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Auszeichnung

Junge Kultur überwindet Grenzen

Der Jugend-Kulturförderpreis des Bezirks Oberpfalz geht an das Projekt „Crossing Life Lines“ des BSZ Schwandorf.
Von Christina Röttenbacher

Bezirkstagspräsident Franz Löffler (rechts) überreicht den Förderpreis an das Berufliche Schulzentrum Schwandorf. Von links: zwei Schüler, Heike Abt von „IKO“ und Werner Nagler vom Schulzentrum
Bezirkstagspräsident Franz Löffler (rechts) überreicht den Förderpreis an das Berufliche Schulzentrum Schwandorf. Von links: zwei Schüler, Heike Abt von „IKO“ und Werner Nagler vom SchulzentrumFoto: Röttenbacher

Schwandorf.Da sage noch mal einer, „die Jugend“ würde nur am Handy hängen, Apps herunterladen und „social networken“. Was in den Jugendlichen an Kreativität, sozialem und kulturellem Engagement steckt, wurde erneut bei der Verleihung des „Jugendkulturförderpreises des Bezirks Oberpfalz“ eindringlich verdeutlicht. Die drei diesjährigen Preisträger, das Berufliche Schulzentrum Oskar von Miller in Schwandorf, das Theaterprojekt der Neumarkter Abiturientin Sara Weber und das Ostbayerische Jugendorchester Chammünster zeichneten sich allesamt durch ihren integrativen, sozial übergreifenden Charakter aus.

So war die Feier zur Preisverleihung in der Spitalkirche in Schwandorf mit zahlreichen Ehrengästen aus Schule, Politik, des Bezirks Oberpfalz und des Kulturbereichs von einer ganz besonderen herzlichen Atmosphäre geprägt. Die Feierstunde, musikalisch eingeleitet von Schülern der Cabrini-Schule Offenstetten und Mitgliedern des Ostbayerischen Jugendorchesters, eröffnete Bezirkstagspräsident Franz Löffler mit der Frage, welche Bedeutung die Kultur in der heutigen Zeit, gerade für junge Menschen habe und ob die Gesellschaft Kultur noch brauche.

Kultur als Spiegelbild der Gesellschaft

Sein Fazit: „Ja, Kultur ist ein Spiegelbild der Gesellschaft, sie schafft Identität und Unverwechselbarkeit.“ Es sei im Besonderen die junge Generation, die sich nach Kultur sehne. „Den Beweis, wie Jugend heute mit Kultur umgeht sehen wir hier, bei der Verleihung des Jugendkulturförderpreises. Es ist wichtig, dass junge Kultur gezeigt und öffentlich belobigt wird“, so Löffler.

Das kulturelle Spektrum sei so groß, dass man nun überlege, die bislang einengenden Regeln der Förderpreisausschreibung zu erweitern. Löffler zeigte sich angenehm überrascht, dass in diesem Jahr ausschließlich integrative und inklusive Kulturprojekte die Preisträger seien. Bemerkenswert fand der Bezirkstagspräsident, dass „Jugendkultur nicht im Elfenbeinturm agiert, sondern sich künstlerisch vielseitig mit realen Themen wie Flucht, Leben in anderen Kulturen, Behinderung, Träume, Realität und Partnerschaften auseinandersetzt“.

Alle Preisträger
Alle Preisträger Foto: Röttenbacher

Das verdeutlichte er in seiner Laudatio zur Verleihung des Preises im Bereich „Soziokultur“ für das seit drei Jahren bestehende Projekt „Crossing Life Lines“ des Beruflichen Schulzentrum Oskar-von-Miller in Schwandorf. Löffler würdigte das Integrationsprojekt, das weit über den Spracherwerb der Schüler aus Syrien, Afghanistan, Iran, Eritrea und anderen Krisenländern hinausgeht. Die „interkulturelle Kompetenzentwicklung“ münde im Projekt „Crossing Life Lines“. Darin vereinen sich in Zusammenarbeit mit dem Kooperationsmanagement Regensburg, freien Künstlern und der finanziellen Unterstützung der „Globus-Stiftung“ Film, biografisches Schreiben und Malerei, die mit einer geschichtlichen Bildungsreise nach Berlin erweitert wurde.

Ein Projekt mit hoher Professionalität

Darüber hinaus richte sich das Projekt, so Löffler weiter, an regionale Multiplikatoren aus Betrieben, Behörden, Schulen und Vereinen. Das Projekt „Crossing Life Lines“ zeichne sich, so die Laudatio, durch hohe Professionalität in der Herangehensweise und Umsetzung aus. Es beinhalte autobiografische, kulturelle und berufliche Aspekte ebenso wie das Angekommen sein in der neuen Gesellschaft. Die von der Projektgruppe „Film“ produzierte Dokumentation der Crossing Life Lines verdeutlichte anschaulich, dass sich die kreuzenden Lebenslinien immer in einem zentralen Punkt der Gemeinschaft begegnen.

In seinem Dankeswort für den Jugendkulturförderpreis sagte Werner Nagler, der als Initiator das Integrationsprojekt Projektleiter am Beruflichen Schulzentrum Oskar-von-Miller seit drei Jahren leitet, einen beeindruckenden Satz: „Wir wollen kein Flüchtlingsprojekt, sondern ein Projekt, in dem sich die Menschen begegnen. Fremde sind Freunde, die man noch nicht kennt.“

Musikalisch untermalte Houzam Aldbayat auf der Oud, einer syrischen Laute, die Verleihung des Förderpreises an das Berufliche Schulzentrum.

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