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Genuss

Slow Food-Fans haben Appetit auf mehr

Nach der ersten Saison ist der Regionaltisch Schwandorf fest etabliert. Im nächsten Jahr gibt es sogar ein eigenes Festival.
Von Hubert Heinzl

Im „Grünen Gut“ von Andreas Meier in Pullenried plant der „Slow Food“-Regionaltisch Schwandorf im kommenden Jahr einen Kochkurs. Bei unserem Bild ging es übrigens ums Thema Steaks.
Im „Grünen Gut“ von Andreas Meier in Pullenried plant der „Slow Food“-Regionaltisch Schwandorf im kommenden Jahr einen Kochkurs. Bei unserem Bild ging es übrigens ums Thema Steaks. Foto: Grünes Gut

Schwandorf.Nach der ersten Saison kann sich der Initiator des „Slow Food“-Stammtischs Schwandorf, zufrieden zurücklehnen. Neun Veranstaltungen hat es seit April gegeben, und „fast alle waren ausgebucht“ – vom Schlachtschüsselessen beim Brunnerhof in Richt bis zum geselligen Schmaus auf der Seerano-Terrasse am Murnersee. Etwa 40 Interessenten, schätzt Christoph Frankerl, sind im Schnitt den Einladungen gefolgt; insgesamt haben sich bisher 150 Menschen in die Gästelisten eingetragen – ein harter Kern regelmäßig, andere wieder nur sporadisch, je nach Programm.

Das hört sich nicht nach einer Massenbewegung an, ist aber deutlich mehr als beispielsweise in Cham, wo sich regelmäßig gerade einmal 15 Slow Food-Fans beim Stammtisch treffen – mehr auch als in Regensburg mit seiner ähnlich überschaubaren Zahl von „Slow Food“-Anhängern.

„Bewusst und mit Verstand genießen“

Ohnehin sind Zahlen für Frankerl nicht ausschlaggebend. Entstanden ist die „Slow Food“-Bewegung ja gerade als Reaktion auf die Massenabfertigung im modernen Imbiss- und Kantinenbetrieb, als Rückbesinnung auf Qualität, Regionalität und faire Produktion. „Bewusst und mit Verstand genießen“, das ist für Frankerl der Kern seiner Initiative. Aber natürlich freut es den Wackersdorfer trotzdem, dass soviele Gleichgesinnte auf den Geschmack gekommen sind.

Im nächsten Jahr will er den Schwandorfern denn auch ein etwas verfeinertes Menü servieren. Feste Größen im Programm bleiben die Brauereigaststätte Plank (Thema: Bier), das Seerano (Motto: Frühling) und der Brunnerhof, wo sich im Juni buchstäblich alles ums Spanferkel dreht. Aber es kommen auch neue Gaststätten dazu. Das Gasthaus Sorgenfrei in Altendorf beispielsweise, das sich nicht zuletzt durch seine Whisky-Bestände einen Namen gemacht hat. Oder die traditionsbewusste Schiessl-Tafferne in Kemnath bei Fuhrn, bei der das Programm um den Garten kreisen soll. Und Neuerungen gibt es auch. Erstmals dürfen die „Slow Food“-Jünger im Grünen Gut von Andreas Meier in Pullenried im nächsten Jahr selber den Kochlöffel schwingen. Ebenfalls Premiere hat eine zentrale Veranstaltung in der Schwandorfer Spitalkirche.

„Wir wollen noch ein bisschen mehr nach außen gehen“

Das „Heimat Food Festival“ am 5. März steht unter dem Motto „Genuss aus der Region für die Region“ und richtet sich an bis zu 150 Teilnehmer. „Wir wollen noch ein bisschen mehr nach außen gehen“, beschreibt Frankerl die Zielrichtung der Veranstaltung. Erwartet werden auch Mitglieder befreundeter Regionaltische aus den benachbarten Landkreisen. In lockerer Atmosphäre sollen lokale Gastronomen und regionale Erzeuger vorstellen, was sie so auf der Pfanne haben – unter anderem an fünf „Live Cooking“-Stationen, aber auch beim Büffet. Viel soll es nicht kosten: Mit ein paar der Drei-Euro-Chips, die bei der Veranstaltung ausgegeben werden, kann sich jeder ein Menü nach eigenem Gusto zusammenstellen.

Auch für die Zukunft hat der Wackersdorfer noch jede Menge Ideen in der Schublade. Die Monatstreffen als Rückgrat des „Slow Food“-Stammtischs Schwandorf will er natürlich beibehalten. Aber er denkt auch schon laut darüber nach, einmal buchstäblich über den Tellerrand zu blicken – durch Exkursionen etwa ins benachbarte Kallmünz oder gleich ins Piemont, wo der „Slow Food“-Gedanke 1986 entstanden ist. Das Segment der Kochkurse ließe sich ausbauen, eine Vernetzung von Kunden, Produzenten und Gastronomie wird angestrebt. „Schön wäre es auch, wenn möglichst viele Betriebe ein „Slow Food“-Gericht auf der Speisekarte hätten“, sagt er.

Aber gut Ding will Weile haben. Um die Leute auf den Geschmack zu bringen, braucht es Zeit und Beharrlichkeit, weiß Christoph Frankerl. Beides ist mit dem „Slow Food“-Gedanken innigst verbunden. Nicht umsonst ist das Logo der Bewegung – eine Weinbergschnecke.

Die nächsten Veranstaltungen

  • 20. Januar 2016:

    Gasthaus Sorgenfrei, Altendorf; Thema: Whisky (ab 19 Uhr; maximal 33 Personen);

  • 18. Februar 2016:

    Brauereigaststätte Plank, Wiefelsdorf; Thema: Bier (ab 19 Uhr; maximal 55 Personen);

  • 5. März 2016:

    Heimat Food Festival, Spitalkirche; Thema: „Genuss aus der Region für die Region“ (ab 18 Uhr; maximal 150 Personen);

  • 10. März 2016:

    Seerano, Murnersee; Thema: „Der Frühling steht vor der Tür“ (ab 19 Uhr, maximal 60 Teilnehmer);

  • 8. April 2016:

    Kochkurs im „Grünen Gut“, Pullenried; Thema: Kräuter (ab 19 Uhr; maximal 50 Personen);

  • 19. Mai 2016:

    Schiessl-Taffern, Kemnath bei Fuhrn, Thema: Im Garten (ab 19 Uhr; maximal 50 Personen);

  • 16. Juni 2016:

    Brunnerhof, Richt; Thema: Spanferkel (ab 19 Uhr; maximal 35 Personen).

  • Anmeldung:

    Christoph Frankerl, Tel. (01 75) 4 05 14 09 oder cfrankerl@gmx.de.

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