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Schwandorf
Samstag, 22. September 2018 16° 3

Beratung

Schwarzenfeld braucht Wasser

Dem Markt droht wegen der Milchwerke ein Engpass. Bürgermeister Rodde schlägt die Verbindung zu Schwandorfer Brunnen vor.
Von Hubert Heinzl

Der Markt Schwarzenfeld will in Schwandorf Wasser zukaufen.
Der Markt Schwarzenfeld will in Schwandorf Wasser zukaufen.

SCHWANDORF.Der Markt Schwarzenfeld bittet die Stadt Schwandorf um Schützenhilfe bei der Wasserversorgung. In einem Schreiben, das bereits Mitte Januar bei der Stadtverwaltung einging, richtet Manfred Rodde, der Bürgermeister der Marktgemeinde, eine entsprechende Anfrage an die Städtische Wasser- und Fernwärmeversorgung. „Zur Sicherstellung der Versorgungssicherheit“ wird darin vorgeschlagen, eine Verbindungsleitung zwischen den Schwandorfer Brunnen I und II und dem Brunnen III des Marktes Schwarzenfeld im Kreither Forst auf ihre „technische Realisierbarkeit“ zu prüfen.

Hintergrund ist der gestiegene Wasserbedarf der Privatmolkerei Bechtel GmbH, der nicht nur zu einer Entnahme von 1,3 Millionen Kubikmeter Rohwasser aus den Schwarzenfelder Brunnen führte, sondern auch zu einer Überschreitung des Kontingents, das Schwarzenfeld aus den Schwandorfer Brunnen I und II zur Verfügung gestellt wird. Kurzum: Auf lange Sicht drohen Engpässe bei der Wasserversorgung.

In der Werkausschusssitzung am Dienstag, bei der die Anfrage vorgestellt wurde, zeichnete sich prinzipiell ein Entgegenkommen der Stadträte ab. CSU-Sprecher Hans Hottner bezeichnete die interkommunale Zusammenarbeit bei der Wasserversorgung als „durchaus sinnvoll“ und sprach sich dafür aus, die Werkleitung solle die technische Realisierbarkeit des Vorschlags prüfen. Allerdings dürfe durch zusätzliche Lieferungen nicht die eigene Wasserversorgung in Mitleidenschaft gezogen werden. „Wenn eine Kommune in Schwierigkeiten gerät, dann muss man ihr auch helfen“, so Hottner wörtlich. SPD-Stadtrat Alfred Braun rief allerdings dazu auf, „sensibel mit dem Thema umzugehen“, denn Wasser sei für die Kommunen „ein hohes Gut“.

Bei der Debatte ging es aber auch um Grundsätzliches – die richtige Vorgehensweise bei entsprechenden Anfragen anderer Kommunen. Im Zusammenhang mit der inzwischen verworfenen Trinkwasserabfüllanlage bei Teublitz hatte es erhebliche Irritationen über die Informationspolitik der Stadt gegeben. Dagegen wollte sich Werkleiter Walter Zurek nun absichern und schlug dem Werkausschuss vor, künftig folgendermaßen zu verfahren: Bei Anfragen zum Thema Wasserversorgung solle zunächst die Werkleitung dier technische Realisierbarkeit prüfen und der Oberbürgermeister parallel mit Vertragsverhandlungen beginnen, wenn „Einigkeit über einen technischen Lösungsansatz besteht“. Das Ergebnis der Verhandlungen werde schließlich dem Werkausschuss und dem Stadtrat vorgelegt.

Damit aber waren die Stadträte nicht einverstanden. UW-Stadtrat Peter von der Sitt mahnte eine „bessere Informationspolitik“ und forderte, dass schon das Ergebnis der technischen Prüfung dem Ausschuss vorgelegt werde. ÖDP-Kollege Martin Brock forderte ergänzend Informationen über den Verwendungszweck des Wassers. So soll es künftig auch geschehen: Nach der Prüfung der technischen Machbarkeit, beschloss der Ausschuss einstimmig, soll in jedem Fall der Werkausschuss eingeschaltet werden. Dann wird über das weitere Vorgehen beraten.

Was die vorgeschlagene Verbindung zwischen den drei Brunnen angeht, ist Werkleiter Zurek übrigens skeptisch. Er favorisiert eine neue Trinkwasserverbindungsleitung zwischen Münchshöf und Deiselkühn. Diese, heißt es in einem Schreiben an den Schwarzenfelder Bürgermeister, „bestand schon früher, und ein Teil dieser Leitung ist auch noch vorhanden“. Die Leitung könne auch für die Stadt Schwandorf von Vorteil sein, erhöhe sie doch die Versorgungssicherheit einzelner Ortsteile. Bei einem kompletten Neubau seien etwa 900 Meter Rohr zu verlegen, für eine Rohwasserleitung rund 600 Meter, so der Werksleiter abschließend.

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