MyMz
Anzeige

Kirche

Die Pfarrei Premberg investiert kräftig

Das neue Pfarr- und Jugendheim kostet 720 000 Euro und soll im Mai eröffnet werden. Auch neue Urnengräber werden angelegt.
Von Werner Artmann

  • Auf Besichtigungstour waren Kirchenpfleger Albert Schlüter (Mitte), Pfarrer Pater Joy (links) und Pfarrgemeinderatssprecher Andreas Vogl: Im Hintergrund das neue Pfarr- und Jugendheim. Fotos: Artmann
  • In der Pfarrkirche Premberg wird auch, ebenso wie in Münchshofen, die Lautsprecheranlage erneuert. Foto: bat
  • Auf dieser Fläche vor dem großen Herrgottkreuz im Friedhof Premberg entstehen Erd-Urnengräber. Foto: bat

Premberg.Große Pläne für das neue Kirchenjahr 2017 hat die Pfarrei Premberg-Münchshofen. Durch Baumaßnahmen beim Bau eines Pfarr- und Jugendheimes, bei der Erstellung einer Urnengräberanlage im Friedhof Premberg, bei der Neugestaltung einer Friedhofsfläche vor dem Leichenhaus und im Natursteinfriedhof sowie bei der Erneuerung der Lautsprecheranlagen im Friedhof bzw. in den beiden Kirchen wird kräftig investiert. Die Einweihung und Übergabe des neuen Pfarr- und Jugendheimes ist im Mai dieses Jahres geplant.

Die Kirchenverwaltung Premberg-Münchshofen, mit Kirchenpfleger Albert Schlüter und Pfarrer Pater Joy an der Spitze, hat in ihrer Sitzung kurz vor dem Jahreswechsel ein großes Maßnahmenpaket für die Pfarrei beschlossen. Darunter ist auch ein langgehegter Wunsch der Pfarrangehörigen, im pfarreieigenen Friedhof in Premberg auch Urnengräber zur Verfügung zu stellen. Das größte Bauprojekt, der Neubau eines Pfarr- und Jugendzentrums in Premberg, läuft derzeit auf Hochtouren, wobei das Richtfest bereits gefeiert werden konnte. Wenn alles nach Plan läuft, kann das auf rund 720 000 Euro veranschlagte Projekt im Mai seiner Bestimmung übergeben werden.

„Wurde bisher schon ein Urnengrab in bestehenden Lücken bei der Gräber-Reihengrabanlage angeboten, so ist der Ruf nach einer Bestattungsmöglichkeit in einem Erdurnensammelgrab immer lauter geworden Dem wird jetzt Rechnung getragen“, stellte Schlüter fest. Was die Gestaltung betrifft, hat man sich einstimmig für das Modell im Katholischen Waldfriedhof in Maxhütte-Haidhof entschieden. Man kam in der Kirchenverwaltung überein, dass diese Friedhofsanlage in Premberg am besten passe und sich umsetzen lasse. Angelegt wird die neue Urnen-Gräberanlage im neuen Friedhofsteil hinter dem Leichenhaus, auf der Grünfläche von dem großen „Herrgottkreuz“.

Eine weitere Baumaßnahme ist im Friedhof in der Gräberanlage vor dem Leichenhaus vorgesehen. So wird die dort befindliche, große Buchenhecke ersatzlos entfernt, gleichzeitig die Rasenfläche um die Gräber mit Kieselsplitt, analog der Friedhofsanlage um die Kirche herum, ersetzt. Eine ähnliche Neugestaltung der Friedhofsfläche im Natursteinfriedhof hinter dem Leichenhaus steht ebenfalls in der Planungsphase. Als Termin für den Abschluss dieser Maßnahmen auf dem Friedhof habe man sich den Fertigstellungstermin des Pfarrheimneubaus vorgenommen.

An Kosten für die geplante Teilsanierung des Friedhofes Premberg sind rund 10 000 Euro eingeplant. Die neue Urnengräberanlage für die Pfarrei wird sich kostenneutral darstellen, da die erforderlichen Steinmetzarbeiten inklusive Granitplatteneinfassungen anteilig auf die Urnengrabkosten umgelegt werden.

Eine weitere Investition ist der Ankauf einer neuen Beschallungs- bzw. Lautsprecheranlage für den gesamten Friedhof. Mit vier neuen Lautsprechern rund um die Kirche sowie zwei weiteren Lautsprechern vor bzw. hinter dem Leichenhaus soll das Verständnis insbesondere bei Beerdigungen verbessert werden. Mit neuen Funkmikrofonen sowie einer dazugehörigen neuen Mischverstärkeranlage wird das seit Jahren immer wieder auftauchende „Mikrofonproblem Friedhof“ für die Friedhofsbesucher auf Dauer bestens gelöst sein.

Auf Anregung von Pfarrer P. Joy werden auch die alten Lautsprecher sowie Mikrofone in den beiden Pfarrkirchen Premberg und Münchshofen erneuert bzw. Altarmikrofone und Funkmikrofone für den Geistlichen neu angekauft. Dazu gehört auch die Ersatzbeschaffung der jeweiligen alten Mischverstärkeranlagen. Im Rahmen dieser umfassenden technischen Aufrüstung erfolgt auch der Ankauf einer neuen Prozessionsanlage mit Funkhandmikrofon-Set. Erfreulich für ältere Kirchenbesucher wird auch sein, dass in beiden Kirchen erstmals sogenannte „Schwerhörigkeitsschleifen“ installiert werden, womit dann mit Hörgeräten die Gottesdienste besser verstanden bzw. mitgefeiert werden können.

Den Auftrag mit einem Gesamtvolumen von 10 000 Euro für die Lieferung und den Einbau der neuen Techniken inklusive der neuen Prozessionsanlage erhielt die Firma Elektroakustik Götz aus Seubersdorf.

Am Schluss der Kirchenverwaltungssitzung zeigte sich Kirchenpfleger Albert Schlüter sehr zufrieden mit dem vollem Einverständnis der Kirchenverwaltungsmitglieder für das geplante Investitionsvolumen im Jahre 2017. „Die zahlreichen und zeitintensiven vorbereitenden Besprechungen in den letzten Monaten haben sich gelohnt“, stellte Schlüter fest. Erfreulich sei auch die Tatsache, dass viele Anregungen und Vorschläge des erst seit September 2016 wirkenden neuen Pfarrers Pater Joy zeitnah umgesetzt werden konnten und dessen engagiertes, und von vielen Pfarrangehörigen sehr positiv gesehenes Arbeiten zum Wohle der Pfarrei unterstützt werde. Passend hierzu auch die Information, dass die Kirchenverwaltung mit Pfarrer Pater Joy sich einig war, dass die Kirche in Premberg täglich und die Schlosskirche in Münchshofen am Samstag und Sonntag geöffnet sind.

„Die pflegenden Maßnahmen im und am Friedhof haben aber auch einen speziellen Grund für die Zukunft,“ stellte Schlüter fest. Die helfenden Hände insbesondere bei den ehrenamtlichen Arbeiten am und im Friedhof wie z.B. Heckenschneiden und Mäharbeiten wurden immer weniger. Mit den beschlossenen Maßnahmen kann somit der Zeitaufwand erheblich reduziert werden. Diese bisherige ehrenamtliche Arbeit in der Friedhofspflege durch Pfarrangehörige war auch ein wichtiger Grund dafür, dass die Premberger Friedhofgebühren bisher sehr niedrig gehalten werden konnten „Mit dem neuen Pfarrheim und dem Vollzug der geplanten Maßnahmen noch in diesem Jahr sieht sich die Pfarrgemeinde Premberg-Münchshofen für die Zukunft gut aufgestellt,“ stellte Kirchenpfleger Albert Schlüter fest.

Weitere Nachrichten aus Teublitz lesen Sie hier.

Entstehung der Pfarrei

  • Anfänge:

    Premberg wurde seelsorglich viele Jahrhunderte von der Urpfarrei Wiefelsdorf aus betreut. Die für damalige Verhältnisse große Entfernung der Filiale Premberg erschwerten die Seelsorge sehr. Dies veranlasste 1877 den Pfarrer Georg Adam Sußbauer, dessen Schwestern in Stocka und Münchshofen lebten, sein Vermögen von 10 000 Mark der Filialkirche Premberg zur Gründung einer Expositur zu vermachen. Pfarrer Sußbauer verstarb 1878.

  • Forderung:

    Nach einem bereits im Jahre 1830 erfolglosen Antrag auf Abtrennung von der Pfarrei Wiefelsdorf, starteten einige Premberger einen weiteren Anlauf und forderten gleich einen eigenen Seelsorger. Das entsprechende Schreiben vom 5. Februar 1891 wurde an den „Allerdurchlauchtesten Prinzen und Regenten“ gesandt.

  • Pfarrhof:

    Die kinderlose Gräfin Julie von Armannsperg ließ 1894 den Pfarrhof bauen. Bereits am 9. November 1895 kam Kooperator Michael Lohrer als Expositurverweser nach Premberg. Die Stiftungsurkunde für die Expositur wurde am 20.1.1897 in Regensburg unterzeichnet. Zum 1.1.1965 folgte die Erhebung zur selbstständigen Pfarrkuratie und am 8.12.2001 zur Pfarrei. Seit 1.9.2001 bildet die Pfarrei St.-Martin Premberg eine Seelsorgeeinheit mit der Pfarrei Katzdorf. (bat)

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht