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Politik

Der Kindergarten-Ausbau wird teurer

Der Schwarzhofener Marktrat hat in einer Mammutsitzung für die Zukunft bedeutende Beschlüsse gefasst, die erneut Geld kosten.
Von Ralf Gohlke

Der Entwurf durch das Further Architekturbüro hat die vorhandene Fläche optimal genutzt. Foto: Büro Wild und Wilnhammer
Der Entwurf durch das Further Architekturbüro hat die vorhandene Fläche optimal genutzt. Foto: Büro Wild und Wilnhammer

Schwarzhofen.Die Hoffnung des Marktes Schwarzhofen, sein Defizit an Betreuungsplätzen mit dem Ausbau des Dachgeschosses des Schwarzachtal-Kindergartens kostengünstig auffangen zu können, hat sich in Luft aufgelöst. Stattdessen steht jetzt ein Um- und Anbau auf der Agenda, dessen geschätzte Kosten derzeit bei rund 1,7 Millionen Euro liegen. Abzüglich der hohen Förderung aus verschiedenen Programmen werden voraussichtlich rund 500 000 Euro beim Markt „hängen bleiben“. Um aber überhaupt an die Förderung in der geplanten Höhe zu kommen, muss der Förderantrag, inklusive genehmigten Bauantrags, bis Anfang August bei der Regierung der Oberpfalz vorliegen.

„Es bleibt uns nichts anderes übrig, als dem vorgesehenen Raumordnungsprogramm für Kindertagesstätten zu folgen, ansonsten gibt es überhaupt keine Förderung“, stellte Bürgermeister Maximilian Beer zum Tagesordnungspunkt fest. Die Details vermittelten im Weiteren die Architekten Thomas Wilnhammer und Michael Baltes vom Büro Wild&Wilnhammer in Furth im Wald. Sie stellten zunächst fest, dass die Planung bereits mit den zuständigen Förderstellen erörtert worden sei. Dabei habe sich zum Beispiel ergeben, dass eine Unterbringung von Krippenkindern grundsätzlich nur in Erdgeschossen zulässig sei.

Die Treppen sind zu schmal

Der Entwurf durch das Further Architekturbüro hat die vorhandene Fläche optimal genutzt. Foto: Büro Wild und Wilnhammer
Der Entwurf durch das Further Architekturbüro hat die vorhandene Fläche optimal genutzt. Foto: Büro Wild und Wilnhammer

Im Bestand des Kindergartens wurden zudem Raumgrößen und -nutzungen festgestellt, die schon nicht mehr den Vorgaben entsprächen. Dazu gehörten unter anderem die Treppe im Inneren und die Fluchttreppe im Außenbereich, die zu schmal seien. Nachdem der Umbau erst vor wenigen Jahren erfolgt war, ließ Beer seinem Unmut über diese, schon wieder geänderten Bestimmungen, freien Lauf.

Als Lösung schlug das Architektenteam einen flachen Anbau an der jetzigen Frontseite vor, der allen Bestimmungen gerecht würde. Von der Gestaltung zeigten sich die Markträte sehr angetan; lediglich das geplante Flachdach, das allerdings eine Zwei-Grad-Neigung erhalten würde, sorgte für reichlich Diskussionsstoff. Letztendlich sprach Max Beer den Planern ein großes Kompliment aus. „Sie haben aus der Not eine wunderschöne Tugend gemacht“, sagte er und unterstrich, dass es dem Markt wichtig sei, in die Kinder und damit in die Zukunft zu investieren, um eine junge Gemeinde zu bleiben. Einstimmig wurde das weitere Vorgehen gebilligt, einschließlich der Bedarfsanerkennung.

Haushalt-Eckdaten

  • Verwaltungshaushalt:

    2 753 450 Euro (Einnahmen und Ausgaben)

  • Vermögenshaushalt:

    1 045 150 Euro

  • Kreditaufnahmen:

    Sie sind für 2019 nicht geplant.

  • Gemeindesteuer:

    Die Hebesätze der Grundsteuer A und B sowie der Gewerbesteuer bleiben bei 350 von Hundert.

Einen weiteren Schwerpunkt der Sitzung bildeten, nach einem Rückblick auf die Zahlen aus dem Vorjahr, die Beschlüsse zum Investitionsprogramm bis 2022 und dem Haushalt für das laufende Rechnungsjahr. Dessen Volumen wird insgesamt 3 798 600 Euro betragen. Trotz einiger geplanter Investitionen werde, laut Beer, keine Kreditaufnahme zur Finanzierung des Vermögenshaushaltes erforderlich. Mit einer voraussichtlichen Zuführung von 263 300 Euro vom Verwaltungs- an den Vermögenshaushalt werde die Pflichtzuführung erneut deutlich überschritten. Der Schuldenstand werde zum Jahresende bei rund 1,9 Millionen Euro liegen, was einer Pro-Kopf-Verschuldung von 1381,22 Euro, bei 1425 Einwohnern, entsprechen werde.

Mitbestimmung

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Vorhaben käme zu teuer

Wegen einer deutlichen Überschreitung der Kostenschätzung von über 40 Prozent, sah sich der Marktgemeinderat genötigt, die bereits erfolgte Ausschreibung zur Sanierung des Krimlinger Weges und der Bodenäckerstraße aufzuheben. Das Gebot des einzigen Anbieters in Höhe von über 1,5 Millionen Euro, sei schlicht nicht finanzierbar. Jetzt soll die Maßnahme bis Ende September neu ausgeschrieben und die Fertigstellung bis 2020 verschoben werden.

Keine Einwände hatten die Markträte gegen die Aufnahme von rund zehn Hektar Waldflächen in das Verfahrensgebiet zur Flurneuordnung von Denglarn. Auch die vier eingereichten Bauvorhaben passierten die Genehmigungshürde ohne große Diskussionen. Eine Gegenstimme gab es nur für den Antrag des Marktes an die Verkehrsbehörde beim Landratsamt, für vier Änderungen zur Parkzeitregelung in der Ortsdurchfahrt. Dabei ging es um die Aufhebung und Neubestimmung von Zeitbeschränkungen.

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