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Gesundheit

Im Frühjahr recken sich auch die Zecken

Mit der wärmeren Jahreszeit stürzen sich wieder die lästigen Blutsauger auf die Menschen. Das kann gefährlich ausgehen..
Von Magdalena Moser

Auch in diesem Jahr warnen die Experten vor Infektionskrankheiten durch Zeckenbisse.
Auch in diesem Jahr warnen die Experten vor Infektionskrankheiten durch Zeckenbisse.Foto: dpa

Schwandorf. In der lang erwarteten warmen Jahreszeit drängt es viele Menschen nach draußen in die Natur, doch dort droht Gefahr für die Gesundheit – wenn man nicht aufpasst. Jetzt im April beginnt die Zeckenzeit, die bis in den Herbst hinein andauert. „In den letzten Jahren war die Zeckenzeit oftmals fast ganzjährig. Es gab auch schon Fälle bis in den Dezember“, sagt Dr. Karola Spiegler-Denk vom Gesundheitsamt Schwandorf.

Die Krabbeltiere sind zwar klein, doch umso gefährlicher können die Krankheiten sein, die sie übertragen. Man sollte die Blutsauger nicht unterschätzen, denn bereits ein kurzer Stich reicht für eine Infektion aus.

´Frühsommer-Meningoenzephalitis, kurz FSME, ist eine Krankheit, die in schweren Fällen zu Entzündungen von Hirnhaut, Gehirn oder Rückenmark bis hinzu Lähmungen führen kann. Rund 130 Erkrankungen gibt es jährlich in Bayern.

Als Schutzmaßnahme wird eine Impfung empfohlen, die innerhalb eines Jahres dreimal durchgeführt werden sollte, um einen kompletten Schutz zu gewährleisten. Die Impfung ist gut verträglich und wird besonders Menschen ans Herz gelegt, die sich viel im Freien aufhalten.

Der Krankheitsverlauf ähnelt dem einer Grippe und beginnt oftmals mit Fieber, Kopf-und Gliederschmerzen. An FSME kann man in jedem Alter erkranken, mit zunehmendem Alter steigt jedoch auch das Risiko auf einen schweren Verlauf der Krankheit, was auch Sprachstörungen und Seitenlähmungen zur Folge haben kann.

Eine weitere Krankheit, die Zecken übertragen können, ist die Borreliose. Für diese bakterielle Erkrankung gibt es keinen Impfschutz und sie kann nur zu Beginn des Krankheitsverlaufes mit Antibiotika behandelt werden. Wenn um die Bissstellen eine Rötung auftritt, die sich langsam ausbreitet, sollte man vorsichtig sein. Diese sogenannte Wanderröte kann bereits ein erstes Anzeichen für Borreliose sein. Weitere Symptome sind Fieber sowie Muskel- und Gelenkschmerzen. Unbehandelt können Spätfolgen wie Gelenk-, Herzmuskel oder Nervenentzündungen auftreten.

Kommentar

Rechtzeitig Impfen

Auch wenn es im Moment nicht danach aussieht: Der Frühling kommt bestimmt und mit ihm auch die Zecken. Die Blutsauger sind zwar klein, doch um so größer...

Doch damit man trotzdem beruhigt seinen Waldspaziergang genießen kann, gibt es einige Tipps und Tricks, die den kleinen Spinnentieren das Leben schwerer machen. Wer helle Sachen trägt, erkennt die Quälgeister eher. Geschlossene Kleidung erschwert den Achtbeinern das Festklammern an der Haut.

Auch Anti-Zecken-Mittel können von Nutzen sein. Sie sind allerdings nur ein zeitlich begrenzter Schutz. Kommt man dann beispielsweise vom Spazierengehen oder Picknicken wieder zurück, sollte man seinen Körper gründlich nach Zecken absuchen.

„Auch seine Haustiere sollte man nach dem Spaziergang nach Zecken absuchen und diese entfernen“, meint Dr. Spiegler. Die Spinnentiere nisten sich besonders gerne an dünnen und warmen Hautstellen wie etwa unter den Kniekehlen oder am Hals ein.

Entdeckt man eine Zecke, sollte man diese möglichst schnell entfernen. Denn die Wahrscheinlichkeit, dass sie Krankheitserreger überträgt, ist umso höher, je länger die Zecke bereits angesaugt ist. „Wenn man noch nie eine Zecke entfernt hat, ist es nicht verkehrt, sich an seinen Hausarzt zu wenden“, rät Dr. Spiegler. Entfernen sollte man Zecken jedoch auf keinem Fall mit Öl oder Klebstoff, denn das erhöht oftmals sogar das Risiko, sich mit einer der Krankheiten zu infizieren. Besser man beseitigt sie mit Hilfsuntensilien wie einer Pinzette oder einer Zeckenzange mit Schlinge. Es sollte dabei aber unbedingt darauf geachtet werden, dass die Zecke vollständig, also mit dem Kopf, herausgezogen wird und dass man den Zeckenleib nicht quetscht. Auch wenn man die Zecke entfernt hat, sollte man in den Wochen danach auf sein körperliches Befinden achten und beobachten, ob eine Rötung an der Zeckenstelle auftritt. Tritt diese auf, wird dringend geraten, einen Arzt aufzusuchen.

Irrtümer über Zecken

  • Gefahr:

    „Zecken lassen sich vom Baum fallen“: Die Tiere sitzen nicht in Baumkronen, sondern in Gräsern, Sträuchern und Büschen in bis zu 1,5 m Höhe. „Immer herausdrehen“: Das Tier mit einer Zeckenzange möglichst weit vorne einkeilen und dann herausziehen. Kopf unbedingt mit herausziehen!

  • Allgegenwärtig:

    „Infektion nur in Risikogebieten“: Zecken kommen überall vor. Mit Borreliose kann man sich in ganz Deutschland infizieren. Nur die Krankheit FSME beschränkt sich auf bestimmte Gebiete. „FSME nur im Frühsommer“: Hier treten Zecken vermehrt auf, sie können aber auch im Winter vorkommen.

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