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Baukunst

Studienreise für Architektouristen

Der „Architekt(o)urbus“ rollt wieder zu beispielhaften Neu- und Umbauten in der Region – eine Inspiration für Bauherren.
Von Reinhold Willfurth

  • Zwei Bauherren aus zwei unterschiedlichen Branchen auf einem Grundstück Foto: Architekturzirkel
  • Auch die Innenräume gestalteten die Architekten beim Neubau der Praxisräume Mertins in Pfreimd. Foto: Architekturzirkel

Schwandorf. Manchmal muss man Architektur erklären, manchmal erklärt sie sich von selbst. Die seltene Möglichkeit, beides zu erleben, bietet sich am 9. Mai: Dann startet zum neunten Mal der „Architekt(o)urbus“ zu einer Rundreise durch den Landkreis mit interessanten Neubauten und sanierten Gebäuden. Mitglieder des Architekturzirkels Schwandorf erläutern moderne Baukunst anhand von fünf Beispielen.

Zweite Bürgermeisterin Ulrike Roidl räumte bei der Präsentation des Programms am Freitag ein, dass es bei manchem Bauwerk durchaus Erklärungsbedarf geben könne. Die neue Kinderkrippe im Schwandorfer Pfleghof (Büro Beer, Weiden) sei ein Beispiel dafür. Die „wilden Spekulationen“ um den Mauerring verdeckten die Tatsache, „wie schön das Gebäude im Inneren geworden ist“. Die bisherige Resonanz – zwei Busse mit je 60 Personen waren bislang unterwegs – zeige, wie wichtig das Thema Baukunst genommen werde.

Nicht immer sei es leicht, Bauherren, vor allem private, zu finden, die bereit wären, ihre Häuser zur Besichtigung freizugeben, sagte Siegfried Knipl vom Architekturzirkel. Das sei auch unter anderem der Grund, warum die Tour in den vergangenen beiden Jahren habe ausfallen müssen.

Auch die neue Kinderkrippe bei der Stadtpfarrkirche Schwandorf wird besichtigt. Foto: Architekturzirkel
Auch die neue Kinderkrippe bei der Stadtpfarrkirche Schwandorf wird besichtigt. Foto: Architekturzirkel

Heuer aber können die Architekten wieder Objekte aus verschiedenen Sparten präsentieren. Nach dem Auftakt im Schwandorfer Pfleghof geht die Reise nach Schwarzenfeld. Dort hatte das Büro Knipl und Pracht die schwierige Aufgabe zu bewältigen, zwei Bauherren aus zwei unterschiedlichen Branchen auf einem Grundstück zufriedenzustellen und das Doppelgebäude nebenbei noch ansprechend zu gestalten. Das Ergebnis kann sich sehen lassen, auch wenn sich die Bauzeit insgesamt eineinhalb Jahre hingezogen habe, so Knipl.

Beispiel für gelungene energetische Sanierung: Das Wohnhaus der Familie Messerer in Pfreimd
Beispiel für gelungene energetische Sanierung: Das Wohnhaus der Familie Messerer in Pfreimd Foto: Architekturzirkel

Weiter geht es nach Pfreimd, wo gleich zwei Objekte auf die Besucher warten, beide gestaltet von Architekt Konrad Kraus, Nabburg. Das Wohnhaus der Familie Messerer zeigt, was man aus einem sanierungsbedürftigen Gebäude aus dem Jahr 1959 machen kann. „Das Haus wurde energetisch saniert und ein Wintergarten angebaut“, erläuterte Sabina Sommerer vom Architekturzirkel. „Und der Architekt hat auch die Innenräume mitgestaltet“ – eine Rarität in der Branche, in der der Architekt meist nur die Hülle konstruiere. Zweite Station in Pfreimd ist der Umbau eines Altstadthauses zu einer Praxis für Kieferorthopädie, die – ungewöhnlich für eine Arztpraxis – über drei Etagen geht. Hier eine Wohlfühlatmosphäre zu schaffen sei angesichts der nicht immer schmerzfreien Behandlungen dort eine der wichtigsten Aufgaben gewesen, sagt Sommerer.

Das neue Museumsdepot im Freilandmuseum Foto: Architekturzirkel
Das neue Museumsdepot im Freilandmuseum Foto: Architekturzirkel

Letzte Station der Architekt(o)ur ist der Neubau des Museumsdepots in Neusath-Perschen (Büro Zunner, Amberg), ein moderner, großer Bau, der sich dezent in die Museumslandschaft einfügt.

Mit der Exkursion zu den spannenden Neu- und Umbauten im Landkreis wolle man zum Nachdenken darüber anregen, „vernünftig zu bauen“, so Sabina Sommerer. Und das heißt für sie: Einen Architekt mit der Planung zu beauftragen, lohne sich in jedem Fall. Zehn bis zwölf Prozent der Bausumme müsse ein Bauherr für die Arbeit des Architekten veranschlagen, sagt Mitveranstalter Alfred Popp. Dafür könne der Bauherr nicht nur erwarten, ein durchdachtes Gebäude geplant und betreut zu bekommen. „Wir holen das Architektenhonorar durch kluge Planung für den Bauherren wieder herein“, verspricht Popp. Insofern hoffe er sich durch die Exkursion am 9. Mai einen „erzieherischen Effekt“.

Die Tour der Baumeister

  • Facetten:

    Zum neunten Mal rollen am Samstag, 9. Mai, zwei Busse zu interessanten Objekten moderner Architektur. Veranstalter sind der Architekturzirkel Schwandorf in Zusammenarbeit mit dem Bund Deutscher Architekten (BDA) und der Stadt Schwandorf. Rund 120 Teilnehmer werden für die Tour erwartet. Start ist um 13 Uhr auf dem Volksfestplatz. Verschiedene Sparten und Felder der Architektur werden beleuchtet. Der Planungsweg und die Entwicklung des Objektes stehen bei den einzelnen Bauvorhaben im Fokus. Auch die städtebauliche Planung, die Art der Kooperation mit den Bauherren oder die Haustechnik wird von den Architekten erläutert. Fragen nach Konstruktion, Kosten und Bauweisen werden erläutert.

  • Zielpublikum:

    Die Tour klingt auf dem Tanzboden im Schwandorfer Pfleghof aus. Hier können die Teilnehmer nochmals bei einem Glas Wein ihre Eindrücke mit Bauherren und Architekten besprechen. Angesprochen sind alle an Architektur Interessierte sowie (künftige) Bauherren, die ein Haus sanieren oder bauen wollen. Eine spezielle Einladung geht an Stadträte und Entscheidungsträger in Stadt- und Gemeindeverwaltungen.

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