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Wirtschaft

Gerd Müller will Patenschaften fördern

Der Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung besuchte die Firma MMM in Stadlern
Von Ralf Gohlke

MMM-Geschäftsführer Michael Geutler, Prokurist Peter Semmler und  MdB Karl Holmeier begleiteten unter anderen Bundesminister Dr. Gerd Müller (2. von links) im MMM-Werk in Stadlern.
MMM-Geschäftsführer Michael Geutler, Prokurist Peter Semmler und MdB Karl Holmeier begleiteten unter anderen Bundesminister Dr. Gerd Müller (2. von links) im MMM-Werk in Stadlern. Foto: R. Gohlke

Stadlern.Die Lieferadresse „Rabat-Marokko“ auf einem Bauteil eines Sterilisators fiel dem Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung Dr. Gerd Müller bei seinem Rundgang durch die Fertigungshallen der Münchner Medizin Mechanik (MMM) sofort ins Auge. Auf Einladung des Bundestagsabgeordneten Karl Holmeier stattete er am Donnerstag dem Unternehmen einen persönlichen Besuch ab. Dabei erinnerte er sich mit einem Augenzwinkern zunächst daran, dass er einmal von Franz Josef Strauß nach Amberg „strafverersetzt“ wurde, seinerzeit als Mitarbeiter eines „Arbeitsstabes Mittlere Oberpfalz“ um die Auswirkungen der Pleite der Maxhütte und das Aus für die WAA-Wackersdorf aufzuarbeiten.

Den hohen Gast empfing der alleinige Gesellschafter Michael Koller zusammen mit Geschäftsführer Michael Geutler und Thomas Wüst, Vorsitzender 2002 gegründeten Global Partners Bayern e.V. . Koller stellte zunächst das Unternehmen kurz vor, das seit vier Jahren Marktführer auf europäischer Ebene für viele Bereiche der Hygiene in medizinischen Bereichen ist und sich inzwischen auch in Afrika engagiert. Nicht der Verkauf einzelner Geräte liege im Fokus der MMM-Group, sondern das Gesamtpaket, von der Lieferung bis zur Mitarbeiterschulung der Nutzer. Anhand des Beispiels des Unternehmensengagements in Nigeria verdeutlichte Michael Koller das Bestreben, sich zusammen mit Partnern dort einbringen zu wollen.

Der Minister sah sich hier genau in seinem Fachgebiet. „Viele bringen unser Ministerium mit dem alten Begriff der Entwicklungshilfe in Verbindung“, bedauert er. Inzwischen baue es Brücken zwischen Unternehmen und „schwierigen Ländern“. Was dort gebraucht werde, sei das hier verfügbare Wissen und die Technik. „Ernährung, Bildung und Gesundheit sind genau die drei Bereiche, in denen wir tätig werden müssen“, betonte er. Von dieser Zusammenarbeit würde auch die Oberpfalz profitierten.

Dr. Gerd Müller outete sich als Fan von Patenschaften, die er sich sogar auf kommunaler Ebene vorstellen konnte. Es fehle in Afrika an Infrastruktur. In Vorbereitung seien Klinikpatenschaften. So konnte er sich vorstellen, dass junge deutsche Ärzte an Kliniken in Afrika Erfahrungen sammeln könnten.

Er ließen keinen Zweifel daran, dass Afrika ein „absoluter Wachstumsmarkt“ sei. „Mit dem, was sie tun, sind sie uns schon voraus“, wandte er sich an Michael Koller und versprach Nachfolge-Gespräche im Ministerium. Einig war sich der Minister mit Geschäftsführer Michael Geutler, dass Vorlaufzeiten von drei bis fünf Jahren für ähnliche Projekte mittelständischer Unternehmen keine Option seien. Der hatte sich zudem eine Entbürokratisierung von Ausschreibungsverfahren gewünscht.

Medical Center Yola, Nigeria

  • Krankenhaus:

    Auf einem 12 000 Quadratmeter großen Areal hat die MMM-Group von 2010 bis 2013 in drei Bauabschnitten ein 100 Bettenhospital mit vier OPs sowie Diagnoseeinrichtungen mit CT und MRT zusammen mit Partnern eingerichtet, einschließlich diverser Gebäudesanierungen ( rund 1600 m²) und Neubauten (3000 m²).

  • Übersicht der Leistungen:

    Architektur Planung, Statik und Baukonstruktion, Beschaffung, Installation und Service der Baumaterialien und kompletten Medizintechnik, sowie Gestellung von Ärzten und Pflegern für 36 Monate, Ausbildung, Schulung und Support für Krankenschwestern, Ärzte und Techniker, Ersatzteile für ein Jahr

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