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Innenstadt

SPD will die Stadt „zur Naab öffnen“

Mit einer Bewerbung um die Landesgartenschau 2022 möchte die SPD-Fraktion die Stadtentwicklung in Schwandorf vorantreiben.
Von Elisabeth Hirzinger

  • Ulrike Roidl und Manfred Schüller haben viele Ideen, die im Rahmen einer Landesgartenschau verwirklicht werden könnten. Foto: Hirzinger
  • Das Schlachthofgelände ist im Besitz der Stadt und steht seit Jahren leer. An diesem Standort könnte sich die SPD auch ein Stadthotel vorstellen. Foto: Hirzinger
  • Eine Inwertsetzung des Stadtparks ist längst beschlossene Sache. Es fehlt nur noch an der Umsetzung. Foto: Hirzinger
  • Statt des für 150.000 Euro renovierten Kiosk hätten sich Roidl und Schüller ein Stadtparkcafe gewünscht. Foto: Hirzinger
  • Die SPD-Fraktion schlägt vor, auch die Schuierermühle in das Konzept für die Landesgartenschau einzubeziehen. Foto: Heinzl

Schwandorf.Anläufe, die Landesgartenschau nach Schwandorf zu holen, gab es schon einige. Noch in der Amtszeit von Oberbürgermeister Hans Kraus hatte der Stadtrat 2001 einen einstimmigen Grundsatzbeschluss gefasst. Gemeinsam mit dem Landschaftsarchitekten Werner Röth aus Amberg wurden die Bewerbungsunterlagen erarbeitet.

Die Planer konzentrierten sich damals auf die Flächen südlich der Bahnlinie, die Schrebergärten „Am Wellnhofer Weiher“, die Steinerwiesen und den FC-Platz. Sie wollten unter anderem die „Naabufer wiederbeleben“, einen Grünzug von Ettmannsdorf zur Altstadt schaffen und den Lokschuppen sanieren.

Doch die Gesellschaft zur Förderung der Bayerischen Landesgartenschauen erteilte der Stadt eine Absage. Den Zuschlag erhielt Rosenheim. 2006 stand das Thema wieder auf der Tagesordnung. Eine erneute Bewerbung mit den alten Unterlagen wurde jedoch verworfen, auch weil viele Flächen nicht mehr zur Verfügung standen. Zum Scheitern verurteilt war auch der Vorstoß der SPD-Fraktion 2008. Der Antrag auf eine Bewerbung für die Landesgartenschau 2016 wurde, wie sich Manfred Schüller erinnert, „nicht mal mehr im Ausschuss behandelt“.

SPD beantragt erneute Bewerbung

Jetzt unternimmt die SPD-Stadtratsfraktion einen erneuten Anlauf, um die Landesgartenschau nach Schwandorf zu holen. Die treibenden Kräfte sind zweite Bürgermeisterin Ulrike Roidl und Manfred Schüller. Sie rechnen sich dieses Mal gute Chancen aus, weil die Stadt erstmals die Gelegenheit hat, Flächen der Bahn zu kaufen.

Kommentar

Chance nutzen

Eine Gartenschau wäre d i e Chance für Schwandorf. Mit einem Projekt in dieser Größenordnung könnten endlich all die Vorhaben realisiert werden, die bisher,...

Ulrike Roidl und ihr Stadtratskollege Manfred Schüller stehen vor dem ehemaligen Lokschuppen und lassen ihrer Phantasie freien Lauf. Vor dem geistigen Auge des Zuhörers entsteht auf dem verwilderten Bahngrundstück ein Kulturzentrum, umgeben von viel Grün, daneben Park&Ride-Parkplätze, und an der engsten Stelle führt ein verglaster Tunnel über die Gleise, mit Aufzügen und Rolltreppen, die zu den Bahnsteigen führen, „so wie in Regensburg“, sagt Roidl, die natürlich weiß, dass das alles ein finanzieller Gewaltakt wäre.

Der alte Lokschuppen würde sich als Kulturzentrum anbieten, finden die SPD-Stadträte. Foto: Hirzinger
Der alte Lokschuppen würde sich als Kulturzentrum anbieten, finden die SPD-Stadträte. Foto: Hirzinger

Aber, so argumentiert Ulrike Roidl, erstens wolle die Stadt das Grundstück sowieso erwerben, zweitens gebe es für die Schaffung der Anlagen, die dauerhaft genutzt werden können, Zuschüsse. Manfred Schüller und Ulrike Roidl würden auch die Egelseer Straße mit mehr Grün aufwerten und schöner gestalten.

Die SPD-Stadträte haben „viele Bausteine zu einem großen Ganzen“ zusammengefügt. Dazu gehört auch der ehemalige Schlachthof. Die Bürgermeisterin könnte sich hier eine Gründerwerkstatt oder ein Stadthotel vorstellen, möchte aber die Bürger in die Ideenfindung mit einbeziehen.

Die SPD-Fraktion regt auch eine neue Nutzung des ehemaligen Schlachthofs an. Foto: Hirzinger
Die SPD-Fraktion regt auch eine neue Nutzung des ehemaligen Schlachthofs an. Foto: Hirzinger

Manfred Schüller zeichnet den Weg vom Schlachthof weiter und rückt dabei den Stadtpark in den Fokus, der ja, wie schon vor Jahren beschlossen, aufgewertet und belebt werden soll. Die SPD hat auch die Idee vom Stadtstrand nicht vergessen und deshalb bereits den Antrag gestellt, im Haushalt Gelder für Ver- und Entsorgungsleitungen einzustellen.

Mehr Zugänge zum Stadtpark

Ulrike Roidl schwärmt davon, „die Stadt zur Naab hin zu öffnen“. Ihr schweben gleich mehrere zusätzliche Zugänge zum Stadtpark vor, einen über eine kleine Fußgängerbrücke vom THW zur Südspitze, einen weiteren auf Höhe des Kolpingplatzes. Auch ein neues Beleuchtungskonzept ist für sie ein Muss. „Schade, dass aus dem Stadtparkcafé nichts geworden ist“, seufzt Manfred Schüller, das wäre aus seiner Sicht ein echter Gewinn für den Stadtpark gewesen.

Nur wenige Meter ist die Südspitze des Stadtparks vom gegenüberliegenden THW-Gelände entfernt. An dieser Stelle könnten sich Ulrike Roidl und Manfred Schüller eine Fußgängerbrücke zum Park vorstellen. Foto: Hirzinger
Nur wenige Meter ist die Südspitze des Stadtparks vom gegenüberliegenden THW-Gelände entfernt. An dieser Stelle könnten sich Ulrike Roidl und Manfred Schüller eine Fußgängerbrücke zum Park vorstellen. Foto: Hirzinger

Aber der Zug ist abgefahren. Noch alle Möglichkeiten offen sind dagegen bei der Schuierermühle. Wenn die Verwaltung dort erstmal alle wasserrechtlichen Fragen gelöst hat, wären nach Überzeugung von Roidl und Schüller alle Wege für neue Nutzungen offen.

Die beiden haben noch eine weitere Vision, die gar nicht so unrealistisch ist: Sie wollen die Behelfsbrücke, die im Zuge des Ausbaus der Naabbrücken notwendig wird, für Fußgänger erhalten und damit wiederum eine Brücke von der Schuierermühle zur Altstadt schlagen.

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Konzept der Landesgartenschau

  • Als Standort

    für Landesgartenschauen kommen in erster Linie Städte in Betracht, die im Landesentwicklungsprogramm als Oberzentren oder mögliche Oberzentren ausgewiesen sind, was für Schwandorf nicht zutrifft.

  • Gartenschauen

    sind mittlerweile zu hochkomplexen städtebaulichen, sozialen und ökonomischen Instrumenten der Stadtentwicklung geworden. Sie fördern den Tourismus, erhöhen die Lebensqualität und verbessern das Image.

  • Auf Dauer

    verändern Gartenschauen „die Gesichter der Stadt und hinterlassen Bürgern Rückzugs- und Freizeitflächen, die die Lebensqualität spürbar steigern“. Außerdem werde, so die Gesellschaft, das soziale Engagement der Bürger gestärkt.

  • Träger der Veranstaltung

    ist die jeweilige Stadt. Veranstalter sind die Stadt und die Gesellschaft zur Förderung der Bayerischen Landesgartenschauen gemeinsam. In der Regel wird ein offener Wettbewerb ausgelobt.

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