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Dokumentarfilmtage

„Zwickl“: Alles dreht sich um die Liebe

Die Schwandorfer „Zwickl“-Festival erlebt im Herbst die fünfte Auflage. Das frühere Union-Kino wird zur zweiten Spielstätte.
Von Hubert Heinzl

Initiatorin Anne Schleicher und Frederik Hohrath, Betreiber des Schwandorfer Kinos, arbeiten beim 5. „Zwickl“-Festival zusammen.
Initiatorin Anne Schleicher und Frederik Hohrath, Betreiber des Schwandorfer Kinos, arbeiten beim 5. „Zwickl“-Festival zusammen. Foto: Heinzl

Schwandorf.Mit seiner fünften Auflage besinnt sich „Zwickl“ wieder auf seine Wurzeln. Auch beim kleinen Jubiläum schlägt das Herz des Festivals im ehemaligen Metropol-Kino, bei Blumen Heinz, wo die Besitzer für die Schwandorfer Dokumentarfilmtage vom 17. bis 25. September wieder ihren Laden ausräumen werden. Doch als zweite Spielstätte kommt in diesem Jahr jener Schauplatz hinzu, wo im Jahr 2012 alles begann – das frühere Union-Kino an der Postgartenstraße, in dem seit Februar wieder aktuelle Filme vorgeführt werden. Die Initiative ging von Betreiber Frederik Hohrath aus, und Anne Schleicher sagte gerne zu, zumal sich im Schwandorfer Kino auch 35-Millimeter-Filme zeigen lassen.

Ein harter Kern von Filmfans

Auch darüber hinaus hat sich die 28-Jährige einiges einfallen lassen, um auch „Zwickl“ Numero fünf so unverwechselbar zu machen wie seine Vorgänger. Das fängt schon bei dem Festivalthema an – „Liebe“, das klingt schon mal ziemlich vielversprechend. Der Vorschlag wurde im vergangenen Jahr gleich von mehreren Mitstreitern an die „Zwickl“-Macherin herangetragen, und Anne Schleicher stimmte zu. Anders als noch in den Anfängen, verlässt sie sich inzwischen auf einen harten Kern von Dokumentarfilm-Fans, die sie nicht nur bei der Organisation unterstützen, sondern zunehmend auch bei der Programmgestaltung mitreden. Aber auch Anregungen von älteren Schwandorfern hat es schon gegeben, und das ist ganz im Sinne der Initiatorin: „Zwickl ist immer auch ein Bürgerfestival gewesen“.

„Jeden Sonntag ist offene Filmsichtung bei mir. Mein Wohnzimmer ist groß.“

Zwickl-Macherin Anne Schleicher

Zur Zeit läuft bei der Vorbereitung der Schwandorfer Dokumentarfilmtage die heiße Phase. „Jeden Sonntag ist offene Filmsichtung bei mir. Mein Wohnzimmer ist groß“, erzählt Anne Schleicher. Bis spätestens Ende Juli soll das offizielle Programm stehen. Gut 20 Dokumentarfilme wird es beim fünften „Zwickl“-Festival zu sehen geben. Das letzte Wort bei der Auswahl hat Anne Schleicher. Nachdem die 28-Jährige ihr Studium der Theater-, Film- und Medienwissenschaften in Wien nun abgeschlossen hat, ist sie in ihre Heimatstadt Schwandorf zurückgekehrt. Sie arbeitet nebenher, aber ab März und spätestens drei Monate vor Beginn der Schwandorfer Dokumentarfilmtage „ist Zwickl-Zeit“, wie sie das nennt.

Kulturamtsleiterin Susanne Lehnfeld (rechts): Die Stadt gibt Zuschüsse. Foto: Heinzl/Archiv
Kulturamtsleiterin Susanne Lehnfeld (rechts): Die Stadt gibt Zuschüsse. Foto: Heinzl/Archiv

Wenn Anne Schleicher das „Zwickl“ als „kleines Underground-Festival“ bezeichnet, steckt schon ein bisschen Understatement drin. Für die Stadt Schwandorf und ihr Image ist das Festival-Flair unbezahlbar, weshalb das Kulturamt „Zwickl“ Jahr für Jahr mit einem durchaus namhaften Betrag unterstützt. Dazu kommen Sponsoren, mit denen „das Ganze steht und fällt“. Und ein Heer von freiwilligen Helfern, die in der heißen Phase mit anpacken – Bekannte, Mitglieder des Schwandorfer Jugendbeirats, Freiwillige. Sie alle tragen dazu bei, dass sich „Zwickl“ auch überregional inzwischen einen Namen gemacht hat.

Besucher bis aus Hannover

Die Besucher kommen inzwischen nicht nur aus dem näheren Umkreis, sondern auch schon mal aus Nürnberg, aus dem Schwäbischen oder sogar Hannover nach Schwandorf. Die Besucherzahlen sind stetig angestiegen. Und, was Anne Schleicher besonders freut, selbst die Plakate machen von sich reden. Ein Grafik-Team aus Wien begleitet das Festival seit seinen Anfängen, „sie haben das Gesicht von Zwickl gestaltet“, formuliert es die Initiatorin. Im vergangenen Jahr wurde dieser Einsatz ganz offiziell gewürdigt: Denn der „100 beste Plakate e. V.“ hat den Entwurf unter 3000 Einsendungen in die Endauswahl übernommen. Jetzt reist das „Zwickl“-Plakat 2015 mit einer Wanderausstellung quer durch die Republik.

5. „Zwickl“-Festival

  • Termin und Ort:

    Die 5. Schwandorfer Dokumentarfilmtage, so der offizielle Titel, finden vom 17. bis 25. September statt. Zentrum des Festivals sind die Räume von Blumen Heinz (ehemals Metropol-Kino) an der Schwaigerstraße 2. Weiterer Spielort ist das Schwandorfer Kino an der Postgartenstraße.

  • Eintritt:

    Der Eintritt zu den einzelnen Dokumentarfilmen kostet wie immer zwei Euro, daher auch der Name des Filmfestivals.

  • Karten:

    Eintrittskarten gibt es ab 24. August im Schwandorfer Tourismusbüro an der Kirchengasse 1, während der Festivalwoche auch direkt an der Abendkasse (solange der Vorrat reicht).

  • Altersgruppen:

    Die Filme richten sich grundsätzlich an alle Altersgruppen. Vorgesehen sind allerdings auch ein eigenes Kinderprogramm und ein Kinotag für Senioren.

  • Besucher:

    Zu den bisherigen Dokumentarfilmtagen kamen jeweils über 2000, zuletzt 2700 zahlende Besucher. Das Budget liegt inzwischen bei rund 20 000 Euro und wird durch städtische Zuschüsse, Sponsoren und die Besuchereinnahmen getragen.

  • Helfer und Unterstützer gesucht:

    Auch für die 5. Schwandorfer Dokumentarfilmtage werden Helfer und Unterstützer gesucht – ehrenamtliche Mitarbeiter, Sponsoren oder aber auch Betriebe, die Handwerksleistungen erbringen können. Interessenten melden sich bei Anne Schleicher per E-Mail: mail@2wickl.de.

  • Infos im Internet

    gibt es unter www.2wickl.de . (hh)

Anne Schleicher weiß natürlich, dass in der Dokumentarfilm-Idee noch Potenzial steckt. Das Festival könnte noch größer werden, mehr Filme zeigen. Aber solche Überlegungen stehen bei der „Zwickl“-Initiatorin nicht im Vordergrund. „Ich arbeite nicht auf Gedeih und Verderb daran, dass mehr Besucher kommen. Wir wollen uns selber treu bleiben“, sagt die 28-Jährige. Und deshalb wird es bei den Dokumentarfilmtagen immer auch Filme geben, „die nur Minderheiten interessieren“. Mit einem Hang zum „Intellektuellenkino“ hat das nichts zu tun, denn Anne Schleicher will mit dem Festival alle Menschen, auch alle Altersgruppen, ansprechen. So wird es diesmal wieder ein Kinderprogramm geben, und auch an die Senioren unter den Cineasten hat die „Zwickl“-Macherin gedacht. Es kommt eben auf die Mischung an.

Kultur ist Kommunikation

Auch am Grundgedanken der Dokumentarfilmtage hat sich nichts geändert: Das „Zwickl“-Festival will vor allem sozial sein. Sozial und für jedermann erschwinglich sind schon die Eintrittspreise. Sozial ist aber auch die Vorstellung, dass sich durch Kultur ein Gespräch ergibt, Kommunikation.

Zum Festivalmotto „Liebe“ hat Anne Schleicher übrigens noch eine charmante Idee: Sie bittet, ihr Bilder zum Thema per E-Mail zuzuschicken – mit der Erlaubnis, sie im öffentlichen Raum zu zeigen. Was genau die 28-Jährige vorhat, will sie noch nicht verraten. Der Phantasie der Einsender sind nach ihren Worten aber keine Grenzen gesetzt. „Das können Hochzeitsfotos sein oder auch Bilder von einem Zungenkuss“, sagt die „Zwickl“-Macherin.

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