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Schicksal

Aus Liebe bis ans andere Ende der Welt

Sabine Searles zog aus Dieterskirchen für ihren Kapitän nach Neuseeland. Dort vermisst sie vor allem eins: deutsches Brot.
Von Roland Thäder

Sabine Searles, geborene Beckmann, und ihr Ehemann Francis chauffieren in Neuseeland Touristen mit Booten durch Buchten und zu einsamen Inseln und zeigen ihnen die Schönheiten der Natur. Dabei befördern sie auch die Post und alles, was die Menschen auf den Inseln zum Leben brauchen. Foto: Searles
Sabine Searles, geborene Beckmann, und ihr Ehemann Francis chauffieren in Neuseeland Touristen mit Booten durch Buchten und zu einsamen Inseln und zeigen ihnen die Schönheiten der Natur. Dabei befördern sie auch die Post und alles, was die Menschen auf den Inseln zum Leben brauchen. Foto: Searles

Schwarzhofen. Aus Dieterskirchen zog es Sabine Searles hinaus in die Welt. Damals hieß sie noch Beckmann. Zunächst studierte sie in Glasgow, ehe sie vor rund zehn Jahren die Liebe ihres Lebens in Australien fand. Sie heiratete den Kapitän Francis Searles. Derzeit sind die beiden auf Heimaturlaub.

Das Abenteurer-Gen hat Sabine von ihrer Mutter Margret geerbt. Foto: ro
Das Abenteurer-Gen hat Sabine von ihrer Mutter Margret geerbt. Foto: ro

Er zeigt Touristen, welche Schönheiten das Meer und die Natur zu bieten haben. Mittlerweile tun sie das gemeinsam im Hauraki Gulf in Neuseeland. Dort kann man ganzjährig vom Tourismus leben. Die Tochter von Margret Beckmann hat schon viel erlebt, die gelernte Altenpflegerin studierte Umweltwissenschaften in Schottland, bekämpfte giftige Spinnen in Australien und arbeitete für das neuseeländische Landwirtschaftsministerium. Gegenwärtig lässt sie sich zur Steuerberaterin ausbilden. Buchhalterin ist sie schon.

Abenteurertum liegt ihr im Blut

Sabine und Francis Searles auf „Heimaturlaub“ in Schwarzhofen. Vor ihnen liegen Mitbringsel, wie ein original australisches Didgeridoo und eine Flöte von den pazifischen Inseln. Foto: ro
Sabine und Francis Searles auf „Heimaturlaub“ in Schwarzhofen. Vor ihnen liegen Mitbringsel, wie ein original australisches Didgeridoo und eine Flöte von den pazifischen Inseln. Foto: ro

Während ihr Francis die Touristen durch Buchten, Fjorde und zu den mehr als 50 Inseln vulkanischen Ursprungs im Golf schippert, ist Sabine im Management der Firma beschäftigt. Der Arbeitstag beginnt um 8 Uhr und endet gegen 18.30, im Sommer an fünf Tagen, dafür im Winter nur an drei Tagen. Derzeit ist das Ehepaar auf „Heimaturlaub“. Trotz der atemberaubend schönen neuseeländischen Landschaft, in der sie lebt, gibt es etwas, was sie vermisst: das deutsche Brot.

Leben in paradiesischer Umgebung

  • Leben:

    Sabine und Francis Searles leben in Leigh auf der Nordinsel Neuseelands nördlich von Auckland. Sie arbeiten in der Hauptsaison zwischen 50 und 60 Stunden die Woche. Die Einkommenssteuer beträgt lediglich 17 Prozent. Drei Prozent des Einkommens wird für eine Art Einheitsrente an die Rentenkasse einbezahlt. Man muss fürs Alter zusätzlich privat vorsorgen, sagen Sabine und Francis.

  • Landschaft:

    Der Hauraki-Golf umfasst mehr als eine Million Hektar glasklares Meer. Die Insel Waiheke wird wegen ihrer zahlreichen preisgekrönten Weingüter auch als „Insel des Weins“ bezeichnet. Gemeinsam mit der Great-Barrier-Insel gehört sie zu den größten Inseln im Hauraki-Golf. Die anderen Inseln des Golfs sind unter anderem Naturschutzgebiete und vulkanische Inseln.

Die Abenteuerlust hat sie von ihrer Mutter geerbt. Die bald 82-Jährige lebt heute in Schwarzhofen. Aber bereits als 17-Jährige machte sie sich auf dem Moped auf in die Schweiz und überquerte dort den Furka Pass auf damals noch unbefestigten Wegen und den St. Gotthard Pass. Was heute selbstverständlich klingt, war vor 65 Jahren ein Abenteuer. „Für eine junge Frau war dies damals eigentlich unmöglich. Aber ich habe meinen Kopf durchgesetzt“, erklärt Margret Beckmann.

Diese Tasche aus Bast wird von den Ureinwohnern Neuseelands gefertigt, den Maori. Foto: ro
Diese Tasche aus Bast wird von den Ureinwohnern Neuseelands gefertigt, den Maori. Foto: ro

Aber auch Francis liegt das Reisen im Blut. Seine Mutter stammt aus Deutschland und hat beim Sprachenstudium in England ihren Mann kennengelernt, einen Australier. Ende der 70er Jahre lebte Francis ein Jahr in Deutschland und lernte bei einer Fahrradtour an der Nordseeküste, bei der er völlig durchnässt wurde, den „Friesengeist“ schätzen. Ein Fläschchen davon wird am Ende der Deutschlandtour im Gepäck den langen Weg nach Neuseeland antreten. Dann geht es wieder auf einem 24-Stundenflug via Singapur zurück ans andere Ende der Welt.

Sehen Sie im Video sieben Dinge, die man vor einer Reise nach Neuseeland wissen sollte:

Ehrenamtlich Strände säubern

Mit dem Kajak fahren, gehört zu den Hobbys von Sabine und Francis Searles. Foto: Searles
Mit dem Kajak fahren, gehört zu den Hobbys von Sabine und Francis Searles. Foto: Searles

Zuvor gibt es bei Cuxhaven noch ein Familientreffen mit seiner Mutter, zwei seiner Brüder und der Familie Beckmann. An Bayern schätzt Francis die Lebensart. Auch wenn es hier ein wenig steifer zugeht als in Down Under, sagt er: Australier und Bayern haben einen sehr ähnlichen Humor. Überhaupt sei das Verhältnis zwischen Australiern und Neuseeländern in etwa so, wie das zwischen Bayern und Österreichern – allerdings mit dem Unterschied, dass seine Heimat Perth in Australien und Auckland auf der Nordinsel Neuseelands etwa sieben Flugstunden trennen.

In ihrer Freizeit segelt das Ehepaar gern, paddelt mit dem Kajak oder wandert. Für seine fantastischen Wanderrouten ist das Land weltweit bekannt. Darüber hinaus befreien sie ehrenamtlich Strände von Plastikmüll. Vor dieser weltweiten Vermüllung der Meere mit Flaschen, Strohhalmen und anderem, ist auch Neuseeland nicht gefeit. Aller landschaftlichen Schönheit und Vollbeschäftigung zum Trotz: Eine Insel der Seligen ist auch Neuseeland nicht.

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