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Ausblick

Schwandorf vor wichtigen Entscheidungen

2017 soll die neue Friedrich-Ebert-Straße geplant werden. Und vielleicht zieht die Stadtbibliothek aufs Schmidtbräu-Gelände.
Von Hubert Heinzl

Auf dem Schmidtbräu-Gelände favorisiert die Stadt eine teilöffentliche Nutzung – etwa durch die Ansiedlung der Stadtbibliothek.
Auf dem Schmidtbräu-Gelände favorisiert die Stadt eine teilöffentliche Nutzung – etwa durch die Ansiedlung der Stadtbibliothek.Foto: Heinzl

Schwandorf.Fragt man Oberbürgermeister Andreas Feller in diesen Tagen nach der wichtigsten Weichenstellung in diesem Jahr, so antwortet er vielsagend: „Alle Themen sind gleich wichtig“. Aber natürlich gibt es fällige Entscheidungen, die von größerer Tragweite sind als andere. Das schnelle Internet zum Beispiel hat Auswirkungen nicht nur auf den Wirtschaftsstandort SAD, sondern inzwischen auch auf die Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger.

Es geht nicht mehr ohne – und da ist es praktisch, dass die städtische Breitbandpatin und Wirtschaftsförderin, stellvertretende Pressesprecherin Maria Schuierer, beim Gespräch im OB-Zimmer Positives zu vermelden hat. Die Telekom hat im Dezember den Zugang zur Datenautobahn für rund 11.000 Haushalte freigeschaltet, Amplus hat sich schriftlich verpflichtet, bis 30. April in Klardorf, Büchelkühn, Bubach und Waltenhof nachzuziehen – beides auf eigene Kosten. Die restlichen weißen Flecken will die Stadt mit Hilfe des Bayerischen- und des Bundesförderprogramms „so schnell wie möglich“ tilgen. Weil aus dem Fördertopf des Freistaats sogar noch Geld übrig ist, muss das gar nicht so viel kosten. Anfangs war von Millionenbeträgen die Rede – doch am Ende wird sich der Eigenanteil der Stadt bei ein paar hunderttausend Euro einpendeln. Und der OB verspricht: „Unser Anliegen lautet: Kein Haushalt ohne DSL. Und das werden wir in die Tat umsetzen“.

Beim WLAN kommt Bewegung in die Sache

Auch beim Thema WLAN kommen die Dinge in Bewegung. Die Gespräche mit dem „BayernWLAN Zentrum“ in Straubing laufen, und auch die Standortfrage soll bald geklärt werden. Mit dem Förderprogramm des Bayerischen Finanzministeriums würde die Verwaltung am liebsten zwei Hotspots bei der Tourist-Information im Pfleghofgebäude und am Unteren Marktplatz errichten. Details und Reichweiten müssen noch geprüft und mit den Behörden-Standorten abgestimmt werden, an denen der Freistaat jeweils für einen weiteren Hotspot sorgt. Auch an der Oberpfalzhalle ist laut OB Feller öffentliches W-LAN „auf jeden Fall ein Thema“. Vom Gedanken, an das Freifunk-Netz anzudocken, hat man dagegen Abstand genommen. „Das ist nicht Aufgabe der Stadt, da sind Einzelhändler und Gastronomie gefordert“, so der Oberbürgermeister. Die Umsetzung der städtischen Pläne soll „so bald wie möglich“ geschehen.

Finanzstaatssekretär Albert Füracker (2. v. re.) übergab den Breitband-Förderbescheid für den Landkreis Schwandorf, flankiert von MdB Karl Holmeier, Landrat Thomas Ebeling und MdL Alexander Flierl (von links). Foto: Archiv/Heinzl
Finanzstaatssekretär Albert Füracker (2. v. re.) übergab den Breitband-Förderbescheid für den Landkreis Schwandorf, flankiert von MdB Karl Holmeier, Landrat Thomas Ebeling und MdL Alexander Flierl (von links). Foto: Archiv/Heinzl

Zweite wichtige Baustelle in diesem Jahr wird, nach einem wochenlangen Verkehrsversuch und jahrelangen Diskussionen, die Friedrich-Ebert-Straße sein. Auch wenn die SPD sich mit ihrer Forderung durchgesetzt hat, mehrere hunderttausend Euro in den Haushalt einzustellen – nach Einschätzung Fellers dürfte in diesem Jahr wohl nicht mehr mit dem Bau begonnen werden. „Heuer sollen die Planungen und die Ausschreibungen abgeschlossen werden. Und selbst das ist noch ziemlich sportlich“, so der OB. Auch dabei dürfte es nicht ohne ausgiebige Debatten abgehen, denn Bürger und Gewerbetreibende sollen bei der Ausgestaltung der Schwandorfer Einkaufsmeile ein wichtiges Wörtchen mitreden. Das konkrete Beteiligungsverfahren sollen die beiden Stadtumbau-Experten und der neue City-Manager entwickeln.

OB: Kollision unwahrscheinlich

OB Feller geht im übrigen nicht davon aus, dass der Umbau der Friedrich-Ebert-Straße durch die Stadt und der geplante Neubau der beiden Naabbrücken durch das Staatliche Bauamt miteinander kollidieren. Bei den Brücken sind laut OB die Voruntersuchungen abgeschlossen – die Baubehörde steckt mitten in den Planungen. Vor dem Baubeginn ist noch ein förmliches Planfeststellungsverfahren erforderlich; dass es wie ursprünglich geplant schon 2018 losgeht, ist für den Oberbürgermeister also äußerst unwahrscheinlich.

Eine überraschende Entwicklung bahnt sich heuer beim Schmidtbräu-Gelände an. Wie der Oberbürgermeister auf Anfrage bestätigte, wird für die Bebauung des Areals inzwischen auch „eine teilöffentliche Nutzung“ erwogen, um Zuschüsse durch die Städtebauförderung zu erschließen. Im Gespräch sei ein Umzug der Stadtbibliothek, „als eine der Möglichkeiten“, wie der OB es formuliert. In der Stadt Fürth funktioniert das Konzept ganz gut, hier hat die Einrichtung offenbar für Frequenz gesorgt. Ganz neu ist der Gedanke nicht, denn vor nicht ganz 20 Jahren wurde schon einmal eine Umsiedlung der Bibliothek ins Pfleghofviertel diskutiert. Und mit dem Umzug der Volkshochschule in den Alten Pfleghof hat man diesen Weg auch tatsächlich schon beschritten. „Da ist der Stadt ein ganz großer Wurf gelungen, das ist eine echte Aufwertung“, schwärmt Pressesprecher Lothar Mulzer.

Die Generalsanierung der Lindenschule samt Schülerhort wird heuer in Angriff genommen. Die Sanierung kostet rund 6,5 Millionen Euro. Foto: Archiv/cb
Die Generalsanierung der Lindenschule samt Schülerhort wird heuer in Angriff genommen. Die Sanierung kostet rund 6,5 Millionen Euro. Foto: Archiv/cb

Eine langfristige Weichenstellung könnte sich heuer und in den nächsten Jahren auf dem ehemaligen Bahngelände Richtung Egelseer Straße ergeben. „Da wird ein völlig neuer Stadtteil entstehen“, sagt Oberbürgermeister Feller. Die Stadt ist mit dem Grundstückseigentümer im Gespräch, auch über die Altlastenfrage. Parallel bastelt die Verwaltung an einem „groben Konzept für die Entwicklung“, so der OB. Denn von der geplanten Bebauung hängt auch der Kaufpreis ab. Die Stadt will das Gelände „nach Möglichkeit erwerben“, sagt Feller. Aber er weiß auch, dass die Bahn das Areal „möglichst gewinnbringend veräußern“ möchte. Ob man sich am Ende einig wird, ist offen.

Vergleichbar mit der Oberpfalzhalle

Klarheit herrscht dagegen bei der größten Hochbaumaßnahme, die heuer in Angriff genommen wird: Die Generalsanierung der Lindenschule samt Schülerhort kostet rund 6,5 Millionen Euro – vergleichbar mit dem Betrag, den die Stadt zuletzt in die Oberpfalzhalle gesteckt hat. Baumaßnahme und Finanzierung sind auf drei Jahre angelegt. Die vierten Klassen finden solange Aufnahme an der Schule in Dachelhofen, der Rest kann während des Umbaus am Standort im Lindenviertel bleiben. Im Sommer sollen die Bagger anrollen.

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Projekt Gerhardingerschule

  • Beschluss:

    Der Stadtrat hat in der Jahresschlusssitzung 2016 den Grundsatzbeschluss gefasst, das sogenannte alte Krankenhausgebäude im Pfleghofviertel abzureißen und an seiner Stelle ein Gebäude für die offene Ganztagsbetreuung an der Gerhardingerschule zu errichten.

  • Neubau:

    Der Neubau muss laut OB Feller wegen der Förderfähigkeit „eine städtebaulich interessante“ Form und Raumaufteilung aufweisen, vergleichbar mit dem ursprünglichen Bauwerk.

  • Ziel:

    Die Verwaltung geht davon aus, dass in dem Gebäude über den schulischen hinaus eine Zweitnutzung möglich ist. Diese soll nach den städtebaulichen Vorgaben zum Bildungsstandort am Marktplatz und Pfleghof passen.

  • KMK-Akademie:

    Die Stadt plädiert dafür, die KMK-Musikakademie in dem Neubau als zweiten Nutzer unterzubringen. Der Stadtrat hat sich aber bisher nicht darauf festgelegt.

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