüfung, monieren die Freifunker. Solange keine Entscheidung fällt, könne die Stadt Schwandorf keine Gebäude zur Verfügung stellen. Doch in Dachelhofen gebe es einen Lichtblick: Ein Kontakt will ein interessantes Gebäude zur Verfügung stellen. Schindler, Zimmerer und Lang sind ständig auf der Suche nach geeigneten Plätzen und Standorten für Freifunk-Router. Darüber hinaus will Schindler den Marktplatz mit einer Sektorantenne für Freifunk zugänglich machen und abdecken. Denn diese erreiche bei einer maximalen in Deutschland erlaubten Sendeleistung von 100 Milliwatt bis zu 1,5 Kilometer Reichweite im Freien.

Interessante Orte sind für Freifunker Cafés und Gaststätten, die als Knoten dienen könnten. Denn hier kämen viele Menschen zusammen und die Kundschaft würde davon ebenso profitieren.

Projekt geht schleppend voran

Doch das Projekt geht bislang schleppend voran. Es sei schwierig, Bürger zu finden, die einen Freifunk-Router bei sich zu Hause aufstellen wollen. Das ist verständlich, denn zum einen müssen einen Teil ihres Datenvolumens abgeben und zum anderen haben viele Leute Angst, dass Fremde ihre privaten E-Mails lesen könnten. Einige können auch mit der Technik nichts anfangen. Doch hier stehen die Initiatoren von Freifunk Schwandorf, wahre Spezialisten, mit Rat und Tat zur Seite.

Ein weiterer Punkt warum es hakt: Oft werden Falschinformationen in Sachen Freifunk weitergegeben. Dabei könnten von dem frei zugänglichen WLAN besonders Menschen profitieren, die sich keinen teuren DSL Anschluss leisten können wie Schüler, Jugendliche, Hartz IV Empfänger oder auch Flüchtlinge und Asylbewerber. Timo Schindler, Marc Zimmerer sowie Peter Lang hoffen, dass sich weitere Bürger bereit erklären sowie die Stadt Schwandorf mit einsteigt und so ein „digitales Glas Wasser, für diejenigen, die vorbeigehen, zur Verfügung stellt.“

Ein Stadtweites Datennetz

  • Was ist Freifunk?

    Das Projekt Freifunk Schwandorf baut ein stadtweites Datennetz mit WLAN-Geräten, den sogenannten Knoten, auf.

  • Offene Netzwerke

    werden miteinander verbunden. Die Nutzung ist dabei frei von Registrierung und Erfassung von Informationen.

  • Wie funktioniert Freifunk?

    Die Initiative setzt auf eine Gemeinschaft von Menschen, die dazu beitragen, dass die Idee von Freifunk wächst.

  • WLAN-Router

    mit einer speziellen Software werden zu Hause aufgestellt. Alle Geräte im Freifunk-Netzwerk kommunizieren miteinander.

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