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Marktrat

Milchwerke bauen eine eigene Kläranlage

Das Projekt wurde mit großer Mehrheit bewilligt. Ob sich die neue Anlage auf die Abwassergebühren auswirkt, ist noch offenen.

Die Fenster des Rathauses werden nach einem Beschluss des Marktrates heuer noch gegen neue Energiesparfenster ausgetauscht.
Die Fenster des Rathauses werden nach einem Beschluss des Marktrates heuer noch gegen neue Energiesparfenster ausgetauscht.Foto: sxu

Schwarzenfeld.In einer öffentlichen Sitzung des Marktrates hat Bürgermeister Manfred Rodde über den Bauantrag der Firma Albflor Umwelt-Servicetechnik auf Errichtung einer Betriebskläranlage für die Milchwerke in der Gemarkung Frotzersricht in unmittelbarer Nachbarschaft der gemeindlichen Kläranlage unterrichtet.

Rodde verwies auf Eckdaten der geplanten Anlage mit einer Flotationshalle mit einer Grundfläche von rund 929 Quadratmetern, einem Verteilspeicherbecken, vier SRB-Becken, einem Ablaufspeicherbecken und einem 225 Quadratmeter großen Betriebsgebäude. Das gesamte Gelände umfasst etwa 11 000 Quadratmeter und wird, um den Hochwasserschutzes zu gewährleisten, um rund einen Meter aufgefüllt.

In der neuen Abwasserbeseitigungsanlage sollen laut Manfred Rodde künftig „bis zu acht Mitarbeiter“ beschäftigt werden. Die Zufahrt zur Klaranlage ist über die Gemeindeverbindungsstraße Deiselkühn-Irrenlohe geplant, die Abwasserentsorgung und Wasserversorgung des Sozialtrakes erfolgt über die gemeindlichen Einrichtungen.

Bürgermeister Rodde verwies auf den Beschluss des Marktrats vom Mai 2015, in dem die Bereitschaft des Marktes zur Befreiung der Milchwerke vom Anschlusszwang für die Betriebsabwässer signalisiert wurde. Nun müsse man mit dem Unternehmen Regelungen zur Auflösung der bestehenden Sondervereinbarung, zum Gestattungsvertrag für die Zuleitungen und zur Sondernutzung für den Ausbau der Zufahrtsstraße treffen.

Die von den Milchwerken beauftragten Planer, Dipl.-Ing. Frank Dahlendorf (Aqua Consult) und Frederik Thomas (Huber Architekten) standen dem Marktrat nach Roddes Ausführungen Rede und Antwort.

Manfred Bäumler fragte nach der Route für den Zufahrtsweg zur geplanten Betriebskläranlage, Manfred Müller erkundigte sich nach der Hochwassersicherheit und Sonja Laußer nach einer möglichen Geruchsbelästigung, die durch die Anlage entstehen könne. Dem Bauvorhaben wurde dann mit großer Mehrheit (drei Gegenstimmen) das gemeindliche Einvernehmen erteilt.

In einer früheren Sitzung hatte Bürgermeister Rodde die Möglichkeit einer deutlichen Gebührenerhöhung für die Schwarzenfelder Haushalte nicht ausgeschlossen, wenn die Milchwerke nicht mehr in die gemeindliche Kläranlage einleiten. Nach dem „Ja“ des Marktrates für eine Betriebskläranlage könnte es damit zu höheren Abwasserabgaben kommen.

Im weiteren Sitzungsverlauf wurde einstimmig beschlossen, den Bebauungsplan „Sondergebiet Sportzentrum“ im Bereich der Flurnummern 596 und 600/4 im vereinfachten Verfahren zu ändern. Hintergrund ist, dass dort ein Vereinsheim und Garagen errichtet werden sollen. Es lägen bereits Anfragen des Sportangelvereins und des Gartenbauvereins vor, gab Bürgermeister Rodde bekannt.

Ebenfalls einstimmig wurde beschlossen, die Fenster im Rathaus zu erneuern. Die Maßnahme umfasst 40 Fenster und Türen mit einer Gesamtfläche von 270 Quadratmetern sowie vier Lichtbänder, die Erneuerung der Fassadenelemente in der Bücherei und im Eingangsbereich sowie die Erneuerung der Außenjalousien. Rodde bezifferte die Kosten für diese Maßnahme auf 425 000 Euro plus weitere 25 000 Euro für Gerüst, Trockenbau und Elektroarbeiten. Die Erneuerung der Verglasung in den beiden Sitzungssälen wird, wie Rodde informierte, zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen.

Für den Bereich der Kindergartenbeförderung legte der Marktrat fest, dass der monatliche Elternanteil für eine einfache Fahrt für die weiter entfernten Ortsteile (ehemalige Gemeinde Sonnenried) 20 Euro betragen soll. Für Hin- und Rückfahrt müssen die Eltern unverändert 35 Euro pro Monat berappen.

Bürgermeister Manfred Rodde gab bekannt, dass man durch die Umstellung auf energiesparende Straßenbeleuchtung im vergangenen Jahr bereits weniger als die Hälfte an Strom verbraucht habe als in den Vorjahren. Er informierte auch über das Ergebnis des Auswahlverfahrens für integrierte räumliche Entwicklungsmaßnahmen, über den Abriss eines alten Hauses und den Neubau eines Mehrfamilienhauses in der Schlossstraße.

Rodde ging auch auf den Ersatzneubau einer ‚380 KV-Freileitung ein, von dem auch der Markt betroffen sei. Der Bürgermeister verwies in dem Zusammenhang auch auf eine öffentliche Informationsveranstaltung am 30. Juni um 18 Uhr in der Oberpfalzhalle Schwandorf, bei der alle Trassenvarianten vorgestellt werden.(sxu)

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