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Garten

Frühjahrsboten sind schon bereit

Der Frühling steht vor der Tür: Aber nicht alle Pflanzen sind bereit fürs Freiland, erklärt Expertin Agnes Feuerer aus Bruck.
Von Kristina Dauerer

  • Agnes Feuerer vom Obst-und Gartenbauverein zeigt, wie man die Blumen richtig einpflanzt. Foto: Dauerer
  • Agnes Feuerer vom Obst-und Gartenbauverein zeigt, wie man Obstbäume im Frühling am besten zuschneidet. Foto: Dauerer

Schwandorf.Wenn im Frühjahr die Natur wieder langsam aus ihrem Winterschlaf erwacht und Sonnenschein die Menschen an die frische Luft lockt, dann steht auch die neue Gartensaison vor der Tür. Damit der Garten wieder auf Vordermann kommt und für die nächsten Monate gut gerüstet ist, gilt es, mit bestimmten Arbeiten die Natur daheim wieder fit für den Frühling zu machen. Agnes Feuerer, Vorsitzende des Obst-und Gartenbauvereins Bruck und geprüfte Gartenpflegerin, hat der MZ hierfür praktische Tipps und Regeln verraten, wie auch Sie in Ihrem Garten schon jetzt im März den Frühling einläuten können.

Bäume zuschneiden

Eine der ersten Aufgaben, die man in diesen Tagen bereits im Garten vornehmen kann, ist laut Agnes Feuerer das Zuschneiden der Sträucher und Bäume. Vor allem Obstbäume, die später im Sommer Kernobst wie Äpfel oder Birnen tragen, gehören sich jetzt gestutzt. Bäume mit Steinobst, wie Zwetschgen oder Kirschen, haben noch Schonfrist. Diese sollten erst mit oder nach der Ernte zurückgeschnitten werden. Wer noch plant, seine Weinranken auszulichten, sollte dies laut Agnes Feuerer so bald wie möglich erledigen. Wein gehöre am besten schon im Februar zugeschnitten, so die Expertin.

Auch der eigene Gemüsegarten kann jetzt umgegraben werden, sofern dies noch nicht im Herbst nach der letzten Saison geschehen ist. „Um den Boden für die Gemüsesorten vorzubereiten, lockert man diesen auf und gräbt ihn um. Dabei kann gleichzeitig ein geeigneter Dünger wie Düngekalk in die Erde mit eingearbeitet werden“, erläutert Feuerer. Kompost eigne sich laut der Gartenpflegerin ebenfalls bestens für Düngearbeiten. Außerdem können Hobbygärtner bereits Pflanzen wie Tomaten, Gurken oder Zucchini vorziehen, die dann später ins Beet eingepflanzt werden. „Für Gemüse im Freiland ist es definitiv noch zu früh. Was man aber jetzt schon machen kann, ist, bestimmte Gemüsesorten wie Radieschen im Gewächshaus anzubauen. Wichtig dabei ist es aber, auf Frostschutz zu achten und die Pflanzen mit ausreichend Vlies zu bedecken“, erklärt Feuerer. Apropos Gewächshaus: Hier rät die Gartenpflegerin zu einem gründlichen Frühjahrsputz. „Jetzt im Frühling ist die ideale Zeit dafür, vor dem Anbau der neuen Pflanzen den Boden auszuwechseln. Auch die Wände des Treibhauses sollten geputzt werden, damit die Sonnenstrahlen gut durchkommen und das Häuschen so erwärmen können.“

Neben dem Gemüseanbau ist auch bei den Kräutern noch etwas Geduld gefragt: „Für das Anpflanzen von Kräutern ist es derzeit noch zu früh. Der Schnittlauch wird aber voraussichtlich in den nächsten vier Wochen schon soweit sein und aus der Erde sprießen“, schätzt Feuerer.

Will man seinen Garten im Frühjahr farbenfroher gestalten und das winterliche Grau vertreiben, dann eignen sich laut Feuerer bestimmte Frühjahrsblüher wie Stiefmütterchen, Primel, Osterglocken, Krokus oder Schneeglocken für die frühe Anpflanzung im Garten. „Sehr schön ist derzeit die Christrose, auch Helleborus niger genannt. Seit Anfang Januar steht diese schon in voller Blüte“, sagt die Expertin. Auch die Zaubernuss sei für das Frühjahr und die oft noch niedrigen Temperaturen geeignet. Der Duftschneeball, der den ganzen Winter über in Blüte stand, ist hingegen mehr und mehr am Verblühen und macht Platz für die Blumen des Frühlings.

Pflanzen, die während der kalten Jahreszeit im Haus überwintert wurden, sollten laut Feuerer noch nicht ins Freie gestellt werden. „Wichtig ist es aber, den Aufbewahrungsort gut durchzulüften und abgestorbene Blüten und Blätter von den Pflanzen zu entfernen. Außerdem ist es ratsam, bei neuem Grün die eingelagerten Blumenstöcke verstärkt zu gießen und anschließend gut zu düngen.“

Geduld beim Rasen

Wer jetzt schon zum Rasenmäher greifen und die Gräser in seinem Garten stutzen will, sollte laut Feuerer allerdings noch abwarten: „Ich empfehle, den Rasen erst bei einer Länge von ungefähr sechs Zentimetern das erste mal zu mähen. Bis dahin ist aber noch Zeit.“ Nach dem ersten Schnitt könne man dann Vertikutieren und anschließend den Rasen mit speziellen Düngern behandeln.

Zum Schluss hat Agnes Feuerer noch einen Tipp für alle Hobbygärtner: „Ganz wichtig ist es aber, nichts zu überstürzen und den Garten langsam von seiner Winterpause erwachen zu lassen. Auch wenn es schon in den Fingern juckt, darf man sich nicht hinreißen lassen, zu viel zu tun. Damit schadet man oft mehr, als dass man Gutes tut.“

Wenn das Hobby zum Beruf wird

  • OGV Bruck:

    Seit 22 Jahren ist Agnes Feuerer Vorsitzende des Obst-und Gartenbauvereins Bruck. Durch den OGV bekam sie die Möglichkeit, eine Ausbildung zur geprüften Gartenpflegerin abzuschließen. Seit 14 Jahren kann sie so ihr Interesse für den Garten und die Natur auch beruflich ausleben und übernimmt in vielen Haushälten die Gartenpflege oder den Winterdienst. Ihr Wissen über die Gartenpflege hat Agnes Feuerer bereits im Rahmen einiger Vorträge präsentiert. Themen waren dabei unter anderem „Schatten im Garten – kein Problem“ oder „Blumen an Balkon und Fassade“. Außerdem bietet sie Baumschneidekurse an.

  • Baumschnitt:

    Auch jetzt im März bietet Agnes Feuerer einen Kurs an, der sich speziell mit Obstbaumschnitt beschäftigt. Der Kurs findet im Oberpfälzer Freilandmuseum in Neusath-Perschen statt. Agnes Feuerer zeigt den Teilnehmern dabei am Freitag, 13. März, und am Samstag, 14. März, die sachgemäße Schnittpflege der Obstbäume. Am Freitag von 19 bis 20.30 Uhr ist ein theoretischer Teil geplant, in dem unter anderem das richtige Werkzeug oder der passende Zeitpunkt besprochen werden . Am Samstag von neun bis 13 Uhr stehen praktische Übungen am Obstbaum an. Der Kurs findet bei jedem Wetter statt, die Gebühr beträgt neun Euro für beide Kurstage. (skd)

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