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Kultur

Programm mit vielen Höhepunkten

In der Kebbelvilla Schwandorf beginnt die Herbstsaison. Zum Auftakt präsentieren 29 Künstler aus Niederbayern ihre Arbeiten.
von Cornelia Lorenz

  • Anton Kirchmair ist einer der niederbayerischen Künstler, die ihre Werke bei der neuen Ausstellung im Oberpfälzer Künstlerhaus präsentieren. Foto: Lorenz
  • Die Band „The Thing“ tritt am 6. Oktober in der Kebbelvilla auf. Foto: Petra Cvelbar

Schwandorf.Das Oberpfälzer Künstlerhaus läutet die Herbstsaison ein: Mit einer großen Gemeinschaftsausstellung mit Werken von 29 niederbayerischen Künstlern startet der Veranstaltungsreigen, der für die Kulturfans in der Region wieder diverse Leckerbissen bereithält. Bei einem Pressegespräch präsentierte Andrea Lamest, die Leiterin des Künstlerhauses, am Dienstag die Höhepunkte im neuen Programm.

Dazu gehört ganz klar die Ausstellung „transfer_Niederbayern“, die am kommenden Sonntag, 21. August, um 11 Uhr eröffnet wird und bis zum 2. Oktober in der Kebbelvilla auf zwei Stockwerken zu sehen ist. Dahinter verbirgt sich eine Kooperation des Künstlerhauses mit dem Berufsverband Bildender Künstler (BBK) Niederbayern/Oberpfalz. Der Verband hat derzeit 265 Mitglieder und feiert heuer seinen 70. Geburtstag. Dieses Jubiläum soll mit einer großen Ausstellung gefeiert werden, die nun in der Schwandorfer Kebbelvilla ihre Heimat gefunden hat.

Ein breites Spektrum

Zu sehen gibt es dort Werke aus den Bereichen Malerei, Grafik, Installation, Plastik und Druckgrafik. Man haben eine repräsentative Auswahl an Werken mit einem breiten Spektrum mit nach Schwandorf gebracht, sagte Ludwig Bäuml, Vorsitzender des BBK Niederbayern/Oberpfalz. Er erinnerte auch an die Gründungszeit des Verbands. Die ersten Nachkriegsjahre seien für alle Künstler eine harte Zeit gewesen. Viele vertriebene Künstler aus Gebieten im Osten seien damals zum Verband gestoßen – und unter den Mitgliedern habe sich schnell eine große Solidarität entwickelt.

Nora Gomringer und Philipp Scholz unterhalten am Donnerstag, 8. September, ab 20 Uhr das Publikum mit ihrem Programm „Peng! Du bist tot!“ Foto: Judith Kinitz
Nora Gomringer und Philipp Scholz unterhalten am Donnerstag, 8. September, ab 20 Uhr das Publikum mit ihrem Programm „Peng! Du bist tot!“ Foto: Judith Kinitz

70 Jahre später nun haben 29 von einer Jury ausgewählte Kunstschaffende aus Niederbayern die Chance, dem Oberpfälzer Publikum ihre Arbeiten zu zeigen. Einer von ihnen ist Anton Kirchmair aus Haidmühle. Der 73-jährige Kunstpädagoge und freischaffende Künstler ist bei der Ausstellung unter anderem mit einer ungewöhnlichen Skulptur aus roten Zuckerwatte-Stäbchen vertreten. Er hat sie zu einem Gitter zusammengebaut und träumt davon, nach dem Vorbild dieses Modells ein Wohnhaus aus Holz zu bauen – einen natürlichen Rohstoff, der dafür bestens geeignet sei und in seiner Heimat aber viel zu wenig Verwendung finde.

Leichtigkeit als Ziel

Wichtig ist dem 73-Jährigen bei seinen Werken stets die Leichtigkeit. Denn je älter er werde, desto häufiger müsse er an die Nachkriegsjahre zurückdenken. Er selbst sei noch beim Heulen der Sirenen geboren, habe aber das Glück gehabt, in einem Rechtsstaat quasi im Luxus aufwachsen zu können, sagt Kirchmair. Erschreckend sei, was die Menschheit mittlerweile aus der Welt gemacht habe. Dem will der 73-Jährige mit seinen Arbeiten etwas entgegensetzen. Die Besucher der Ausstellung können sich anschauen, welche Ideen Kirchmair dazu hat.

Das Ausnahmetalente Yoyo Christen ist am 20. Oktober in Schwandorf zu Gast. Foto: Fabian Helmich
Das Ausnahmetalente Yoyo Christen ist am 20. Oktober in Schwandorf zu Gast. Foto: Fabian Helmich

Ebenfalls im Künstlerhaus zu sehen sind ausgewählte Werke von Peter Nowotny. Der 1953 in Schwäbisch Gmünd geborene Künstler ist seit 2015 Mitglied der Künstlergruppe „Paradoxa“ und lebt zurzeit in Bad Abbach. Er verwendet als Ausgangspunkt gern Bilder aus der Welt der Mode und der Medien, die Menschen dazu animieren sollen zu konsumieren. Die ursprünglichen Motive reduziert er auf schwarze Linien und macht sie damit zweidimensional. Farbornamente über den Linien vervollständigen das Bild. „Man sieht in den Spiegel – und sieht das, was man selbst erwartet“, kommentiert Nowotny.

Viele namhafte Künstler

Noch viele weitere namhafte Künstler aus Niederbayern sind bei der neuen Ausstellung in der Kebbelvilla vertreten, zum Beispiel der Steinmetz Valentin Goderbauer aus Landshut, die für ihre Skulpturen bekannte Erika Einhellinger aus Deggendorf oder der Bildhauer Alfred Kainz aus Mallersdorf. „Auch einige Neuentdeckungen sind dabei“, sagt Bäuml. Alle ausgestellten Arbeiten habe der Berufsverband zuvor unter die Lupe genommen und aus den eingegangenen Bewerbungen die besten Stücke ausgesucht.

Stefan Mickisch gibt im September in der Kebbelvilla gleich zwei Konzerte. Foto: Stefan Mickisch
Stefan Mickisch gibt im September in der Kebbelvilla gleich zwei Konzerte. Foto: Stefan Mickisch

Mit der Ausstellung „transfer_Niederbayern“ ist in der Kebbelvilla natürlich noch lange nicht Schluss (siehe Infokasten). Ende Oktober folgt auch gleich die nächste Ausstellung: Ab Sonntag, 30. Oktober, zeigt der Maler Jörg Schemmann neue Arbeiten und Werke, die noch nie öffentlich zu sehen waren. Zu seinen bekanntesten Arbeiten zählen die Kieferngemälde, die er seit 30 Jahren ständig weiterentwickelt. Im Künstlerhaus werden vor allem Acrylbilder auf Leinwand, aber auch Papierarbeiten und Zeichnungen zu sehen sein – auch eine Auswahl an Landschafts- und Pflanzengemälden, die innerhalb von vier jeweils zwei Monate langen Arbeitsaufenthalten auf der Ostseehalbinsel Fischland/Darss zwischen 2013 und 2016 entstanden sind,

Literaturfans kommen wie immer bei der Reihe „Schwandorf liest“ auf ihre Kosten. Am Dienstag, 20. September, dreht sich ab 19.30 Uhr alles um die Themen Flucht, Vertreibung und Fremdsein. „Eugen Oker – ein Oberpfälzer Phänomen“ steht am Dienstag, 11. Oktober, ab 19.30 Uhr im Mittelpunkt.

Aktuelle Nachrichten aus dem Kreis Schwandorf lesen Sie hier.

Von Jazz bis Lyrik

  • Nora Gomringer und Philipp Scholz

    unterhalten am Donnerstag, 8. September, ab 20 Uhr das Publikum mit ihrem Programm „Peng! Du bist tot!“. Scholz ist Schlagzeuger und pointiert die Silben, die Nora Gomringer rezitiert. Gemeinsam zaubern die beiden mit den verschiedensten Gedichten „fatalyrische Momente“.

  • „The Thing“

    ist eine Band aus Skandinavien, die ihren festen Platz in der zeitgenössischen Welt der Independent Music hat. Zum „Jazz in der Villa“ kommen die drei Musiker am Donnerstag, 6. Oktober, um 20 Uhr. Sie werden Vorlagen von PJ Harvey, The White Stripes und vielen anderen auf ihre ganz eigene Weise präsentieren.

  • Stefan Mickisch

    gibt im September in der Kebbelvilla gleich zwei Konzerte: Am Freitag, 23. September, präsentiert er um 20 Uhr Richard Wagners Musikdrama „Tristan und Isolde“. Am Samstag, 24. September, kann sich das Publikum um 20 Uhr auf Franz Schrekers musikalische Liebesgeschichte „Der ferne Klang“ freuen.

  • Yoyo Christen

    gab schon im Alter von acht Jahren abendfüllende Konzerte mit Werken aus Klassik, Romantik und eigenen Kompositionen. In der Kebbelvilla ist das Ausnahmetalent am Donnerstag, 20. Oktober, zu Gast. Ab 20 Uhr können sich die Zuhörer auf Werke von Mozart, Liszt und Gershwin freuen.

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