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Kostenloses WLAN in Schwandorf

Vor dem Tourismusbüro und am Marktplatz können bald bis zu 300 Nutzer ohne Zeitbegrenzung kostenlos ins Internet.
Von Elisabeth Hirzinger

«Mit zwei WLAN-Hotspots will die Stadt Bürgern und Touristen einen besonderen Service bieten.
«Mit zwei WLAN-Hotspots will die Stadt Bürgern und Touristen einen besonderen Service bieten. Foto: dpa

Schwandorf.Viele Mobilfunkanbieter haben in der Schwandorfer Innenstadt schon WLAN-Hotspots eingerichtet und stellen dort kostenloses Internet zur Verfügung. Allerdings in der Regel zeitlich begrenzt auf 30 Minuten. Danach ist Schluss mit Internet-Telefonie, Videoschauen oder Google-Recherchen. Das soll sich bald ändern. Zeitnah will die Stadt zwei öffentliche WLAN-Hotspots einrichten, die alles bisher Gebotene toppen.

Unbegrenzten WLAN-Zugang hat man in der Stadt bisher nur über vereinzelte Freifunk-Knoten, die von Privatpersonen angeboten werden, aber auch schnell wieder weg sind, wenn diese umziehen. Eine flächendeckende Vernetzung in der Stadt, wie sie von der Freifunk-Initiative angeregt worden war, war 2015 im Stadtrat an rechtlichen Bedenken gescheitert.

Dafür hat die Stadt jetzt eine Alternative gefunden: das BayernWLAN-Programm, das vom Finanzministerium aufgelegt wurde. Das Angebot gilt für alle Kommunen in Bayern und erschien der Stadt lukrativ. Immerhin übernimmt der Freistaat bei der Ersteinrichtung von zwei WLAN-Standorten „bis zu 5000 Euro brutto“ der Kosten.

Wirtschaftsförderin Maria Schuierer, OB Andreas Feller und der EDV-Beauftagte der Stadt, Jürgen Eckert, (von links) erklären im Gespräch mit der MZ die WLASN-Initiative der Stadt. Foto: Hirzinger
Wirtschaftsförderin Maria Schuierer, OB Andreas Feller und der EDV-Beauftagte der Stadt, Jürgen Eckert, (von links) erklären im Gespräch mit der MZ die WLASN-Initiative der Stadt. Foto: Hirzinger

Für die laufenden Betriebskosten, die Oberbürgermeister Andreas Feller im Gespräch mit der MZ insgesamt auf rund 200 Euro pro Monat beziffert, muss die Stadt allerdings selbst aufkommen. Das müsse als „immerwährende Investitionsaufgabe“ fest in den Haushalt eingeplant werden.

Die zwei Hotspots, an denen sich nach Aussagen des EDV-Beauftragten der Stadt, Jürgen Eckert, rund 300 Personen gleichzeitig einwählen können, werden zentral gelegen sein und bei einer Reichweite von rund 100 Metern eine Leistung von 100 MBit pro Sekunde haben.

Standortsuche am Marktplatz

Eine Standortfrage ist bereits entschieden. Ein sogenannter „Outdoor-Hotspot“ wird beim Tourismusbüro außen angebracht. Über den zweiten Standort am Marktplatz muss noch verhandelt werden. Das Problem ist nämlich, dass dort nur ein „Indoor-Hotspot“ in Frage kommt, weil BayernWLAN für jeden Standort eine Adresse braucht, erklärt die Wirtschaftsförderin der Stadt, Maria Schuierer. Sie wird demnächst in Verhandlungen mit Hausbesitzern treten.

Für die Leiterin des Sachgebiets Wirtschaftsförderin gab es viele Gründe, die für die Einrichtung von öffentlichen Hotspots gesprochen haben. An erster Stelle nennt sie eine damit einhergehende Attraktivitätssteigerung der Innenstadt. Der Marktplatz sei das Wohnzimmer der Stadt und dort sollten alle, Bürger und Gäste der Stadt, freien und unbegrenzten Zugang zu WLAN haben.

Alle WLAN-Hotspots in der Region finden Sie auf Mittelbayerische Maps:

Andere Bereiche wie Breite Straße, Stettnerplatz oder Rathausgasse seien bereits gut mit Freifunk oder Hotspots von Mobilfunkanbietern versorgt, findet Maria Schuierer. Außerdem sei es der Stadt unbenommen, weitere Zugänge zum Internet zu schaffen. Das sieht auch der Oberbürgermeister so. Andreas Feller betrachtet die zwei Hotspots, die die Stadt bald zur Verfügung stellen wird, als „Grundstein“. Er ist überzeugt davon, dass „das wachsen und sich fortentwickeln wird“.

Wichtig war den Verantwortlichen der Stadt auch, dass BayernWLAN zentral einen Kinderschutzfilter zentral eingebaut hat, so dass Kinder, deren Eltern Zuhause den Internetzugang streng reglementiert haben, sich nicht im Rathaus verbotene Filme anschauen können. Im Übrigen ist, darauf hat Jürgen Eckert großen Wert gelegt, das Intranet der Stadtverwaltung vom städtischen WLAN-Hotspot entkoppelt. „Schon wegen der Datensicherheit“, wie OB Feller anmerkt.

Wer den kostenlosen Internetzugang nutzen wird, muss sich zeigen. Vermutlich Touristen, Gäste, die im Sommer die Cafés und Restaurants am Marktplatz bevölkern und Flüchtlinge, deren Kontakt per Handy zur Heimat bisher zeitlich begrenzt war. Ganz nebenbei kommen wahrscheinlich auch die Anlieger im Umkreis von 100 Metern um die Hotspots in den Genuss kostenlosen WLANs.

Bunt gemischte Zielgruppe

Wie das neue Angebot der Stadt angenommen wird, wie viele Personen sich in das BayernWLAN-Netz einwählen, wird kein Geheimnis bleiben. Zahlen der User und über den Verbrauch der Bandbreite kann die Stadt über das WLAN-Zentrum in Straubing erfragen. Später sollen alle Kommunen einen direkten Zugang zu den Daten bekommen.

Mit der Anmeldung für das BayernWLAN-Programm hat die Stadt auch die Aufgabe übernommen, alle in Schwandorf angesiedelten bayerischen staatlichen Behörden anzuschreiben und ihnen das WLAN-Projekt nahezulegen. Eine Resonanz gibt es bisher noch nicht, sagt Maria Schuierer.

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BayernWLAN

  • Die Initiative:

    BayernWLAN ist ein Projekt des Bayerischen Staatsministeriums für Finanzen, für Landesentwicklung und Heimat.

  • Vorteile:

    Die Hotspots, die BayernWLAN einrichtet, ermöglichen laut Anbieter „kostenfreies, sicheres, unbegrenztes und anonymes Surfen im Internet“.

  • Chancengleichheit:

    Die kostenfreien WLAN-Hotspots sorgen laut BayernWLAN zudem für „digitale Chancengleichheit für Menschen, die sich keine Mobilfunkflatrate leisten Können“.

  • Standort:

    Besonders touristische Regionen können von öffentlichen WLAN-Hotspots profitieren.

  • Vertrag:

    Die Stadt schließt mit BayernWLAN einen Rahmenvertrag, in dem der Provider die Störerhaftung übernimmt, in dem ein Jugendschutzfilter garantiert wird, ein Monitoring durch den Provider sichergestellt ist und eine Unterstützung aller WLAN-Standards garantiert sind.

  • Kosten:

    Für einen Standort werden für Installationskosten und Ortsbegehung bis zu 2500 Euro übernommen. Für zwei Standorte, wie in Schwandorf, also bis zu 5000 Euro.

  • Anteil der Stadt:

    Die Betriebskosten liegen bei rund 100 Euro pro Spot und Monat.

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