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Platz für 150 Menschen auf der Flucht

In der Eglseer Straße in Schwandorf soll eine Sammelunterkunft gebaut werden. Anwohner erfuhren via Flugblatt von dem Plan.
Von Reinhold Willfurth

In der neuen Unterkunft sollen bis zu 150 Menschen Zuflucht finden
In der neuen Unterkunft sollen bis zu 150 Menschen Zuflucht finden

Schwandorf.Zuwachs für die Flüchtlingsgemeinde in der Stadt: In der Eglseer Straße ist eine Sammelunterkunft für bis zu 150 Asylbewerber geplant. Auf dem Gelände des ehemaligen Autohauses Wollenschläger will die Firma Buchbinder einen Neubau errichten. Nach Schätzung von Projektleiter Klaus Götze soll das Gebäude bis Mitte 2016 bezugsfertig sein. Mieter ist die Regierung der Oberpfalz.

Die Firma Buchbinder hat bereits einschlägige Erfahrungen gesammelt: Auf ihrem Firmengelände, der ehemaligen Pfalzgrafenkaserne in Neunburg, hat sie drei Gebäude zu Flüchtlingsunterkünften umgebaut. Seit Anfang April leben hier 150 Menschen, betreut von freiwilligen Helfern und einem professionellen Team aus Unterkunftsleiter, Hausmeister und einer Sozialpädagogin. Auch hier tritt die Regierung der Oberpfalz als Mieter auf.

Die Stadtverwaltung ist bereits seit Wochen über die Pläne informiert. Er habe Oberbürgermeister Andreas Feller und den Stadtrat eingeladen, sich in der Neunburger Unterkunft umzusehen, sagte Projektleiter Götze auf Anfrage unserer Zeitung. Am vergangenen Freitag habe ein abschließendes Gespräch mit der Regierung stattgefunden. Vorher „hätte es keinen Sinn gehabt, die Öffentlichkeit zu informieren“, so Götze.

Zumindest Teile der Öffentlichkeit sind da anderer Meinung. Bürger rund um die Eglseer Straße erfuhren die Neuigkeit aus einem anonymen Flugblatt, das auf dem Spielplatz an der Gleiwitzer Straße aushing und sogleich über soziale Medien verbreitet wurde. In der Facebook-Gruppe „Du bist ein echter Schwandorfer, wenn. . .“ sind zwar kritische Kommentare gegen die geplante Unterkunft und ihre Bewohner in der Minderheit. Die Art und Weise aber, wie sich Neuigkeit verbreitete, hat hie und da Misstrauen geweckt. „Die Leute sind verunsichert, dass sie das über ein Flugblatt erfahren mussten“, sagt ein Bewohner.

Die Stadtverwaltung fühlt sich in dieser Frage nicht angesprochen. Für das Anwesen in der Egelseer Straße 7 gebe es eine Anfrage, aber noch keine Antragsunterlagen, erklärte Pressesprecher Lothar Mulzer am Dienstag kurz vor der Sitzung des Bauausschusses. „Aufgrund der Bedeutung des Themas soll der Bauausschuss als erstes die Projekte beraten. Erst danach ist die betroffene Öffentlichkeit zu beteiligen“, so Mulzer. Es könne auch nicht mit Sicherheit gesagt werden, ob das Projekt verwirklicht werde. Auch sei die Frage offen, ob der Bauausschuss Einwände erheben werde. Insoweit sei die Frage nach einer Bürgerinformation zum jetzigen Zeitpunkt „verfrüht gestellt“.

Klaus Götze hat wenig Bedenken, dass es zu Problemen zwischen Flüchtlingen und Anwohnern kommen könnte und beruft sich dabei auf seine Erfahrungen in Neunburg. Dort seien „von Anfang an“ Interesse, Spenden- und Hilfsbereitschaft der Menschen groß gewesen – überraschend für ihn: „Das hätte ich so nicht vermutet“.

Wie die Architektur der neuen Unterkunft aussieht, konnte Götze noch nicht sagen. Fest stehe nur, dass an der Eglseer Straße keine Container aufgestellt würden. Nach der erhofften Genehmigung im Bauausschuss am Dienstagnachmittag werde das „ordentlich vorbereitete“ Projekt „zügig umgesetzt“. Einen „Schnellschuss“ werde es nicht geben, versicherte Götze.

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