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Verbrechen

Opfer erkennt Vergewaltiger wieder

Fünf Monate nach der Vergewaltigung in der Naabuferstraße in Schwandorf nimmt die Polizei einen 38-jährigen Mann fest.
Von Gunther Lehmann und Reinhold Willfurth

Am Regensburger Hauptbahnhof klickten die Handschellen. Die Polizei nahm einen 38-Jährigen fest, der im Juni in Schwandorf eine Frau vergewaltigt haben soll.
Am Regensburger Hauptbahnhof klickten die Handschellen. Die Polizei nahm einen 38-Jährigen fest, der im Juni in Schwandorf eine Frau vergewaltigt haben soll. Symbolbild: dpa

SCHWANDORF.Fünf Monate nach der Vergewaltigung einer 20jährigen Frau in der Schwandorfer Naabuferstraße hat die Polizei einen dringend tatverdächtigen Mann festgenommen. Der 38-Jährige aus dem südlichen Landkreis sitzt seit 10. Oktober in Untersuchungshaft. Bei seiner Ergreifung spielte nach Angaben der Polizei der Zufall eine Rolle. Das Opfer erkannte demnach ihren mutmaßlichen Peiniger am Regensburger Hauptbahnhof und alarmierte dort die Polizei.

Wie die Polizei bereits am 16. und 23. Juni mitteilte, kam es in den Nachmittagsstunden des 15. Juni im Bereich der Naabuferstraße in Schwandorf zu einer Vergewaltigung. Damals war die 20-Jährige, zwischen 14 und 15 Uhr, von einem ihr unbekannten Mann angesprochen und nach dem Weg zum Marktplatz gefragt worden.

Als sie ihm diesen zeigen wollte und einige Meter mit ihm gegangen war, drückte er die junge Frau in ein angrenzendes Gebüsch und vergewaltigte sie. Den flüchtigen Täter beschrieb die junge Frau als etwa 1,70 Meter groß, 30 Jahre alt und schlank. Bekleidet war er mit einer dunkelblauen Jacke und hellblauen Jeans. Er sprach gebrochen Deutsch. Die Sachbearbeitung übernahm die Kripo Amberg.

Festnahme am Bahnhof

Vor einigen Tagen nun, nahm der Fall eine unerwartete Wendung. Am 10. Oktober gegen Mittag war die 20-Jährige im Bereich des Regensburger Hauptbahnhofes unterwegs und erkannte dort den Mann wieder. Unmittelbar danach wandte sie sich an das Bundespolizeirevier, das auf dem Gelände des Hauptbahnhofes untergebracht ist. Noch im Bereich des Bahnhofes nahmen Bundespolizisten den Mann fest.

Der 38-Jährige wurde tags darauf auf Antrag der Staatsanwaltschaft Amberg dem Ermittlungsrichter beim Amtsgericht Amberg vorgeführt. Dieser erließ Haftbefehl gegen ihn. Er wurde in eine Justizvollzugsanstalt eingeliefert. Der 38-Jährige macht bisher keine Angaben zum Sachverhalt. Ihm wurde ein Pflichtverteidiger beigestellt, der seine Rechte wahrnimmt.

Sexuelle Belästigung ungeklärt

Aufgrund der damaligen Presseveröffentlichungen meldeten sich noch zwei junge Frauen bei der Polizei. Beide gaben an, von einem ihnen Unbekannten in ähnlicher Art und Weise angesprochen und bedrängt worden zu sein. Aufgrund ihrer Gegenwehr kam es jedoch zu keinen sexuellen Übergriffen. Nach den bisher durchgeführten Ermittlungen scheidet der 38-Jährige jedoch als möglicher Täter aus. „Ihm konnten diese Taten nicht zugewiesen werden“, sagte der Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberpfalz, Stephan Hartl.

Wie Hartl auf Anfrage weiter mitteilte, war das 20-jährige Gewaltopfer am 10. Oktober mittags im Regensburger Hauptbahnhof unterwegs, als ihm auf dem Bahnhofsvorplatz sein Peiniger entgegenkam. „Er ist ihr zufällig über den Weg gelaufen“, sagte der Polizeisprecher. „Sie hat das Gesicht des Mannes sofort wiedererkannt“. Bei der Tat am helllichten Tag sei der Vergewaltiger nicht vermummt gewesen und habe auch keine Maske getragen. An der Glaubwürdigkeit der jungen Frau gebe es „zum jetzigen Zeitpunkt“ keinen Zweifel. Darüber, wie die Ermittlungen gegen den 38-Jährigen weiter geführt werden, hielt sich der Polizeisprecher bedeckt. Auch zum Ergebnis einer eventuellen DNA-Analyse wollte er sich „derzeit nicht äußern“.

DNA-Analyse

  • Treffsicher:

    Das DNA-Profil eines Individuums, das für dieses in hohem Maße charakteristisch ist, wird auch als genetischer Fingerabdruck bezeichnet. Der DNA-Beweis ist heute das erfolgreichste kriminalistische Instrument bei der Identifizierung von Tätern und der Zuordnung von Tatspuren. Die DNA wird aus Zellen gewonnen, die aus Gewebeteilen oder Sekreten, zum Beispiel Sperma, Hautzellen oder Speichel stammen.

  • Datenbank:

    In Deutschland wurde es erstmals 1988 als Beweis in einem Strafprozess vor Gericht anerkannt. Die Laboratorien der Landeskriminalämter werden bei einem Kriminalfall damit beauftragt, DNA-Analysen vorzunehmen und der polizeilichen DNA-Datenbank zu Verfügung zu stellen.

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