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Schwandorf
Donnerstag, 20. September 2018 26° 1

Infrastruktur

Erste Anschlüsse schon im Oktober

Die Telekom will den eigenwirtschaftlichen DSL-Ausbau im Stadtgebiet im November abschließen. Amplus lässt sich mehr Zeit.
Von Hubert Heinzl

In der Kernstadt, wie hier an der Industriestraße, ist die Netzel-Bau GmbH aus Weiden mit Tiefbauarbeiten für die Telekom beschäftigt.
In der Kernstadt, wie hier an der Industriestraße, ist die Netzel-Bau GmbH aus Weiden mit Tiefbauarbeiten für die Telekom beschäftigt. Foto: Heinzl

Schwandorf.Autofahrer müssen sich in Schwandorf derzeit in Geduld üben. Denn seit Wochen ist die Stadt mit Baustellen übersät wie ein Flickerlteppich. Tempo 30 hier, abgefräste Fahrbahnen dort, eine Umleitung ein paar Meter weiter – doch der öffentliche Unmut hält sich in Grenzen. Denn meist baut die Deutsche Telekom, und fast immer geht es um eine bessere Auffahrt auf die Datenautobahn. Und es gibt fast nichts, was sich die Schwandorfer von Bubach bis Fronberg sehnlicher wünschen, als möglichst schnelles Internet.

Telekom investiert 1,5 Millionen

Anfang Dezember hatte die Telekom angekündigt, in absehbarer Zeit mindestens 8000 Haushalten in der Stadt Übertragungsraten von mindestens 30 und bis zu 100 MBit pro Sekunde zu verschaffen – Welten entfernt von Verbindungen, in denen sich die Informationen zum Teil noch mit unter einem Megabit durch die Kupferkabel quälen. Ausgebaut werden sollte in der Kernstadt und im Industriegebiet an der Bellstraße, in Dachelhofen, Ettmannsdorf, Krondorf und Fronberg. Rund 30 Kilometer Glasfaserkabel wollte das Unternehmen dafür in der Stadt verlegen, 1,5 Millionen Euro in den Netzausbau investieren – eigenwirtschaftlich, also auf eigene Kosten.

Gesagt, getan: Ende Mai erfolgte in Fronberg der erste Spatenstich für das Projekt. Und seither wird im Stadtgebiet und den näheren Ortsteilen gegraben und verlegt, gebaggert und gefräst. Ende November, spätestens Anfang Dezember, sollen die Verbindungen freigeschaltet werden, hat der Kommunikations-Multi versprochen. „Und bisher liegen wir voll im Zeitplan“, sagt David Hernandez von der Telekom-Niederlassung Nord aus Hamburg, der für das Projekt in Schwandorf verantwortlich ist. Dass ausgerechnet Mitarbeiter von der Waterkant in der Großen Kreisstadt tätig sind, hat einfach mit freien Planungs- und Kapazitäten in Norddeutschland zu tun, wie Hernandez berichtet. Gebaggert und gegraben wird in Schwandorf aber von der Weidener Netzel-Bau GmbH.

In Fronberg sind die Arbeiten nach Angaben von Maria Schuierer, der stellvertretenden Pressesprecherin und Breitbandbeauftragten der Stadt, inzwischen bereits abgeschlossen. „Im Oktober könnten Interessenten hier bereits ans Netz gehen“, sagt Schuierer. Aber auch in den restlichen Ortsteilen, die von der Telekom bedient werden, dürften nach Angaben eines Mitarbeiters der Weidener Firma in „drei bis vier Wochen“ die wesentlichen Baumaßnahmen abgeschlossen sein. Dann geht es nur noch darum, das Kommunikationsnetz auch wirklich zu verknüpfen.

Anderswo noch in der Warteschleife

Anderswo, in Klardorf, Bubach und Büchelkühn, verharren die künftigen User noch in der Warteschleife. Das hat für Verärgerung in der Bevölkerung gesorgt, der sich wie üblich vor allem in den Sozialen Netzwerken artikuliert. Andreas Weinmann, Stadtrat aus Klardorf und Vorsitzender der Schwandorfer SPD, hadert selbst mit der fehlenden Infrastruktur in den südlichen Ortsteilen. „Das ist schon lange ein Thema“, sagt der SPD-Stadtrat. Im Norden von Klardorf liegen die Übertragungsraten nach seinen Worten gerade einmal bei 600 Bit pro Sekunde, „und weiter südlich geht gar nichts“. Selbst eine LTE-, also Funk-Lösung stößt hier an ihre Grenzen: „Je mehr im Internet drin sind, um so schlechter wird's. Um acht Uhr abends geht oft gar nichts mehr“, weiß Weinmann aus Erfahrung.

Entsprechend groß ist die Hoffnung auf Abhilfe. Die hatte Anfang des Jahres Anbieter Amplus AG versprochen: In Bubach und Waltenhof, Klardorf und Büchelkühn will das Unternehmen bis zu 1300 Haushalten schnelles Internet verschaffen – ebenfalls auf eigene Rechnung und ohne den städtischen Haushalt damit zu belasten. Im Frühjahr wollte man eigentlich loslegen, doch bisher ist in den Ortsteilen im Stadtsüden noch nicht mit dem Bau begonnen worden. Über die Gründe für die Verzögerung gab es bis Donnerstagnachmittag vom Unternehmen keine Auskunft.

Laut Breitbandbeauftragter Maria Schuierer hat die Stadt aber „immer wieder Druck gemacht“, dass auch in Büchelkühn oder Klardorf etwas vorangeht. Mit Erfolg, wie es scheint. Mit Schreiben vom 30. August hat sich das Unternehmen aus Teisnach im Landkreis Cham dazu verpflichtet, den Anschluss an die Datenautobahn möglichst schnell herzustellen. Auch ein verbindliches Datum gibt es, informiert Maria Schuierer: „Bis zum 30. April 2017 soll die Inbetriebnahme abgeschossen sein“, so Schuierer. Bei einer Veranstaltung am Donnerstag, 29. September, wollen die Verantwortlichen von Amplus die interessierte Öffentlichkeit über das weitere Vorgehen informieren.

„Hoffe, dass wir bald durch sind“

Wo die Kommunikationsunternehmen den DSL-Ausbau nicht in eigener Regie übernommen haben, springt die Stadt Schwandorf in die Bresche, also vor allem bei kleineren Ortsteilen, Weilern und einzelnen Gehöften. Laut Maria Schuierer macht auch das öffentliche Förderverfahren Fortschritte – nach der Methode langsam, aber sicher. „Wir sind immer noch dabei, die eingegangenen Angebote zu prüfen. Aber ich hoffe, dass wir bald durch sind“, so die Breitbandbeauftragte. Sie geht davon aus, dass im Oktober der Förderantrag an die Regierung der Oberpfalz gestellt werden kann. Wenn dann der Zuwendungsbescheid vorliegt, können auch an der Schwandorfer Peripherie die Bagger anrollen.

DSL-Ausbau in Schwandorf

  • Telekom:

    Die Telekom eröffnet über 8000 Haushalten in der Kernstadt sowie in den Ortsteilen Fronberg, Krondorf, Ettmannsdorf und Dachelhofen einen möglichen Zugang zum schnellen Internet mit Übertragungsraten bis zu 100 Megabit pro Sekunde. In Fronberg sind die Arbeiten abgeschlossen, an den übrigen Standorten sollen die Verbindungen nach Angaben eines Unternehmenssprechers „spätestens Anfang Dezember freigeschaltet werden.“ Der Netzausbau der Telekom erfolgt eigenwirtschaftlich, also auf eigene Kosten und in der Erwartung auf eine Refinanzierung durch die künftigen Kunden.

  • Amplus:

    Ebenfalls einen eigenwirtschaftlichen Ausbau verfolgt die Amplus AG aus Teisnach im Landkreis Cham. Dabei geht es um bis zu 1300 Haushalte in den Stadtteilen Bubach und Waltenhof, Büchelkühn und Klardorf. Nach einer anfänglichen Verzögerung hat sich das Unternehmen verpflichtet, das schnelle Internet bis zum 30. April 2017 zur Verfügung zu stellen. Am 29. September ist für interessierte Bürger aus den genannten Ortsteilen außerdem eine Informationsveranstaltung geplant.

  • Jobst DSL:

    Im Schwandorfer Ortsteil Haselbach versorgt die Amberger Firma Jobst DSL die Bürgerinnen und Bürger per Funk mit schnellem Internet.

  • Ausbau im Förderverfahren:

    In den kleineren Ortsteilen, Weilern und Einzelgehöften will die Stadt, gefördert durch Bund und Freistaat, für den Anschluss an die Datenautobahn sorgen. Voraussichtlich im Oktober wird der Förderantrag an die Regierung der Oberpfalz gestellt. Liegt der Förderbescheid vor, können die Bagger anrollen. (hh)

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