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Samstag, 21. Juli 2018 25° 8

Wettbewerb

Sieben Mädchen mit Kämpferherz

Applaus fürs Tischtennis-Team: Schwandorfer Realschülerinnen werden bei „Jugend trainiert für Olympia“ Deutscher Vizemeister.
von Cornelia Lorenz

Auf der Erfolgswelle: Die Spielerinnen der Tischtennismannschaft der Mädchenrealschule Sankt Josef freuen sich riesig über ihre Leistung. Schule
Auf der Erfolgswelle: Die Spielerinnen der Tischtennismannschaft der Mädchenrealschule Sankt Josef freuen sich riesig über ihre Leistung. SchuleFoto:

Schwandorf.Sieben Schülerinnen und ihre Trainerin haben die Mädchenrealschule Sankt Josef in helle Aufregung versetzt: Völlig überraschend hat das Tischtennis-Team um Betreuerin Stefanie Walbrun beim Wettbewerb „Jugend trainiert für Olympia“ den deutschen Vizemeistertitel geholt. Am Montagvormittag jubelte nahezu die komplette Schulfamilie den Heldinnen bei einer spontan anberaumten Zusammenkunft zu. Rektorin Marlies Hoffmann ließ sie im Kreis ihrer Mitschülerinnen hochleben und gratulierte ihnen zu ihrem „sensationellen Erfolg“.

Der kommt nicht von ungefähr: Alle sieben Mädchen sind erfahrene Vereinsspielerinnen. Franziska Brickl, Milena Burandt, Christina Niederalt und Hannah Eschenbecher spielen für die DJK Ettmannsdorf in der Bayernliga. Verstärkt werden sie von Lena Kühner (TSV Klardorf) sowie Katharina und Antonia Heigl vom TSV Stulln. Ihre Trainerin Stefanie Walbrun ist beim FC Rötz aktiv.

Ohne große Erwartungen angereist

Dennoch machte sich das Team zunächst wenig Hoffnung auf vordere Plätze und reiste relativ entspannt nach Berlin. Die Qualifikation für das Finale hatte zwar recht reibungslos geklappt, doch vor dem großen Event in der Hauptstadt mit Gymnasiasten und Realschülern aus ganz Deutschland hatten alle Mädchen großen Respekt – zumal sie ganz offensichtlich in ihrer Altersklasse der Jahrgänge 2001 bis 2004 zu den Jüngsten gehörten, wie Walbrun schnell feststellte.

In der Max-Schmeling-Halle in Berlin wurde es für das Team dann auch ernst: An die 450 Schüler kämpften dort parallel an den Platten, bejubelt und beklatscht von Familienmitgliedern und Freunden – gar nicht so leicht, bei dieser Geräuschkulisse die dringend nötige Konzentration zu bewahren.

Doch die Tatsache, dass alle Mädchen versierte Vereinsspielerinnen sind, zahlte sich aus. Jeweils mit 9:0 fegten sie als erstes das Siegerteam aus Sachsen und anschließend die aus Bremen angereiste Mannschaft von der Platte. Auch mit den Finalisten aus Niedersachsen machten die Schwandorfer Mädels kurzen Prozess und gewannen mit 6:3.

Völlig überwältigt

Damit standen sie auch schon im Viertelfinale, wo sie das Team aus Rheinland-Pfalz mit 5:1 alt aussehen ließen. Völlig überwältigt von ihrer unerwarteten Erfolgsserie zogen die Mächen ins Halbfinale ein. Hier bewiesen die Mädchen, wie viel Kampfgeist in ihnen steckt: Gegen das Team aus Baden-Württemberg ging es ganz knapp zu – und das Nesthäkchen aus dem Team, Hannah Eschenbecher, musste unter schwersten Bedingungen das entscheidende Match bestreiten. Sie hatte sich in der Nacht zuvor bei einem Sturz aus dem Bett an der Schulter verletzt und ziemliche Schmerzen, so dass sie sich mit Kühlpackungen und Schmerzgel versorgen ließ. Mit 0:2 lag sie bereits zurück, schaffte es aber noch, das Spiel zu drehen – nicht zuletzt deshalb, weil ihr ihre Trainerin einen Tipp gab, wie sie die Konter der Gegnerin durch eine andere Position an der Platte stoppen und die nächsten drei Sätze für sich entscheiden konnte. „Da hatte ich den Gedanken: Ich schaff‘ das“, erinnert sich Eschenbecher.

Im Endspiel knapp gescheitert

So ging der Sieg im Halbfinale am Ende mit 5:4 an die Schwandorfer Mädels. Nachdem sie so weit gekommen waren, schien alles möglich – doch im Finale gegen die Mannschaft aus Schleswig-Holstein fand die Glückssträhne ein jähes Ende: Mit 2:5 mussten sich die Realschülerinnen aus der Großen Kreisstadt am Ende geschlagen geben – wobei einige Spiele erst sehr knapp im fünften Satz verloren gingen. Nahezu live dabei waren Schulleiterin Hoffmann und ein Teil des Kollegiums: Sie wurden per Smartphone über die neuesten Entwicklungen in Berlin auf dem Laufenden gehalten.

Der Erfolg macht Hoffnung für künftige Wettbewerbe – und die Mädchen haben sich selbst schon einiges vorgenommen. Wenn sie in die nächste Altersklasse rutschen, wollen sie den deutschen Meistertitel holen und zur Weltmeisterschaft reisen. Ein rauschender Empfang dürfte ihnen sicher sein: Am Samstagnachmittag hatte Oberbürgermeister Andreas Feller die Mädchen am Schwandorfer Bahnhof überrascht und ihnen zu ihrem großartigen Erfolg gratuliert.

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